Pandemrix: Schlafkrankheit nach Schweinegrippe-Impfung

21. September 2012, 09:04

Impfstoff Pandemrix erhöht auch bei Erwachsenen das Risiko an Narkolepsie zu erkranken

Paris - Eine französische Studie zum Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix hat ein erhöhtes Risiko bestätigt, nach einer Impfung an der Schlafstörung Narkolepsie zu erkranken. Der in Österreich während der Schweinegrippe-Pandemie nicht eingesetzte Impfstoff erhöhe das Risiko nicht nur bei Kindern und jungen Leuten, sondern auch bei Erwachsenen, hob der Koordinator der Studie, Antoine Pariente, am Donnerstag hervor. In Finnland und Schweden hatten Studien bereits zuvor auf ein erhöhtes Narkolepsie-Risiko hingewiesen.

Der neuen, am Donnerstag in Stockholm veröffentlichten Studie aus Frankreich zufolge erhöht sich das Risiko für Menschen unter 19 Jahre um das Fünffache, für ältere Menschen um den Faktor 3,5. Die Narkolepsie ist eine Schlafstörung, die sich dadurch äußert, dass tagsüber eine starke Schläfrigkeit besteht und unkontrollierbar Schlafphasen einsetzen. Die seltene Krankheit kann von plötzlichen Muskelerschlaffungen begleitet werden.

Umstrittenes Adjuvans

Der Impfstoff Pandemrix des britischen Herstellers GlaxoSmithKline war aus Angst vor einer Schweinegrippe-Epidemie auch für die Allgemeinbevölkerung in Deutschland eingesetzt worden. Er enthält verstärkende Zusätze, sogenannte Adjuvantien, die den Impfstoff effektiver machen, aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen führen können. Die Bundesländer waren auf einem Großteil des Impfstoffs sitzen geblieben, weil sich nicht so viele Menschen wie erwartet gegen die Schweinegrippe impfen ließen. Der überzählige Impfstoff musste am Ende vernichtet werden.

In Frankreich wurden von den Gesundheitsbehörden bis Donnerstag 51 Narkolepsie-Fälle bei geimpften Patienten registriert, von denen 47 mit Pandemrix geimpft wurden. Die Schweinegrippe hatte sich Anfang 2009 von Mexiko aus über die ganze Welt ausgebreitet. Im Juni 2009 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließlich eine Pandemie aus, die sie erst im August 2010 nach dem Abebben der Grippewelle für beendet erklärte. (APA, 21.9.2012)

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13 Postings

bei der Pandemie gabs ja offensichtlich eine sehr breite Palette von Symptomen, von symptomloser Infektion bis Tod durch H1N1.
Und möglicherweise haben etliche Menschen vorher eine symptomlose Infektion gehabt und sind nachher geimpft worden. Dann bekamen sie Narkolepsie.

In einem Narkolepsiezentrum in China gabs auch einen steilen Anstieg nach Beginn der Pandemie und das ganz ohne Bezug zur Impfung- nachzulesen hier:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21866560

Damit gibts dann ein Problem: Wenn Narkolepsie durch Influenza Viren verursacht wird, könnte eine Impfung davor schützen. Oder die Impfung kann das auch was das Virus kann.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21866560

die narkolepsiefälle

stiegen bei geimpften massiv an, nicht bei ungeimpften.

ihre argumentation ist mit unseriös.

typisch pressure group.

@doc steel

Nein meine Argumentation ist hochseriös:
lesen sie doch das paper der chinesischen Gruppe- den link hab ich angegeben.: Dort gabs einen enormen Anstieg der Narkolepsie Fälle in zeitlichem Abstand nach der Pandemie 2009/10.

Im übrigen gab es auch schon 1918 nac der Pandemie eine Encephalitis lethargica Economo- diese ist inzwischen in Vergessenheit geraten.War aber klinisch nicht unähnlich.

Welche Publikation ist das?

Die aktuellste (2011?) franzoesische Studie die ich zum Thema Narkolepsie und Pandemrix gefunden habe, schreibt im Abstract explizit, dass keine Narkolepsie nach der Impfung beobachtet wurde.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22530521

Ich bitte um Information diesbezueglich.
Michael

Quelle

Report siehe hier: http://www.cidrap.umn.edu/cidrap/co... lepsy.html
Leider noch nicht durchgeschaut

Kein Link zur Studienpublikation?? Interessant wäre v.a., wie hoch die Inzidenz von Narkolepsie nach Impfung liegt: rund Null mal 5 ist immer noch sehr wenig. Die Zahl ist viel entscheidender als die (berichtete) Risikosteigerung.

0 x 5 = 0

und nicht sehr wenig

sie sugerieren, dass es keinen Fälle gab und deshalb nicht relevant ist.
es ist schwer genug nebenwirkungen einer impfung als spezifische nebenwirkung anerkannt zu bekommen.
ehrlich gesagt, ärgeren mich solche aussagen, da die meisten daten in diesem bereich auf selektive wahrheiten beruhen, die von monetären interessen begleitet werden. selten geht es um schutz und sicherheit. diese sind nur von sekundärem interesse.

Ihre Gleichung ist korrekt. Allerdings stand in meinem Posting "rund Null mal 5". Daher das "sehr wenig".
Ob es sie nun ärgert oder nicht: Suggerieren tu ich gar nichts. Sondern ich will nur keine relativen Risiken wissen, sondern absolute. Wie Sie dann damit umgehen, ist Ihre Nützlichkeitsabwägung. Ich als potenzieller Impfkandidat/in würde gerne mein Risiko tatsächlich kennen vor einer Zustimmung.

und was macht es wenn es 1:1000 oder 1:10000000 ist?

würde es sie abhalten?
nein, also ist ihre aussage nichts wert und sie sie sagen etwas, um es im selben atemzug zu widerlegen.

hahaha!

genial, sie schießen sich selber den statistik elfer

Sie werden aber schon zugestehen, dass es einen Unterschied macht, ob sich eine Wahrscheinlichkeit von 1:100 auf 5:100 erhöht oder von 1:100.000.000 zu 5:100.000.000?

Schön, dass Sie es wissen ....

... wie andere mit Risiken umgehen. Das zeugt von einer guten Empathie!
Und zum 2. Satz: Etwas was "wertlos" ist, ist keinesfalls eine Widerlegung eines Arguments. Vielmehr wäre ja eine tatsächliche Widerlegung (Popper lässt grüssen!) tatsächlich sehr wertvoll. Dann wären wir nämlich einen Schritt weiter. ... aber lassen Sie sich von soviel Erkenntnistheorie nur ja nicht erschüttern in ihrer Überzeugung von der exklusiven Geldgetriebenheit medizinischer Forschung. .....

genau das bekommen sie nicht

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