Bayern wähnen sich auf richtigem Weg

  • Javier Martinez (links) hat beim Europacup-Debüt für die Bayern nicht brilliert, der Spanier hat aber zum Beispiel Valencias Mexikaner Andres Guardado nicht an den Ball gelassen.
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    Javier Martinez (links) hat beim Europacup-Debüt für die Bayern nicht brilliert, der Spanier hat aber zum Beispiel Valencias Mexikaner Andres Guardado nicht an den Ball gelassen.

Die Bayern haben ihre Dämonen vertrieben, die CL-Final-Niederlage soll nach einem Sieg über Valencia abgehakt sein

München/Wien - Vor vier Monaten durchlebte der FC Bayern das "Drama dahoam", unterlag im Finale der Königsklasse in der Allianz-Arena als über weite Strecken bessere Mannschaft dem FC Chelsea schließlich im Elfmeterschießen. Bastian Schweinsteiger war damals mit dem vorentscheidenden Versuch gescheitert, Didier Drogba hatte sich recht herzlich bedankt und den entscheidenden Elfer verwandelt.

Am Mittwochabend leitete ausgerechnet Schweinsteiger zu der Bayern Start in die neue Champions-League-Saison mit seinem Treffer den 2: 1-Heimerfolg gegen den FC Valencia ein. Toni Kroos, wie Schweinsteiger nach der EM als einer der Schuldigen des Scheiterns der Deutschen im Halbfinale gegen Italien ausgemacht, sorgte gegen die Spanier für die Vorentscheidung. Deren Anschlusstreffer durch den paraguayischen Ex-Dortmunder Nelson Valdez kam zu spät, um den Bayern noch nachhaltig den Abend zu verderben.

Marathon noch nicht beendet

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gab wie Präsident Uli Hoeneß seiner Erleichterung Ausdruck, warnte aber vor Euphorie: "Das ist wie ein Marathon, und wir haben gerade 1,2 Kilometer hinter uns und hoffentlich noch 40 vor uns. Wir dürfen nicht den Fehler machen und jetzt schon ans Finale in London denken." Das steigt am 25. Mai 2013, und bis dahin haben die Bayern noch viele schwere Wege, zum Beispiel schon am Samstag in der Bundesliga nach Gelsenkirchen zum Schlager gegen Schalke 04, das schon am Dienstag zu Christian Fuchsens Champions-League-Debüt Olympiakos Piräus auswärts mit 2:1 besiegt hatte.

Da wirkte es auf die Bayern beruhigend, dass der Spanier Javi Martinez, mit 40 Millionen Euro Ablösesumme für Athletic Bilbao die bisher teuerste Neuerwerbung, allerdings wenig überraschend sein Können gegen Valencia nicht völlig verbergen konnte. "Ich denke, dass es schon gut war. Javi ist ein intelligenter Spieler. Er macht sehr viele Dinge richtig", meinte Schweinsteiger. Er habe seine Klasse "aufblitzen lassen" , sagte Trainer Jupp Heynckes, aber man könne von Martinez "noch viel mehr erwarten, das braucht Zeit". Die Marca attestierte Martinez, dass er seine Aufgabe "auf große Weise" erledigt habe, der 24-Jährige selbst reichte das Kompliment artig weiter: "Nicht nur das Zusammenspiel mit Bastian Schweinsteiger hat hervorragend geklappt, sondern auch das mit allen anderen. Bayern ist eine großartige Mannschaft, das macht vieles einfacher."

Sehnsucht nach Alaba

Die Verpflichtung von Martinez und des brasilianischen Abwehrspielers Dante, der von Mönchengladbach kam, haben dagegen die Situation von David Alaba nicht einfacher gemacht. Der 20-jährige Wiener, in der vergangenen Saison der beste Newcomer der deutschen Bundesliga, ist nach seinem im Juli erlittenen Ermüdungsbruch im linken Fuß drauf und dran, wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen.

Das erste Saisonspiel von Alaba ist noch nicht abzusehen, abzusehen ist aber, wer am ehesten für ihn weichen muss. Holger Badstuber, der nur sehr ungern statt wie gewohnt in der Innenverteidigung auf der linken Abwehrseite spielt, wird es eher nicht sein. Badstubers angestammte Position bekleidet neben Dante vorerst Kevin Boateng, für den es eng werden dürfte, wenn ein fitter Publikumsliebling namens Alaba Badstuber erlösen könnte. (sid, red, DER STANDARD, 21.9.2012)

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