Debatte um unbewaffnete Polizisten nach Doppelmord in Großbritannien

21. September 2012, 07:37

Festgenommener 29-Jähriger soll zwei Beamtinnen getötet haben

London - Jener 29-jährige Mann, der sich nach dem Polizistinnenmord von Manchester am Dienstag gestellt hatte, soll am Freitag einem Gericht vorgeführt werden. Die Hintergründe der Tat waren bis zuletzt nicht bekannt. Die beiden Polizistinnen im Alter von 23 und 32 Jahren waren wegen eines Diebstahls zur Hilfe gerufen worden.

Die Polizistinnen waren unbewaffnet, als sie ermordet wurden. Nach der Tat entbrannte eine breite gesellschaftliche Debatte über die verbreitete Praxis, dass Polizisten unbewaffnet ihren Dienst tun. Das Beispiel anderer Länder zeige, dass die Bewaffnung der Polizei nicht die Tötung von Beamten verhindere, sagte der örtliche Polizeichef Peter Fahy in einem ersten Statement.

Feuerwaffen würden das traditionell nahe Verhältnis der britischen Bürger zur Polizei und in der Folge die öffentliche Ordnung untergraben, schreibt der Präsident der "Association of Chief Police Officers", Hugh Orde, in einem Kommentar auf "guardian.co.uk". (APA/red, 21.9.2012)

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Was spricht dagegen?

Auf der ganzen Welt sind Polizisten bewaffnet.

Dafür muss man - wie hierzulande - Kollateralschäden wie in Krems in Kauf nehmen.

Na geh

bis an die Zähne bewaffnet hätten Sie sein können. Und es hätte Ihnen auch nichts genützt. Aktion ist immer schnelller als Reaktion sag ich nur.

Man überlegt sich aber,

ob man Bewaffnete anschießen soll!

Unsinn

Wenn er vorhatte die umzubringen dann hätte er das auch so getan...no matter what.

Die getöteten Polizistinnen

haben leider zu spät mit den Deeskalationsgesprächen angefangen.

Die Meinung der englischen Polizisten:

"Feuerwaffen würden das traditionell nahe Verhältnis der britischen Bürger zur Polizei und in der Folge die öffentliche Ordnung untergraben, schreibt der Präsident der "Association of Chief Police Officers"...."

Dass behaupten die von Politikern bestellten

Führungspersönlichkeiten der Polizei. Die Gewerkschaften, also die durch die wirklichen Polizisten gewählten Polizisten behaupten da was anderes.

Dass die britische Polizei nicht bewaffnet ist (in London Blödsinn, die rennen da extrem oft mit vollautomatischen Dingern herum) ist von den Politikern aus Kostengründen gewollte. Bewaffnung und regelmäßige Schulung kostet und zwar nicht gerade wenig.

In der Annahme,

dass Sie der englischen Sprache mächtig sind, und hier nicht bloß GB-"Expertise" vortäuschen:

Sie können sicherlich mehrere Belege für Ihre Behauptung präsentieren. Diese würden mich sehr interessieren. Meine schnelle Suche ergab nur diese, von der Tragödie direkt veranlasste, Stellungnahme aus Polizistenkreisen:

http://tinyurl.com/bwxy9yf

" Inevitably there was mention of whether or not the police generally should be armed. The majority of police officers do not want to be armed, including me. " Ziemlich eindeutig, oder?

Hier können Sie sich über ACPO weiterbilden:

http://tinyurl.com/3ykh74f

Gewiß nicht frei von Kontroversen, aber auch kein Instrument der Politik!

If guns are outlawed

only the outlaws have guns....

Die UK-Polizei hat (wie jede andere demokratische Polizei) die gesetzliche Pflicht im Dienste der Gesellschaft, Verbrechen zu verhindern, abzustellen, aufzuklären, Gefahren abzuwehren und Verbrecher nach Möglichkeit der Gerichtsbarkeit zuzuführen.

Und hier muss es unbedingt Waffen- und Chancengleichheit geben. Bei einem bewaffneten Verbrecher muss der Polizist seiner gesetzlichen Verpflichtung im äußersten Fall event. auch mit Waffenwirkung nachkommen. Abgesehen von der akuten Notwehr und der Nothilfe.

Und das ist in den UK einfach nicht gegeben. Wie soll die Polizei zB. einem bewaffneten Amokläufer auf der Straße begegnen, der wahllos auf Menschen schießt? Mit Davonlaufen? Mit Faustkampf? Mit Gummiknüppel? Mit Gutzureden?

In den UK aus Traditionsgründen an der Unbewaffnung der Polizei festzuhalten, ist mMn nicht nur unverantwortlich der Gesellschaft und der Polizei gegenüber, sondern auch nicht mit der notwendigen Fürsorgepflicht als Dienstgeber vereinbar!

Sie wissen aber schon, dass die Polizei in UK bereits ewig lang unbewaffnet ihren Dienst tut. Nach Ihrer Theorie müsste UK längst bürgerkriegsgebiet in der Hand Drogen dealender Warlords sein.

Ist in vielen Gegenden eh der Fall.

Das letzte mal als ich in London war lies mich der Taxifahrer 2 Querstraßen neben dem damals gemieteten Reihenhaus nicht aussteigen. Als wir die Straße durch waren war auch klar warum. 2 ausgebrannte Häuser und die Typen rundherum in den Gärten ...

Die Polizei hatte dort nichts und zwar gar nichts zu sagen.

Die österreichische Polizei

würde ich auf keinen Fall als Vorbild für den klugen Umgang mit Feuerwaffen anführen.

Ich denke, dass die englische Polizei auf dem richtigen Weg ist. So eliminiert man das Risiko, dass 14-jährige Buben durch Polizeikugeln in den Rücken getötet werden, oder dass verwirrte Frauen oder Männer in einem Kugelhagel der Polizei-Rambos sterben müssen.

Eine gute Schulung der Polizisten in Konfliktbewältigung (in GB vorhanden, hier eher nicht) kann nicht durch Schießwaffen ersetzt werden.

pech gehabt die rotzpipn !

kommt ja eh selten vor. also würde ich das nicht dramatisieren.

ah übrigens einfach zum kotzen deine haltung. kann dir zur reifung nur mal den viel wahrscheinlicheren fall wünschen,dass du nicht polizeilicher gewalt ausgesetzt bist sondern die polizisten mögen möglichst zögerlich handeln. es könnte ja polizeigewalt gegen die dich angreifenden täter angewandt werden. wozu die scherereien eingehen ?!

Pech gehabt due Rotzpipn?
Sie wissen aber schon, dass Sie über einen unbewaffneten Vierzehnjährigen sprechen, der mit einer Kugel in den Rücken getötet wurde? Und ja: die gesetzlich vorgesehene Strafe für Einbruchdiebstahl ist NICHT Tod durch erschießen!

In sämtlichen von mir angeführten Fällen

ging es um Polizisten gegen - wie Sie sagen - "Täter", nicht um "Täter" gegen Bürger! In jedem Vorfall ist /die "Täter(in)", völlig unnötigerweise, durch unnötigen, in Krems vermutlich böswilligen, Waffengebrauch der Beamten tot zurückgeblieben, immer mit minimalen rechtlichen Folgen für die Schützen.

Zu "kommt ja eh selten vor": Die Relation der skan dalösen Schießereien zu den irgendwie "gerechtfertigten" Waffeneinsätzen ist, ja genau, skandalös.

Der Fall in Krems hat gezeigt, dass nicht so sehr

die Bewaffnung von Polizisten ein Problem ist, sondern vielmehr dass zu wenig Geld in die Hand genommen wird um unsere Polizisten ausreichend auszubilden und regelmäßig nachzuschulen.

Die Polizisten hätten damals das Gebäude ohne Verstärkung gar nicht betreten dürfen. Hätten sie sich an ihre Vorschriften gehalten, hätten wir die Frage ob der Waffeneinsatz ok gewesen ist oder nicht gar nicht.

Für mich ein Paradebeispiel dafür wie es in Öst. zugeht. Der Staat glaubt für alles zuständig zu sein, wundert sich dann aber dass dafür nicht genug Geld da ist. Also unnützes Zeug endlich weg vom Staat und dafür nötige Dinge endlich ausfinanzieren. Ergo in Zukunft regelmäßige gute Nachschulungen für Polizisten.

waffen und chancengleichheit - selten so einen blödsinn gelesen. das würde dann bedeuten, wenn ein bankräumer die bank mit einer plastikpistole überfällt müsste die polizei auch plastikpistolen verwenden oder wie ist das dann?!? chencengleichheit würde dann bedeuten, dass wenn der bankräuber allein ist, ihn auch nur ein polizist verfolgend darf....jetzt hab ichs verstanden!!!

@mitchfizzl

Stimmt, sie habens offensichtlich verstanden ... mit ihrer Beschränktheit und verengten Weltsicht!

da kommen dann eh die afo´s und spezialteams zum einsatz. sie sind ein meister im übertreiben...

Firearms issued to Authorised Firearms Officers include:

LMT-Defender Semi-automatic carbine(Used By Cheshire Police)[2]
Glock 17 Self Loading Pistol (used by London's Metropolitan Police)[3]
SIG Sauer P226 (Used by Northamptonshire police)
Semi-automatic Heckler & Koch MP5SF (used by London's Metropolitan Police)[4]
Remington 870 Shotgun (used by Manchester Police)[5]
Heckler & Koch G3 rifle (used for sniping roles)[6]
Heckler & Koch G36 Semi-automatic carbine [7]

@mitchfizzl

Für mich sind SIE ein realitätsferner Träumer mit ihrer Super-Cop-Theorie!

Falls sie jemals in London sind, wünsche ich ihnen niemals eine Situation, bei der zB. ein flüchtender bewaffneter Räuber oder Gewalttäter um sich schießt und SIE bedroht und die unbewaffneten Bobbies nur in Deckung gehen können, zuschauen und die bewaffneten Super-Cops zu Hilfe rufen, die mind. 10+ Minuten brauchen, bis sie da sind! SIE werden dann wahrscheinlich der Erste sein, der die „Untätigkeit“ der Bullen als Skandal anprangern wird.
Sowas kommt Gott sei dank nicht oft vor, unrealistisch ist es aber in der heutigen Zeit nicht.

Erleben möchte ICH das jedenfalls NICHT, dass mich unbewaffnete Polizisten in akuten Notsituationen nicht sofort schützen können!

leben sie halt weiter in ihrer welt voll angst und schießwütigen personen. de facto ist es so, dass sie niemals einen bewaffneten raubüberfall oder einer bewaffneten bedrohung ausgesetzt sein werden. aber mit der angst lassen sich die leute natürlich gut lenken....

aha - und weil es mich nicht trifft, ...

... sind diejenigen die es trifft, wurscht.
schusswaffen in der hand der polizei werden kaum eingesetzt - und zwar deshalb, weil sie da sind.
diejenigen, die einen unbewaffneten polizisten niedertreten würden, überlegen es sich meist, da sie sich der waffe bewußt sind.
dadurch entstehen viele gewaltsituationen meist gar nicht.
ich schätze es als besseren sicherheitsservice, wenn der streifenbeamte im falle eines falles eine chance hat, einen angreifer effekiv zu stoppen statt auf ein swat-team und einen krankenwagen zu warten.
die waffe ist eine versicherung - ich brauche meine feuerversicherung hoffenlich nie - aber bezahle sie trotzdem. das ist nicht angst sondern vernunft - aber manche ignorien gerne realitäten für ideologien.

@ mitchfizzl:

Und sie sind ein realitätsferner Theorie-Träumer!
Ich wünsche ihnen keine unbewaffnete Polizei in Österreich und keine Situation, in der sie von einem schwer Bewaffneten bedroht oder angegriffen werden und Polizisten im Nahbereich können nur in Deckung gehen und zusehen, wie sie "zersiebt" werden! In London wäre das sicher der Fall!

Bis ein bewaffnetes Spezialteam in den UK herangeschafft wird, dauert es mind. 10+ Minuten (in Großstädten!). Bei verschanzten Tätern ist diese Zeitspanne wahrscheinlich kein Problem; aber bei einem Amokläufer, bei einem um sich schießenden Bankräuber auf der Flucht usw. sind schon 1-2 Minuten Zeitverlust für eine polizeiliche Reaktion eine Katastrophe!!!

die verantwortungslosen träumer, ...

... die hier die entwaffnung der polizei fordern, würde ich gerne als unbewaffnete streifenpolizisten bei amtshandlungen in dunklen gassen oder gegen besoffene irre sehen.
entweder landen sie sehr bald im krankenhaus oder auf dem friedhof.
die waffe ist auch ein autoritätssymbol und die tatsache, dass der beamte, der einem gauner gegenübersteht bewaffnet ist, sorgt für eine gewisse zurückhaltung bei diesem - dazu brauch der beamte seine waffe nicht mal zu ziehen.
taser oder ähnliche systeme sind single-shot - die tefferquote im ernstfall ist auf grund d. adrenalinschocks beim angegriffenen meist katastrophal - aber manche leute glauben, dass man messerstecher auch totreden kann.

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