Firmenpleiten legen heuer deutlich zu

  • Am häufigsten kreiste der Pleitegeier über Handel, Baubranche und Gastronomie.
    foto: apa/holger hollemann

    Am häufigsten kreiste der Pleitegeier über Handel, Baubranche und Gastronomie.

  • Artikelbild
    vergrößern 700x617
    grafik: apa

Die Zahl der eröffneten Verfahren erhöhte sich bis September um 8,7 Prozent auf 2.663, die Anzahl der Privatinsolvenzen blieb stabil

Wien - Die von vielen Wirtschaftsforschern nach unten revidierten Konjunkturerwartungen bestätigen sich bereits in der jüngsten Insolvenzentwicklung. In den ersten drei Quartalen 2012 sind die Firmenpleiten in Österreich deutlich nach oben geschnellt. Die Zahl der bei Gericht eingebrachten Insolvenzanträge sei gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 2,2 Prozent auf 4.690 gestiegen und die Zahl der tatsächlich eröffneten Verfahren kletterte um 8,7 Prozent auf 2.663 Fälle, geht aus der aktuellen Hochrechnung des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) hervor.

Meist Handel betroffen

Die meisten Insolvenzen trafen heuer den Handel, der mit 916 Fällen die Baubranche überholte (754 Fälle). Dahinter folgte die Gastronomie mit 596 insolventen Betrieben. Den eklatantesten Anstieg bei den Pleiten verzeichneten Salzburg (plus 84 Prozent), das Burgenland (plus 35 Prozent) und die Steiermark (plus 16 Prozent).

Die Zahlungsunfähigkeit von Arbeitgebern gefährdete heuer bisher 11.472 Jobs - in der Vorjahresperiode mussten 10.622 Mitarbeiter um ihre Stellen fürchten. Pro Woche werden laut AKV 120 Betriebe und 208 Privatpersonen insolvent.

Zahl der Privatinsolvenzen stabil

Die Zahl der Privatinsolvenzen blieb in den ersten neun Monaten mit 7.278 (Vorjahresperiode: 7.281) eröffneten Verfahren weitgehend stabil. Der Grund dafür liege aber nicht in der wirtschaftlichen Erholung der Bevölkerung, sondern in den erschöpften Kapazitäten der Schuldnerberatungen, Gerichte und Gläubigerschutzverbände, so der AKV. 826 Fälle wurden mangels Masse abgewiesen.

Bei den Unternehmensinsolvenzen legten die Gesamtpassiva heuer bisher von 2,04 auf 2,71 Mrd. Euro massiv zu - vor allem im dritten Quartal 2012 schlitterten noch zahlreiche Firmen in die Zahlungsunfähigkeit. In den ersten beiden Quartalen hatten die Passiva erst 1,3 Mrd. Euro betragen. Die größte Insolvenz entfiel auf die CE Gas Marketing & Trading GmbH in Wien mit Passiva von 124,5 Mio. Euro - unter die Top-20-Großinsolvenzen reihen sich zudem die Bogner Edelstahl Gesellschaft m.b.H. (44,3 Mio. Euro) und die Neckermann Versand Österreich Aktiengesellschaft in Graz (40,4 Mio. Euro).

Die Passiva bei den Privatinsolvenzen erhöhten sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von in Summe 733 auf 777 Mio. Euro. Folglich liegt die Durchschnittsverschuldung bei rund 96.000 Euro pro Person und steigt mit zunehmendem Alter. Während Schuldner bis 24 Jahre im Schnitt mit 29.000 Euro in der Kreide stehen, haben Über-60-Jährige im Schnitt 239.000 Euro offen. Die meisten Privatinsolvenzen entfallen mit einem Anteil von 41,74 Prozent auf Wien. (APA, 20.9.2012)

Share if you care
16 Postings

gesunkene umsätze und 3,6 % lohnerhöhungen machen dem handel halt doch zu schaffen.

mehr umsätze für die großen ;-)

vlt trennt man ja irgendwann einmal große gehaltsverhandlungen von kleinen?

bin gespannt ob wir dieses jahr, trotz der zahlen wieder die 3% knacken....

als kleine firma würde ich mir halt in den a beißen, wenn ich mit meinen pflichtbeiträgen immer die großen unterstütze ;-)

Mein Gott´na, gehen paar ein paar Kleine ein, dafür scheffln halt die Großen um so mehr! Oder?

Tief in unseren Eingeweiden wissen wir, das daran etwas nicht stimmt!
Peinlichst berührt hat die "Sozialministerin" Deutschlands eine Stellungsnahme zu der eklatant zunehmenden Einkommensverteilung in Dutschland etwas gestottert, in Österreich wird dies nicht einmal ignoriert!
In der alten UDSSR hat es Stimmtzettel mit nur einer Partei gegeben - heute bin ich ja schon überzeugt das dies wirklich ehrlicher war!
Die dauer dämmlich grinsenden Sozialisten, Nadelstreifgewerkschafter und Konzern- und Banken ÖVP´ler die gar nicht mehr wissen wie schnell man Geld drucken muß um es sich in die eigene Tasche zu stopfen, tragen die Demokratie als Opfer auf den Altar einer Finanzdiktatur. Ich bedaure die kommenden Generationen - sie werden Bluten!

Was ist eigentlich mit der Reform des Privatkonkurs???

wird dieser wieder mal vom schwarzen Justizministerium verschleppt??

Seit Jahren versprochen und doch immer wieder von der Banken und Bonitätslobby verhindert!

Das Insolvenzrecht ist doch eh schon reformiert oder was meinens?

Wozu brauchen Sie einen Privatkonkurs?

Ich verstehe, dass der Privatkonkurs oder Ausgleich nötig war in Zeiten, als der Komplementär in der KEG noch die volle Haftung übernahm. Da man heute da eine Limited und GmbH hineinsetzen kann, braucht der Unternehmer nicht mehr privat voll zu haften. Früher war hier der Privatkonkurs nötig, ich kenn leider einen, der in einem Großprojekt jetzt 500.000€ Schulden hat und mit Firmengeflechten herumtricksen muss, damit er überhaupt noch arbeiten kann. Bei den par die sich überschuldet haben, waren die Banken bei Schulden bis 20.000€ mit einem Schuldenschnitt einverstanden. Es kann mir keiner erzählen, dass jemand ohne Eigenverantortung mit mehr als 20.000€ verschuldet ist. Wenn doch kann er seine Geschichte Medien oder Zeitungen verkaufen.

Privatkonkurse braucht man, weil immer mehr leite den umgang mit geld nicht lernen. Das sind ja nicht alle ehemalige unternehmer, die da in konkurs gehen. Viele verschulden sich mit:
Mietvertrag
Handy
Internet
Leasing auto
Leasing fernseher, einrichtung, pc etc
Und natürlich aller freund: die kreditkarte
Vlt noch nen kleinen kredit dazu und das desaster ist perfekt

Unternehmen, welche in Ö bleiben, die werden noch mehr vom Bankrott bedroht sein!

Bei Zwangsabgaben, welche bis über 50% der Wertschöpfung der Menschen im Unternehmen (Arbeitgeber und Arbeitnehmer!) betragen, da sind doch Bankrotte auch kein besonderes Wunder.

Es geht zunehmend ums Überleben der Unternehmen, für welche die Flucht aus Österreich eine Notwendigkeit sein wird. Das gilt wenigstens für die Unternehmen, welche auch flüchten können.

Die weitere Beschädigung der Menschen der Realwirtschaft ist auch schon geplant, weil ja das einnahmenseitige Sparen bis 2016 schon fixiert ist.

Die Unternehmen werden also noch mehr in den Bankrott gehen müssen, bzw. flüchten müssen. Die Regierung kommt dem Endziel näher. Ein Riesengroßer geschützter Bereich und Mio. Transferleistungsbezieher, alles unter Kontrolle!

insbesondere natürlich Baubranche, Handel und Gastro

Die werden ja sowas von ins ausland gehen die Unternehmer die...und ab sofort aufhören mit dem bauen in österreich, und du wirst dir dein bier jetzt vom rumänischen Wirten bestellen & der chinesische Händler lieferts denn... jaja genau diese drei branchen sind ganz sicher wegen diesem bösen Steuersystem das für alle hier gilt unglaublich stark benachteiligt!

...da ist ganz sicher nichts anderes daran Schuld -
etwas das dem ganze zu Grunde liegt...
-> Fiatmoney (wikipedia)
-> Where does money come from (youtube)
-> und Menschenverstand: Unendlieche Gier ohne Grenzen (zwangsweise durch unser system bedingt - siehe obige 2 Punkte) ergibt unendliche Unterschiede zw arm (80% der Ösis) und absurd Reich (nein keine 20%).

Zum Menschenverstand!

Die Unternehmen werden also noch mehr in den Bankrott gehen müssen, bzw. flüchten müssen.

Diese Formulierung beinhaltet dann die Branchen, welche nicht flüchten und trotzdem nicht weiter existieren können, weil diese eben den Betrieb einstellen. Für den Staat, die gesamte Gesellschaft, ist es am Ende egal ob die Unternehmen geflüchtet sind oder in Österreich bankrott geangen sind. Es gibt dann eben die Leistungen nicht mehr, also können diese auch nicht vom Staat abgeschöpft werden.

Das Fiat Money, ungedeckte Währungen, sind immer ein Problem, ein Problem gewesen. Diese wurden auch immer von ungezügelten Staatsausgaben zerstört.

Die Zinsen sind in Ö aber nur etwa 8 Mrd. von 158 Mrd. an Staatsausg., das Problem liegt auch woanders.

ja finde ich auch immer einen interessanten gedanken

man könnte ja endlich darüber aufklären, dass mozart eigentlich in rumänien gewirkt hat, dann wäre salzburg schnell von touristen gesäubert...

Das Finanzkapital frisst sich durch die geselschaft bis das letzte Geld bei ihnen landet und wir nur noch um 900 euro arbeiten damit wir gerade mal so durchkommen ! Die finanzindustrie zieht das Kapital wie ein magnet an sich, und es wandert alles zu denn Eliten,ist ja auch logisch wenn die Eliten sich in keinster weise am allgemeinwohl beteiligen !! keine Vermögendsteuer,Erbschaftsteuer,spitzesteuer etc
und deshalb ist es auch Glasklar warum die Firmen alle zusperren und so langsam alles dahingerafft wird.Ist ja auch kein wunder wenn die mehrheit der Bevölkerung nur noch das nötigste zum leben kaufen kann dann werde viele Firmen auf der strecke bleiben !!

ned jammern, vollzeit arbeiten. wenns dann noch schlecht verdienen, habens was falsch gmacht.

Warum nennen wir die "Eliten" eigentlich noch Eliten?

Eliten ist nur ein anderer ausdruck für oberschicht oder halt die Finanzindustrie die das sagen hat

Zensur test.. nachdem der andere Beitrag nicht durchkam..

Nun, wir nennen sie weiterhin "elite" weil die andern Bezeichnungen ned durch die Zensur kommen.

Leistungsträger! :-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.