Islamisten nehmen in Timbuktu unverschleierte Frauen fest

Frauen dürfen nach 23 Uhr nicht mehr auf die Straße

Bamako - In Timbuktu im Norden von Mali haben Islamisten nach Angaben von Bewohnern der Stadt am Donnerstag damit begonnen, systematisch unverschleierte Frauen festzunehmen. Die Islamisten hätten den Markt der Stadt "durchkämmt und Mädchen festgenommen, die keinen Schleier trugen", sagte der Einwohner El Mahdi Cisse am Telefon. Jede Frau und jedes Mädchen, das nach 23.00 Uhr Ortszeit noch auf der Straße gesehen werde, solle zudem inhaftiert und mit einem Bußgeld belegt werden, zitierte er aus einer Anweisung der Gruppe Ansar Dine.

Wie ein Vertreter einer der Moscheen der Stadt sagte, wurden die Imame zudem über die Einrichtung eines "Frauengefängnisses" und die verschiedenen Strafen für die Verstöße gegen das islamische Recht informiert. Die Islamisten kontrollieren derzeit im Norden von Mali wichtige Städte wie Timbuktu, Gao und Kidal. Sie führten in Timbuktu das islamische Recht der Scharia ein und zerstörten eine Reihe von islamischen Heiligengräbern. (APA, 20.9.2012)

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