Wen spielt mit Europa Katz und Maus

Die EU und China wollen ihr Verhältnis vertiefen, vereinbarten Abkommen zu Klimaschutz und Innovation. Der jüngste Gipfel in Brüssel zeigte: Wirtschaftsinteressen sind wichtiger als offene Informationsgesellschaft

Mit der Zeit kann sich Chinas Regierungschef in der EU-Hauptstadt fast schon wie zu Hause fühlen. Er hat die Lage voll im Griff.

Die politischen und vor allem wirtschaftlichen Gespräche von Wen Jiabao mit seinen europäischen Partnern schnurrten Donnerstag beim jährlich stattfindenden Gipfel EU/China in Brüssel nur so vor sich hin. Zwar gab es kaum als Kritik zu entziffernde Hinweise von Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy auf Menschenrechtsverletzungen; oder zur Weigerung der Führung in Peking, seine Fluglinien am Emissionshandel zur Vermeidung von Treibhausgasen mitmachen zu lassen; oder auf die Sorge über die eskalierte Lage in Syrien und die chinesische Blockade im UN-Sicherheitsrat.

Aber das alles fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Journalisten wurden im abgeriegelten Palais Egmont des Außenamts nicht zugelassen. Eine zunächst auf nur fünfzehn (!) ausgesuchte EU-Journalisten plus zehn Kameras beschränkte Pressekonferenz wurde abgeblasen - auf chinesischen Druck. So war es auch schon vor zwei Jahren bei Wens vorletzter Visite, offiziell weil taiwanesische Journalisten nicht ausgesperrt worden waren. 2012 hätte die kleine Schar von Geladenen Wen ja auf Assad ansprechen können. Sollte nicht sein. In Brüssel sind fast 1000 Journalisten aus aller Welt akkreditiert, Auftritte der Staatsgäste vor der Presse bei freiem Zugang die übliche Regel.

Chinas Premier, der seit zehn Jahren an der Macht ist und in den nächsten Monaten abgelöst wird, wollte sich seinen Abschied offenbar nicht durch unpässliche Fragen verderben lassen, was den Protest des Verbandes europäischer Journalisten zur Folge hatte.

Umgekehrt kritisierte Wen in seinem Eröffnungsstatement beim Treffen, dass die Union nicht das 1989 wegen des Massakers von Tiananmen verhängte Waffenembargo aufhebe, China nicht als freie Marktwirtschaft anerkenne.

Europäische Diplomaten konstatierten, das Treffen habe kaum Fortschritte gebracht. Außer einem Abkommen über intensivere Kooperation beim Klimaschutz, bei der technologischen Zusammenarbeit und Besuchsprogrammen blieb nicht viel übrig.

Verständigung ausbauen

China kündigte vage an, sich mit dem Kauf von Staatsanleihen an der Lösung der Eurokrise zu beteiligen. Drohungen der Europäer, mehr gegen Emissionen zu tun, konterten die Gäste mit der Ankündigung der Aussetzung von Bestellungen bei Airbus im Umfang von 14 Milliarden Euro. Aufgrund der immens wachsenden Wirtschaftsbeziehungen - China ist zweitgrößter Importeur nach den USA und größter Exporteur in die EU -, wies Barroso darauf hin, dass man den Weg der Verständigung und des Vertrauens weitergehen wolle.

Der Handel habe sich in zehn Jahren vervierfacht. In einer Partnerschaft der Freundschaft müssten auch "Dinge" diskutiert werden, bei denen man nicht übereinstimme, so Barroso in seiner Tischrede hinter geschlossenen Türen. Vor der Presse erschienen er und auch Van Rompuy aber nicht. (Thomas Mayer, DER STANDARD, 21.9.2012)

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Zur gefälligen Information!

Es gibt schon viele dumme Leute, aber dass man zurück zum Schilling will ist die Krönung!
Alleine die Umstellkosten verteuern alles und kein Mensch investiert in Schillingen, dass war auch früher nicht so.
Man hat in DM investiert!
Ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass einige "Politiker" hier das Land ruinieren möchten?!
Dieser Beitrag ist nur insgesamt 7 Tage verfügbar und klärt ordentlich auf!
http://tvthek.orf.at/programs/... rt-Spezial

naja ich habe nie versucht den Italienern zu helfen...
Klar haben wir ab und zu Ferien in Italien gemacht aber das ist schon alles...

Ich wollte ja im Sommer nach Rom kommen um mir diese Stadt genauer anzusehen...naja ist leider nichts draus geworden...was solls
Die Wege des Herrn sind unergründlich...
Dafür sende ich am Papst ein kleines Present...mal schauen ob der Stellvertreter Christi das versteht

naja, wenn so jemand nach europa kommt sind fragen nach assad und tibet einfach nur schad um die zeit.
wenn er vorbereitet ist, setzt es irgendein blabla, wenn nicht sagt er einfach, china wird sich mit dem problem beschaeftigen.
unpaessliche fragen ...
man koennt ihn auch fragen was die chinesische fussballnationalmannschaft so treibt und wann china plant beim skiweltcup mitzumischen. das sind sicher ganz wichtige fragen ...

Wirtschaftsinteressen ...

... bringen Kohle.

mM

Airbus Kauf-Absage eine Drohung?

Ich finde nicht, dass es eine Drohung war. Es zeigt nur, dass man den Chinesen nicht so stümperhaft mit Doppelmoral kommen kann.

Wer von emissionsfreudigen Produkten lebt, der kann schwer auf Emissionen rumtrampeln, ohne dumm dazustehen. Weshalb verkaufen die Europäer nicht etwas, das dem Bevölkerungsproblem China's beikommt? Die Chinesen brauchen keine Fertigprodukte (die können sie selber kopieren). Was ihnen fehlt sind Ideen. Davon haben wir in Europa mehr als wir brauchen können.

Flash-News: Es geht um die Kohlen!

China weist uns den Weg in unsere eigene Zukunft: Überbevölkerung, Einkommensschere, Massenverarmung, Gleichschaltung, Ressourcenengpässe, Spekulationsblasen, Land-Grabbing, politische Unterdrückung und die Annektion souveräner Staaten. Kauft nur fleißig China-Ware, auf dass wir diese Zustände bald bei uns haben und dabei Geld sparen.

Ein vernunftbegater Händler achtet darauf, mit wem er Handel treibt. Man kauft nicht bei einem Dieb ein, auch wenn seine Ware noch so billig ist. Leider sucht man am globalen Markt, der Blind für den Wert von Vernunft und Redlichkeit ist, solche Grundsätze vergeblich. Wir sind wieder im Zeitalter der kriminellen Kolonialwarenhändler angelangt. Nur dass jetzt wir die Kolonie sind. Selber schuld.

sie vergessen das china der neue ist. all das was sie beschreiben hat z.b. GB mit china schon mal gemacht. haben die chinesen kein recht auf einen ausgleich?

Die lachen uns aus

Wir beschäftigen uns selber mit Klimaschmus, Parkpickerl und Mariahilferstraße,

die Chineser kaufen inzwischen alle Rohstoffe, klauen unsere Technologie und machen uns wirtschaftlich fertig.

In 10 Jahren werden wir die "low cost region" für China. Mit Millionen billiger, verarmter Arbeitssklaven.

Aber Hauptsache, jemand aus dem 15. kann nimmer im 17.Bez parken.

auch die griechen spielen mit barolo und co seit jahren katz und maus

da sieht man's wieder

china hat mittlerweile die wirtschaftliche abhängigkeit zur EU so stark in der eisenzange das sie uns sogar schon umweltpolitische themen aufzudrängen...

zwar ist china von der EU als abnehmer der billigproduktionen (unter anderem) abhängig, doch sind die geopolitischen verhältnise in europa momentan leider so, dass es nicht möglich ist das als "vorteil" zu nuten um seine interessen gegenüber china durchzusetzen...

wen, wo, wan , die chinesischen namen sind echt ein traum...

hab die schlagzeile dreimal lesen müssen um zu kapieren, dass es kein prohaska ist

Auch ein interessantes EU-Thema: "CleanIT" - "Sauberes" Internet wie im Iran ...

Damit man das nicht völlig aus den Augen verliert: Hier gibt es offenbar das nächste EU-Projekt zur Überwachung des Internets und seiner User!

Der dazu gehörende Entwurf ist mit "Vertraulich. Nicht zu publizieren." gekennzeichnet ...

Dazu viele unglaubliche Details in einem Artikel vom E. Moechel unter:

http://fm4.orf.at/stories/1705281/

Weitere Infos:

http://netzpolitik.org/2012/clea... nd-halten/

Und die Projekt-HP:

http://www.cleanitproject.eu/

Alles sehr bedenklich - sollte wohl ein bedeutend größeres mediales Echo haben ...

Schutzzölle für asozial produzierte Produkte - aber sofort!

Schutzzölle für einheimische Produkte!

Die Art und Weise, wie etwas hergestellt wird lässt sich kaum bis gar nicht feststellen oder zuverlässig überwachen (Schmiergelder "bereinigen" jede schiefe Optik).

Der Zoll hat einen guten Grund. Er ist der einzige Schutz vor Importen, welche die heimische Wirtschaft (und damit auch den Exporteur!) zerstören können. Das ist weder unfair noch altmodisch. Das ist notwendig. Eine Gleichbehandlung demografisch abweichender Märkte ist nicht nur blöde, sie ist fatal für alle Teilnehmer.
In Afrika hat man die Textil- und Agrarindustrie komplett abgewürgt (millionen Arbeitslose), weil Europäer und Chinesen deren Märkte mit geförderten Überschüssen überschwemmen. Jetzt wird Land an China verkauft, weil die dummen Importeure pleite sind.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy sind nur die Figuren und ich weiss nicht, warum der Wen mit dennen ubehaupt spricht.

chinesen lieben spielen

...weiss jeder der länger in china war, dessen radius aus den shanghaier nobelvierteln hinausreichte und das weiter als bis zum öst. cafe oder dem frühstücksbuffet im kempinski.
katz und maus spielen im business können chinesen besser als alle anderen.
grenzenlose gier, naivität, gepaart mit größenwahn und ignoranz einer anderen kultur gegenüber haben die europäer (nicht nur die) bis heute zum spielball eben dieses spieles gemacht.
und dass sich europäer 23 jahre nach der wende immer noch wundern, über den tisch gezogen worden zu sein, zeigt das sie immer noch immun sind dazuzulernen.
chinesen haben übrigens nix gegen starke spielpartner sie freuen sich meiner erfahrung nach sogar wenn ihr gegner die regeln gelernt hat und anwendet.

Habe schon wieder was vom Chinesen gekauft,

außen sieht es aus wie normal, aber irgendwo steht dann das VRC oder "Made in China"

Verflixt und zugenäht!

und die menschenrechte???

ach,wen juckt`s

Jucken die irgendeinen Hedgefonds-Manager, der auf steigende Maispreise setzt?
Jucken die den IWF, wenn er in Griechenland die nächsten Sparmaßnahmen durchsetzt?

und sie kriechen vor ihm - ALLE !

Off Topic

Sie meinen "unpassende" Fragen, nicht "unpässliche" Fragen. Eine Frage kann nicht unpässlich sein.

und wenn die frage sich unpässlich fühlt, geht sie nach hause!

Wen lässt sich von den Angebern nicht täuschen!

Gradmesser ist das Soll und Haben.

"...Drohungen der Europäer, mehr gegen Emissionen zu tun, konterten die Gäste mit der Ankündigung der Aussetzung von Bestellungen bei Airbus im Umfang von 14 Milliarden Euro. "

Hat jemand jemals ein "Drohung der Europäer" gehört die z.B. an die USA gerichtet war und darauf abzielte diese von der weiteren Fertigung von 30 Liter Sprit fressenden Autos abzuhalten? Ich meine wo doch keinerlei Notwendigkeit für derlei Autos besteht und 3 Liter Autos längst in Serie produziert werden!??

Es will hier doch keiner ernsthaft glauben dass die paar Flugzeugemmissionen mehr Schaden anrichten (sofern man an das Klimamärchen glaubt ...) als die Millionen von 30-Liter-Autos bei uns und in den USA?

Sie sind noch sehr jung? Nicht wahr

Und waren lange einer linksalternativen Lehrerin ausgesetzt.

Bitte nennen sie einen 30l/100km PKW Nur einen!
Allenfalls große LKW (Sattelzugmaschinen) erreichen diese Verbräuche, die ziehen aber auch 40t.

Selbst ein 500PS BMW läßt sich in der Stadt unter 18l fahren, und von denen gibts ein paar hundert weltweit.

Die letzten Pkw dieser Verbräuche wurden in den frühen 70ern hergestellt und sind auch in den USA gesuchte Oldtimer und stehen nurmehr im Museum herum.

Tuns also nicht kindisch sein.

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