Nordisch by Nature

Blog | Stephanie Gründler
21. September 2012, 13:37
  • Mit "Escape"/"Flukt" wurde das diesjährige /slash-Filmfestival im Wiener Filmcasino eröffnet.
    foto: /slash

    Mit "Escape"/"Flukt" wurde das diesjährige /slash-Filmfestival im Wiener Filmcasino eröffnet.

Eröffnungsfilm des /slash-Filmfestivals: Menschenjagd im hohen Norden mit wenig Blutverlust

Signe fährt mit den Eltern und ihrem Bruder durch die norwegische Einöde. Bei einem Überfall werden die Eltern niedergemetzelt, der Bruder wird zur wortwörtlichen Zielscheibe der Anführerin der Bande. Ingrid wird am Leben gelassen, da sie noch einem weiteren Zweck dienen soll.

So viel sei von "Flukt", dem Eröffnungsfilm des /slash-Filmfestivals im Wiener Filmcasino, verraten. Wer sich hier viel Blut, Psychoterror und einen fetzigen Auftakt erwartet hat, ist wohl enttäuscht wieder abgezogen. Aber nicht falsch verstehen: Der Film ist wirklich gut und für Fans des hohen Nordens ein Augenschmaus; nicht zuletzt aufgrund der wunderbar brutalen Bandenanführerin Dagmar, die ohne Widerrede ein Pack an hartgesottenen Männern durch den Wald befehligt. Beeindruckend ist auch die kleine Frigg, die Signe zur Flucht verholfen hat, obwohl sie von der Bande als Dagmars Tochter akzeptiert und dementsprechend beschützt wird.

Im Anschluss hat sich Regisseur Roar Uthaug für Fragen zur Verfügung gestellt: In nur 28 Tagen wurde der Film gedreht, und die positive Reaktion des Publikums auf den aufgespießten Bösen hat ihn sehr gefreut. Dass zwei Männer der brutalen Bande zum ersten Mal vor der Kamera standen (der eine der stärkste Mann Norwegens, der andere Heavy-Metal-Sänger), ebenso wie die Darstellerin der Signe, ist nicht aufgefallen. 

Tipp: Wer sich Karten sichern will, sollte das rechtzeitig tun - die Schlange an der Kassa war selbst eine Stunde vor Filmbeginn schon sehr lang, und der Kinosaal war knackevoll. First come, first sit, lautet die Devise, also rechtzeitig dort sein!

Fazit: feiner Film, auch für Anti-/slasher und Angsthasen geeignet, tolle Location.
Anzahl der Toten: überschaubar.
Blutverlust: kaum erwähnenswert. (Stephanie Gründler, derStandard.at, 21.9.2012)

Escape/Flukt
Norwegen 2012, 75 Minuten
Regie: Roar Uthaug
Mit: Ingrid Bolsø Berdal, Tobias Santelmann, Bjørn Moan, Hallvard Holmen

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4 Postings
Gute Kritik!

Liest sich sehr frisch, flüssig und amüsant.

Da kommen immer öfters gute Filme und Serien her.

Die bei uns dann nur leider viel zu oft ungesehen - am Kino vorbei - im Nachtprogramm enden.

"Signe fährt mit den Eltern und ihrem Bruder durch die norwegische Einöde. Bei einem Überfall werden die Eltern niedergemetzelt, der Bruder wird zur wortwörtlichen Zielscheibe der Anführerin der Bande. ... Fazit: feiner Film, auch für Anti-/slasher und Angsthasen geeignet, tolle Location.
Anzahl der Toten: überschaubar.
Blutverlust: kaum erwähnenswert."

die beschreibung klingt nach ziemlicher verrohung des konsumenten...

Sie haben auch gar keinen humor, oder

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