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Dass der Porzellanteint mit zunehmendem Alter immer seltener wird, ist eine Folge der Schwerkraft.
Sich selbst uneingeschränkt schön finden ist ein paradiesischer Zustand - doch leider ist er für die meisten spätestens mit dem Einbruch der Pubertät vorüber. Es beginnen die Zeiten erbarmungsloser Selbstkritik, Hormone spielen dabei eine tragende Rolle. Derjenige Botenstoff, der auf makelloser Kinderhaut plötzlich Mitesser und Unreinheiten auftauchen lässt heißt Dehydroepiandrosteron. Er reguliert unter anderem den Talgfluss durch die Poren. Rund 300.000 davon hat jeder Mensch im Gesicht.
"Je glatter eine Oberfläche, umso schöner bricht sich das Licht", erklärt der Wiener Hautarzt Markus Dawid die physikalischen Grundlagen eines als schön empfundenen Hautbildes. Der Leiter der Abteilung für Dermatologie am Kaiser-Franz-Josef-Spital kann anhand eines Bildes am besten erklären, warum Poren eine Schlüsselrolle dabei spielen. Talg, der durch die miniaturisierten Ausgänge an die Hautoberfläche gelangt, schützt vor Umwelteinflüssen. Ein Problem für die Haut entsteht, wenn sich Poren verstopfen und dann vielleicht auch noch entzünden. Auf Pickeln bricht sich das Licht dann besonders augenfällig, es bilden sich unschöne Schatten, und der wunderbare Porzellanteint ist zumindest für ein paar Tage hin. Das soll gar nicht erst passieren.
Neben Falten bekommt die Pore an sich nun als eigenständige Entität der Haut gerade besondere Aufmerksamkeit. Mit porenverfeinernden Produkten hat das Anti-Aging-Segment eine neue Spielart entdeckt. Die Strategie für ein jugendlich feines Hautbild sollte dreiteilig sein. Die täglich gründliche Reinigung mit Tonic und regelmäßigen Peelings soll verstopfte Poren erst gar nicht entstehen lassen. "Peelings sind Jogging für jede Pore", sagt Dawid. Abgestorbene Hautzellen, die sich rund um die Porenausgänge anlagern, könnten zusätzlich mit milder Fruchtsäure wegradiert werden, empfiehlt er. Abschluss jeder porenverfeinernden Gesichtspflege sollten Cremen sein, die regulierend auf die Talgproduktion wirken.
Dass der Porzellanteint mit zunehmendem Alter immer seltener wird, ist eine Folge der Schwerkraft. Erweiterte Poren ergeben sich nämlich auch durch den Spannkraftverlust der Haut. Die immer fauler werdenden Fibroblasten produzieren nicht genügend Kollagen, um die Haut straff zu halten - und lassen damit der Schwerkraft freien Lauf. "Erweiterte Poren bei reifer Haut sind von der Form her eher elliptisch", stellt Dawid immer wieder fest, und Produkte, die die Zellerneuerung stimulieren, seien deshalb ganz besonders wichtig.
Gegen erweiterte Poren wird eine ganze Reihe unterschiedlicher Substanzen ins Rennen geschickt. Heilerde (dr. brandt), Zuckerderivate und Kastanie (Estée Lauder), Salicylsäure und Algen (Clinique) oder Java-Teeblatt plus Linsenextrakt (Sisley) sollen die Zellproduktion ankurbeln und die Hautausgänge verschließen.
Erweiterte Poren können allerdings oft auch eine "Nebenwirkung" ästhetisch-chirurgischer Aufpolsterungsmaßnahmen sein: Die Falten sind danach vielleicht gemindert, dafür kommen die Poren auf der aufgespannten Haut umso mehr zur Geltung.
Was aber in jedem Fall hilft: Ein sorgfältiges Make-up, das im Sinne der Lichtbrechung eine glatte Illusion und damit Ebenmäßigkeit an die Oberfläche zaubert. (Karin Pollack, Rondo, DER STANDARD, 21.9.2012)
>>>Zur Ansichtssache: Porentief rein
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