Erste "fahrradfreundliche" Straße Österreichs in Wien eröffnet

  • Der Bezirksvorsteher von Ottakring Franz Prokop, Wiens Fahrradbeauftragter Martin Blum und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (v.l.n.r.) haben das Verkehrsprojekt in der Hasnerstraße freigegeben.
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    foto: apa/dominique wittmann

    Der Bezirksvorsteher von Ottakring Franz Prokop, Wiens Fahrradbeauftragter Martin Blum und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (v.l.n.r.) haben das Verkehrsprojekt in der Hasnerstraße freigegeben.

Auf 2,5 Kilometern der Hasnerstraße haben Radfahrer bis auf Öffi-Kreuzungen immer Vorrang

Wien - Freie Fahrt für Radfahrer in Wien-Ottakring: Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat am Donnerstag Österreichs erste "fahrradfreundliche" Straße - die Hasnerstraße - eröffnet und sogleich ausprobiert. Konkret heißt das: Die Straße wurde verkehrsberuhigt, außerdem sind all jene, die dort unterwegs sind (auch Autofahrer), bevorrangt. Die Stadt Wien musste ein eigenes Modell der "fahrradfreundlichen" Straße entwickeln, nachdem "Fahrradstraßen" in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht wie gewünscht verankert wurden.

"Wir schreiben heute Radgeschichte in Wien und in ganz Österreich", verkündete Wiens Verkehrsstadträtin stolz vor Journalisten. In Deutschland seien sogenannte Fahrradstraßen längst üblich und in der dortigen StVO verankert: Dabei handelt es sich um eine Straße, die beinahe ausschließlich, bis auf den Anrainerverkehr, Radfahrern vorbehalten ist. Zudem dürfen Radfahrer nebeneinanderfahren und es gilt das allgemeine Tempolimit von 30 km/h.

Kein Nebeneinanderfahren in Wien

Mit dem Projekt der fahrradfreundlichen Straße hat sich die Stadt Wien dem deutschen Beispiel angenähert: Auf der 2,5 Kilometer langen Strecke in der Hasnerstraße darf ebenfalls höchstens Tempo 30 gefahren werden. Zudem haben Radfahrer auf nahezu allen Kreuzungen Vorrang, abgesehen von jenen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber auch Autos dürfen die Straße befahren und genießen nun ebenfalls den Vorzug des Vorrangs. Weiterer Unterschied zu einer "echten" Radstraße: Das Nebeneinanderfahren mit dem Drahtesel ist nicht erlaubt.

Laut Vassilakou liegen die Vorteile dieses Projektes für alle Verkehrsteilnehmer auf der Hand: "Für Radfahrer ist es bequemer und sicherer. Sie müssen nicht ständig stehen bleiben und wieder anfahren. Für Autos werden die Hauptverkehrsadern entlastet, weil die meisten Radfahrer es dann vorziehen werden auf dieser Straße zu fahren."

Markierung noch ausbaufähig

Erkennbar ist die fahrradfreundliche Straße anhand von Bodenmarkierungen: In regelmäßigen Abständen finden sich weiße Fahrrad-Symbole auf der gesamten Route. Zudem wurden an den Kreuzungen Verkehrsschilder mit einer Zusatztafel, die auf Radverkehr hinweisen, angebracht. Die explizite Ausschilderung als "fahrradfreundliche Straße" ist vorerst aber nur am Anfang und am Ende der Radroute angebracht.

"Es ist uns ein Anliegen, dass wir noch eine deutlichere Signalisierung für alle Verkehrsteilnehmer schaffen. Das ist der nächste Schritt und dazu wird in den kommenden Monaten ein Konzept erarbeitet", versicherte Wiens Fahrradbeauftragter Martin Blum. (APA, 20.9.2012)

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