Wien: Widerstand gegen Schönborns Reformpläne

20. September 2012, 17:14

Pfarrerintiative, Laieninitiative und "Wir sind Kirche" gegen Zusammenlegungen zu Pfarren

Wien - Die Pfarrerinitiative droht mit Widerstand gegen den von Kardinal Christoph Schönborn geplanten Umbau der Erzdiözese Wien. Es ist unter anderem geplant, dass sich mehrere Priester aktiv in einer Pfarre engagieren. Diese Großpfarren sollen dann einer Reihe von "Filialgemeinden" untergeordnet sein. Schönborn hatte auch nicht ausgeschlossen, dass Pfarren geschlossen werden.

"Dagegen werden wir sicher Einspruch erheben. Wir werden notfalls auch dagegen aufstehen", sagte der Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, der "Presse". "Auf den Rückzug vieler selbst mit einem Rückzug zu antworten ist kein guter Weg."

Kritik von der Laieninitiative

Auch die Laieninitiative kritisiert die mit der geplanten Reform der Erzdiözese Wien einhergehenden Pfarrzusammenlegungen als "Unsinn". Die Kirche beweise damit, dass sie nicht fähig sei, Probleme wie Priestermangel und Katholikenschwund anders zu lösen, sagte der stellvertretende Obmann Peter Pawlowsky am Donnerstag. Dass den Laien künftig mehr Aufgaben zukommen sollen, sei hingegen "richtig".

Die Zusammenlegung ist laut Pawlowsky "eine Notmaßnahme, weil den Bischöfen nichts einfällt". Selbst Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils, das vor 50 Jahren einberufen wurde, ignoriere man beständig. Was der Laieninitiative wiederum gefällt ist, dass in den geplanten großen Pfarrgemeinden mehrere Geistliche in einer Gemeinschaft aktiv sein sollen. Pawlowsky: "Ein einfacher Priester in einer Landpfarre verkommt ja."

"Wir sind Kirche" hofft auf mehr Mitbestimmung

Die Initiative "Wir sind Kirche" hofft durch Reform auf mehr Mitbestimmung der Laien. Vorsitzender Hans Peter Hurka sieht darin die Chance für ein zeitgemäßes Gemeindeleben, wie er am Donnerstag sagte. Die geplante Zusammenlegung von Pfarren zu großen Gemeinden sei hingegen "kein glücklicher Umstand, weil es vieles durcheinanderbringt". (APA, 20.9.2012)

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16 Postings

Wir sind Kirche ..
Ihr agiert irgendwie wie kleine Kinder
Ihr zahlt Kirchenbeitrag - und der Beitrag geht an die Dioözese.
von dort werden die Pfarrer bezahlt
also im Kreis herum dorthin wo Ihr seid

Wenn Ihr euren Beitrag direkt in den Pfarren abgebt, ist er zuerst dort
dort kann bezahlt werden was gebraucht wird

und die Pfarren zahlen einen Teil an die Diözese

das Geheimnis ist der Kirchenaustritt
er befreit zur Selbständigkleit
er macht Wehgeklage unnötig

mit Gruß
Georg

Es gab nie ein Paradies!

Die Nahrungskette war schon immer auf Fressen u. Gefressen werden aufgebaut, lange bevor der Mensch kam. Er hätte es auch gar nicht weitererzählen können, er konnte nicht sprechen weil der Kehlkopf zu tief angeordnet war.
Es gibt also keine Erbsünde, wir brauchen keine Erlösung, das heißt aber nicht dass wir Zeitgenossen nicht lieb mit einander umgehen sollen. Dazu werden wir immer auch Anleitungen brauchen. Ob das eine Kirche macht?
Ganz blöd finde ich auch bei der Idee der Wiedergeburt dass man einem Behinderten nicht helfen darf, weil er dann seine Sünden des Vorlebens nicht tilgen kann u. wieder als Behinderter geboren wird. Ist doch wirklich billig, diese Ausrede.
Wenn schon Wiedergeburt, dann mit neuer Identität.

Schönborn ist ein echter Manager!

Theologischen Problemen mit logistischen Änderungen begegnen zu wollen - ich weiß nicht ob das die richtige Lösung darstellt.

Welche theologischen Probleme? Glauben Sie die Mehrheitsbevölkerung interessiert sich für theologische Dispute?

Ich denke, dass die Kirche wird massentauglichere Rezepte finden muss. Man könnte viel von Evangelikalen oder Islam-predigern lernen, die etwa das Internet gekonnt nutzen. (Bekehungsvideos; keine Theologen, sondern Ex-Boxer, Ex-Rapper; Keine Toleranz-Ökumene, sondern offensives Vertreten und Aufzeigen von Widersprüchen bei anderen Religionen; Gängige Phrasen, die jeder versteht, wiederholen und popularisieren)

Leidenszeit

Die Katholiken leiden unter den Persönlichkeiten welche vor 50 Jahren in den Priesterhäusern gebildet wurden. Jeder ist in irgend einer Weise verschroben - kein Wunder.
Dem Volk sollte die volle Wahrheit über die christl. Religion incl. aller neuen Forschungsergebnisse bekannt gemacht werden.
Eine neue Software wäre für das Betriebssystem erforderlich. Dieser Papst macht deutlich: so kann es nicht weitergehen.

aufgabe des "ursprünglichen" pfarreiprinzips?

mit der folge, dass man dann auf einer pfarrei verschiedene glaubensgemeinschaften hat? ich glaube nicht, dass s.e. richtig einschätzt wo das endet...

es wäre alles viel einfacher, wenn es das altarsakrament in konservendosen beim billa gäbe

und?

Reorganisation

Ich hoffe, dass Alle, die gegen diese mE. sinnvolle Umorganisation sind, auch Kirchensteuer bezahlen.

Und ich könnt mir wiederum lebhaft vorstellen, dass die "Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich" mit ihrer kostenlosen Mitgliedschaft bald die vom Gesetz geforderten 300 Mitglieder hat... ;-)

keine Sorge

Die Superchurches auf der grünen Wiese wie in den USA wird es bei uns mangels evangelikaler Messiase nicht spielen.

verklickt

Meine Antwort bezieht sich auf donna camilla, 20.9.2012, 17:53, unten.

es ist aber bedenklich, wenn auf die Gläubigen kein Verlass ist ..
wie ist das bei den Katholiken, wenn die Kirchensteuer abgeschafft wird ?
wenn in den Pfarren gesagt wird: gebt 2 % von eurem Einkommen,
gehen dann die Katholikern hinaus und rufen aus:

HA-HA, der kann Mich mal ! ?

Greißlersterben Wie war das mit den Greißlern noch schnell?

einer nach dem anderen hat zugesperrt, zu den Supermärkten kommt man nur mehr mit dem Auto. Lange Wartezeiten, Schlangestehen, persönliche Betreuung null, wenn man was braucht muß man die Angestellten zwischen den Regalen suchen gehen, niemand fühlt sich für den Betrieb noch zuständig. Die Alten die nicht mehr so mobil sind,konnten in ihre Pfarre noch hinkommen. Sich im Netz zusammensuchen wo die nächste Messe grad wär, selber noch mit dem Auto hinfahren, mit den öffentlichen, wer kann das dann noch,. Jesus hat gesagt geht hinaus und verkündet … was verkünden Sie jetzt, das zusperren. Super Herr Kardinal.

Was wollen sie in diesem Verein mit dem Hinweis auf Jesus erreichen? Der steht mit seinem Vorbild der Gier der Kirche nur im Weg!

ps
wir haben ja einen Chauffeur und eine Privatkapelle. Das alte Muatterl , das einmal in der Woche noch unter die Leut gekommen ist, wo sie sich geborgen gefühlt hat, kann sich die Mess dann im Radio anhören.

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