Gratisstrom: Google-Hupf

Kommentar | Günther Strobl, 20. September 2012, 18:54

Wem egal ist, dass Wasch-, Koch- oder sonstiges Verhalten an Dritte geht, wird den Gratisstrom gern akzeptieren. So soll es sein

Strom kommt jetzt noch aus der Steckdose, in Zukunft vielleicht auch von Google. Die US-Suchmaschine ist zu Wachstum verdammt, hat in ihrem angestammten Feld aber ziemlich alles abgegrast. Nun hält man Ausschau nach neuen Feldern. Strom ist offenbar so eines. Jahrzehntelang abgeschottet vor Eindringlingen bröckeln nun die Schutzmauern, die den Platzhirschen viele Jahre Monopolrenten garantiert haben. Ein kleines Gehäuse mit integriertem Chip könnte jetzt eine Schneise in das noch bestehende Mauerwerk sprengen. Kein Wunder, dass die Mehrzahl der Versorger bremst.

Ein intelligenter Zähler, der im Gegensatz zum analogen den Stromverbrauch sekundengenau aufzeichnen kann, öffnet Quereinsteigern die Türen. Zwar können auch etablierte Versorger mit neuen Tarifmodellen experimentieren; Erfahrungen aus dem Telekombereich zeigen aber, dass Newcomer oft vifer sind und bessere Ideen haben.

Gute Sache

Google hüpft anderen hier weit voraus. Wenn technisch möglich, will der Suchmaschinenkonzern Strom verschenken - gegen einen Blankoscheck zur Datenvermarktung. Anders als bei Benützung der Suchmaschine wird man wohl einen Vertrag in die Hand gedrückt bekommen, aus dem hervorgeht, auf was man sich einlässt, wenn man zustimmt. Wem egal ist, dass Wasch-, Koch- oder sonstiges Verhalten an Dritte geht, wird den Gratisstrom gern akzeptieren. Wer Bedenken hat, muss nicht. So soll es sein. (DER STANDARD, 21.9.2012)

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24 Postings

das wird der geiz-ist-geil-unterschicht sicherlich vortrefflich gefallen!

... heimliches Lob fuer Smartmeter?

1. E-Nova wie vorgeschlagen ist gut aber nicht genug (denn das betrifft nur Neugeräte aber nicht den aktuellen Verbrauch)
sondern
30% des aktuellen Stromverbrauchs von Haushalten als FREIKONTINGENT
-- also Frei kWh, zb 1000 Frei kWh / Monat --
bei zugleich 50% Mehrpreis für den Mehrverbrauch
bringt
sofortige Senkung des aktuellen Stromverbrauchs UND ist eine Hilfe für Leute mit wenig Geld (weil beim Einsparen bis unterhalb des Freikontingents einfach keine Stromrechnung zu zahlen ist aber trotzdem etwas gekocht/geheizt werden kann)

2. um zu wissen, wieviel Strom man verbraucht, muss niemand mit einem "Smart Meter" bespitzelt werden (aus dem sich sogar rekonstruieren lässt, welches TV Programm (!) gerade angesehen wird siehe

siehe http://www.grower.ch/forum/arc... 55101.html ...)
sondern
dazu genügt ein Leistungs-/VerbrauchsMessgerät um 15,- vom Elektronikmarkt zb Conrad.at

3. vor allem INDUSTRIE darf von diesem PreisSystem keinesfalls "ausgenommen" werden (und schon gar keine "Rabatte" bekommen, wie es bisher "üblich" ist, denn das ist akute Korruption zugunsten von "Wirtschafts"treibenden)
-- Industrie ist zu 1/3 am Stromverbrauch schuld --

4. das "übliche" Geschwafel vom PlasmaTV ist verzichtbar: genau wie bei Energiesparlampen geht es dabei nur um das Bewusstwerden des Spargedankens; wirkliche Einsparungen, die quantitativ ins Gewicht fallen, sind NUR bei Maschinen (Klima, WerkstoffBearbeitung etc.) zu holen.

5. und nicht zuletzt: um ein Umsteigen von Strom auf Verbrennung (mit CO2, NOx ua Giftgasen) zu verhindern, sollte die gleiche Vorgangsweise bei Benzin/Diesel angewandt werden (und vor allem die Mindersteuer bei Heizöl beendet werden).
(dass Ölheizungen sogar in WIEN "gefördert" werden, darf ja wohl wirklich nicht mehr wahr sein ...)
https://ssl.heizenmitoel.at/foerderung/
(laesst sich nur mit ssl aufrufen, die wissen wahrscheinlich warum sie das so praktizieren ...)

mieser artikel... wieso sollte google im strommarkt mitmischen durch smartmeter?

der artikel ist klassischer standard-kommentar --> müll ohne hirn

Verstehe ich nicht

Was bringt das Smartmeter, sowohl Google als auch den Stromanbietern? Was bringt denen mein Stromverbrauchsverhalten zu kennen? Sehe den Nutzen irgendwie nicht.

Man kann damit zB Stromtarife nach Tageszeit anbieten

Mit den herkömmlichen Zählern wird praktisch immer bloß der Jahresverbrauch gemessen.

Mit dem Smartmetern kann man dann zB für die Spitzenlastzeiten (etwa von 11-13h) einen höheren Tarif ansetzten. Dadurch erhofft man sich das Verhalten der Kunden zu ändern und so die Leistung/Zeit-Kurve zu glätten.

Richtig Sinn macht das aber erst, wenn das "Smart-Grid" die Endgeräte steuern kann.
Also zB. wir produzieren grad alles aus regenerativen Quellen und haben eigentlich zuviel davon, jetzt laden wir mal die Warmwasser-Puffer der Wohnungen (elektrisch) auf.

Danke!

zwei klassengesellschaft

hohes einkommen + gute ausbildung = werden daten nicht hergeben

niedriges einkommen + schlechte ausbildung = werden daten hergeben, werden mit Werbung überschwemmt, konsumieren -> Armutsfalle

abgesehen davon, ist das natürlich kein anreiz Energie zu sparen, was blöd fürs Klima und letztendlich die Energiepreise nach oben treiben wird.... wenn es zu teuer wird, werden sich google und co vermutlich vertschüssen.

das heisst's dann ..

ich weiss wo dein haus wohnt

und nachdem du die tiefkühlpizza 5 min lang wärmst brauchst du wohl eine neue mikrowelle.

aber für gratisstrom können sie gerne. ausser es sind nur 1 bis 2 kwh im monat, grade genug um die werbung anzusehn und online zu bestellen.

Und wie kommt google an die Daten ?
Muß Google dazu Stromanbieter werden ?

Neben den Stromanbietern werden auch die Leitungs-provider Bescheid wissen über Kundenverhalten, nehm ich an .

den smart meter/grid hype kann man mit dem glühbirnenverbot vergleichen. da waren einige wenige große technologielieferanten aus dem IT-Sektor in Brüssel und haben gesagt, es muss etwas getan werden (dafür gibt es danach einen tollen job bei uns im aufsichtsrat oder vorstand...)

für den netzbetrieb benötigt man die ganzen daten nicht. lustig ist auch, dass derzeit die evus nur berechtigt sind den tageswert zu erhalten. das mehr ist purer luxus, den niemand benötigt.

die pv-einspeisung lässt sich auch mit weniger firlefanz erledigen.

Google wird einfach zum Zwischenhändler und installiert den Zähler

Datenanbindung hat heutzutage schon jeder zweite Haushalt und so sollte es kein Problem sein diese Daten live an Google zu übertragen.
Netter Nebeneffekt: es wird auch noch der gesamte "Google-Datenverkehr" personalisiert. Man weis ja nun wer wo wohnt.

ich kann mir nicht helfen, aber google ist die beste firma.

das öffnet aber auch neue felder lustigen daten-rowdytums: just exakt zur fussballübertragung schalten tausende haushalte die waschmaschine ein, eine kleine zeitschaltuhr sorgt für unerklärliche kurze preaks just wenn gar niemand zu hause ist etc. flashmob im stromnetz!
</ironie>
solange ich es verhindern kann kommt mir kein smartmeter vor die wohnung. und wenns nicht mehr zu verhindern ist werden wir sie hacken.

solange ich es verhindern kann kommt mir kein smartmeter vor die wohnung. und wenns nicht mehr zu verhindern ist werden wir sie hacken.

1. Könnens das nicht verhindern, da der Zähler Eigentum des EVU ist
2. Wäre Hacken in diesem Bereich als schwer kriminell einzustufen weil dadurch auch Stromdiebstahl machbar wäre.

Es stellt sich nur die Frage, wer außer den EVUs ein Interesse daran haben könnte zu wissen, wann ich meine Waschmaschine einschalte

Und nach dem Google selbst das EVU sein will, wem will es diese Daten verkaufen?

Google verkauft keine Daten ...

... Google verkauft Profile und liefert dann die "passende" Werbung. Den Anzeige-Kunden von Google ist es wurscht wann du deine Waschmaschine einschaltest, aber wenn sie rausfinden wie oft du wäschst, wann du kochst, wann du fernsiehst, wann du aufstehst, dann können psychologisch geschulte Marketing Leute rausfinden worauf du "anspringst" und schwups hast du passende Psycho-Werbung dafür ...

8 bis 8: konstant 1200 watt

bekommen sie gratis von mir

für gratisstrom kann google auch gerne die farbe meiner unterhosen veröffentlichen, vermarkten, weiterleiten, oder was auch immer...

"Personen, die Unterhosen in derselben Farbe wie Sie tragen, interessieren sich auch für ..."

Solange da keine Warpsignatur drin ist! :D

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