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Die Musik war nicht die einzige Leidenschaft John Cages - der Komponist war fanatischer Pilzsammler.
Südtirol/Nordtirol - Mit einem zweitägigen Programmschwerpunkt ehrt das Festival für zeitgenössische Musik Klangspuren den US-amerikanischen Musiker und Komponisten John Cage. Cage, der am 5. September 100 Jahre alt geworden wäre, hat wie kein anderer die Musik des 20. Jahrhunderts radikal erneuert. Viele seiner Kompositionen gelten als Schlüsselwerke, etwa sein "silent piece" 4'33 in drei Sätzen. Vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden lang erklingt kein einziger Ton.
Neben der Musik liebte Naturhuldiger Cage auch die Pilze. Wie besessen sammelte der Hobby-Mykologe Pilzbücher und Pilze. Bisweilen verkaufte er seine Funde an Luxushotels, um sein Einkommen aufzubessern. Seine Mushroom Music schickt den Pianisten in den Wald, um sich einen Pilz zu suchen, und gibt Anweisungen für die Zubereitung desselben. Das Stück endet damit, dass der Interpret den Pilz verzehrt.
Morgen, Samstag, startet der Cage-Schwerpunkt in Moos in Passeier mit einer Naturparkexkursion und kulturhistorischen Pilzbetrachtung mit dem ebenfalls schwammerlbegeisterten Komponisten Georg Friedrich Haas, der heuer bei der Klangspuren-Eröffnung mit der Uraufführung seines Werks Tetraedrite begeisterte. An drei Orten (Moos in Passeier, Timmelsjoch, Obergurgl) interpretiert die Pianistin Sabine Liebner Cages vierteiliges Klavierwerk Etudes australes. Für dieses Werk übertrug Cage die Sternenkonstellationen einer Himmelskarte der Südhalbkugel auf Notenpapier. Die russische Sängerin Natalia Pschenitschnikova und die indonesische Performerin Melati Suryodarmo werden an mehreren Stellen entlang der Timmelsjoch-Hochalpenstraße aus den Song Books von John Cage vortragen. (Dorothea Nikolussi-Salzer, DER STANDARD, 21.9.2012)
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