Pandemrix: Schlafkrankheit nach Schweinegrippe-Impfung

Impfstoff Pandemrix erhöht auch bei Erwachsenen das Risiko an Narkolepsie zu erkranken

Paris - Eine französische Studie zum Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix hat ein erhöhtes Risiko bestätigt, nach einer Impfung an der Schlafstörung Narkolepsie zu erkranken. Der in Österreich während der Schweinegrippe-Pandemie nicht eingesetzte Impfstoff erhöhe das Risiko nicht nur bei Kindern und jungen Leuten, sondern auch bei Erwachsenen, hob der Koordinator der Studie, Antoine Pariente, am Donnerstag hervor. In Finnland und Schweden hatten Studien bereits zuvor auf ein erhöhtes Narkolepsie-Risiko hingewiesen.

Der neuen, am Donnerstag in Stockholm veröffentlichten Studie aus Frankreich zufolge erhöht sich das Risiko für Menschen unter 19 Jahre um das Fünffache, für ältere Menschen um den Faktor 3,5. Die Narkolepsie ist eine Schlafstörung, die sich dadurch äußert, dass tagsüber eine starke Schläfrigkeit besteht und unkontrollierbar Schlafphasen einsetzen. Die seltene Krankheit kann von plötzlichen Muskelerschlaffungen begleitet werden.

Umstrittenes Adjuvans

Der Impfstoff Pandemrix des britischen Herstellers GlaxoSmithKline war aus Angst vor einer Schweinegrippe-Epidemie auch für die Allgemeinbevölkerung in Deutschland eingesetzt worden. Er enthält verstärkende Zusätze, sogenannte Adjuvantien, die den Impfstoff effektiver machen, aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen führen können. Die Bundesländer waren auf einem Großteil des Impfstoffs sitzen geblieben, weil sich nicht so viele Menschen wie erwartet gegen die Schweinegrippe impfen ließen. Der überzählige Impfstoff musste am Ende vernichtet werden.

In Frankreich wurden von den Gesundheitsbehörden bis Donnerstag 51 Narkolepsie-Fälle bei geimpften Patienten registriert, von denen 47 mit Pandemrix geimpft wurden. Die Schweinegrippe hatte sich Anfang 2009 von Mexiko aus über die ganze Welt ausgebreitet. Im Juni 2009 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließlich eine Pandemie aus, die sie erst im August 2010 nach dem Abebben der Grippewelle für beendet erklärte. (APA, 21.9.2012)

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