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Die Zwiebel-Lieferungen treffen in der Regel Mitte September ein, nette Nachbarn in Pension nehmen die Kisten entgegen, und deren Inhalt harrt seinem Schicksal, der feuchtwarmen Septembererde.
September - es gibt wieder Arbeit. Endlich sind die faden Wochen beständiger Hitze, lauen Winds und funktionierender Tröpfchenbewässerung vorbei.
Verblühtes wurde müde abgezwickt, Stauden wurden gestützt, und gelegentlich wurde eine Handvoll Wasserlinsen vom Holzsteg aus von der Oberfläche des Schwimmweihers geschöpft. Und damit war man selbst und die Arbeit bereits erschöpft.
Doch nun steht bald der Oktober vor der Tür, einer der schönsten Gartenmonate, und die Arbeit schwillt von einem milden Sollen zu einem imperativen Müssen an. Zumeist steht man bereits darauf, wenn man nach Septemberarbeit Ausschau hält: Der Rasen braucht Zuwendung. Die Hitze hat ihm zugesetzt, es gibt kahle Flecken, und der Boden ist nun bereit, neue Samen septemberwarm zu umhüllen und zum Austreiben zu bringen.
Denn Samen brauchen immer ein gewisses Maß an Wärme und Feuchtigkeit, um ihr Inneres nach außen zu kehren - und der September bietet hier ideale Verhältnisse. Düngen sollte man übrigens nie, wenn Neues schlüpfen, sich entfalten oder keimen soll. Das würde Gegenteiliges bewirken.
Mitunter fallen auch schon die ersten Laubblätter von frühwelkenden Bäumen. Gelegentliches Zusammenrechen und Anreichern des Komposts gehören zu netten Nebentätigkeiten im September. Es ist quasi das Aufwärmen für den echten Herbst, wenn noch vor Schnee und Matsch eine dicke Laubschicht die Beete und Wiesen bedeckt.
Und weil das Gartenjahr im September beginnt, muss der Gärtner natürlich planen, was denn im kommenden Kalenderjahr so blühen soll. Dazu hat er Kataloge studiert, Gartenfeuilletons verfolgt und online die besten Zwiebelanbieter ausgeforscht. Die Lieferungen treffen in der Regel Mitte September ein, nette Nachbarn in Pension nehmen die Kisten entgegen, und deren Inhalt harrt seinem Schicksal, der feuchtwarmen Septembererde.
Die Zwiebeln gehören dann ungefähr ihrer doppelten Höhe entsprechend tief eingepflanzt. Sollten Sie sich dabei helfen lassen, vergessen Sie den Zusatz "aber Wurzeln nach unten" nicht. Es würde sich im kommenden Frühjahr rächen.
Rächen kann man sich auch an jenen Garten"freunden", die immer dann über den Zaun geschaut haben, wenn man eine Gartenleiche am Kompost seufzend begraben musste und dabei mit guten Tipps nicht allzu sparsam waren. Ihnen schenkt man einen Sack mit 500 Zwiebeln, irgendwelche Frühjahrsblüher, und genießt, wie die Garten"freunde" Opfer ihrer gärtnerischen Verantwortung werden und die nächsten Wochen mit krummem Rücken Stück für Stück 500 Knollen fluchend in die Erde drücken. So kann es einem gehen, wenn man interhortikulturellen Takt vermissen lässt.
Des Weiteren kann man im Herbst zu groß gewordene Stauden teilen, indem Überirdisches entfernt und der Wurzelstock entzweigehackt wird, um erneut, schön getrennt voneinander, eingesetzt zu werden.
Auch die Rosen bekommen noch etwas ab, nämlich Kalium in Form von Kalidünger, das hilft ihnen bei gar tiefen Temperaturen im Februar, oder noch wichtiger, bei Spätfrösten bis hinein in den Mai. Der erhöhte Salzgehalt durch das bis dahin im Holz eingelagerte Kalium erhöht die Frostresistenz mitunter entscheidend.
Wer auch für die Fauna aktiv werden möchte, reinigt im September die Brutkästen und Vogelhäuschen. Bunte Vogelhäuschen waren ja diese Saison in diversen Gartenzentren der Renner. Das Reinigen der vermilbten, verkoteten Vogelhäuschen gehört nicht zu den schönsten Arbeiten, aber wer im Folgejahr wieder Kohlmeisen und Amseln eine Nistmöglichkeit zur Verfügung stellen möchte, kommt daran nicht vorbei.
Und die Igel danken es, wenn man ihnen ein geschütztes Eck des Gartens mit Astwerk und Laub ausstattet - sie fressen dann in Gegenleistung auch brav des Nachts die Nacktschnecken.
Mit der Nacktschneckensorge beginnt im September das Gartenjahr, und mit der Nacktschneckensorge wird es auch wieder enden. So ist es geplant - im ewigen Kreislauf der Natur, wie wohl ein Universum-Sprecher brummend-knurrend kommentieren würde. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 21.9.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
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Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
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Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
Ich habe kürzlich im Schaugarten Kagran die "Benjes-Hecke" kennengelernt. Als Methode zur Verwertung herbstlichen Schnittholzes und als Quartier für Igel & Co. eine feine Sache - wenn man ein bisschen "Unordnung" im Garten aushält: wer den Platz hat, einfach googeln!
sowas hab ich auch - ganz ohne den benjes zu kennen :-)
die verabschiedung davon dass es im garten müll gibt ist der erste und wichtigste ansatz. dann dann entstehen haufen von reisig, laub, altem holz ganz von allein - wohin mit dem zeug?! - und damit halten tiere einzug die im sterilen garten keinen platz finden einzug - neben den säugetieren die nicht immer beliebt sind kommen auch deren fressfeinde. ohne obst dass am boden liegt um von nagern nächtens gefressen zu werden keine käutze und eulen, ohne totholz keine hirschkäfer, ohne rasenmäher wiederum überleben gottesanbeterin und eidechsen halt usw.
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