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Wien - Noch vor ihrer Eröffnung Mittwochabend sorgte die Kunstmesse Parkfair für Aufregung. Ein Werk des Schweizer Künstlers Pirmin Blum wurde von Technikern des Stadion Centers gestern Nachmittag abmontiert. "Fuck" prangte in neonblauen Buchstaben auf einer Brüstung der Parkgarage des Einkaufszentrums in Wien-Leopoldstadt - eine Hommage an den chinesischen Künstler Ai WeiWei. Dieser Schriftzug sei Mittwochnachmittag von "dafür nicht autorisierten Leuten" abgebaut und somit aus einer kuratierten Ausstellung entfernt worden, so Raimund Deininger, Leiter der Galerie viertelneun, die den Künstler vertritt.
Laut einem der Kuratoren der Parkfair, Matthias Makowsky, rechtfertigte das Stadion Center den Abbau mit sicherheitstechnischen Bedenken, da das Kunstwerk nicht gegen Blitze abgesichert sei. Außerdem befinde es sich nicht mehr im angemieteten Gelände. Vertreter des Einkaufszentrums waren heute Vormittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Deininger ortet in dem Abbau einen Eingriff in die Kunstfreiheit. Rechtliche Schritte habe er bereits eingeleitet. "So kann man nicht mit Kunst umgehen. So etwas habe ich noch nie erlebt", so Deininger.
"Das Werk sollte keine Provokation darstellen, sondern ein schönes Statement", sagte Makowsky, "das wurde falsch aufgefasst." Vor dem Abbau seien die Kuratoren und der Künstler dazu aufgefordert worden, den Schriftzug selbst zu entfernen. Als sie dieser Forderung nicht nachkamen, seien die Techniker des Stadion Centers selbst tätig geworden. "Das ist natürlich ein großer Eingriff in die künstlerische Freiheit", meinte Makowsky. (APA, 20.9.2012)
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...dann ist's "Verschandelung" und "primitiv" und "Schmiererei" und "gehoert uebermalt", aber wenn's als Leuchtschrift auf einem Gebaeude steht, ist's tiefsinnige und schuetzenswerte Hochkultur? Aha.
Irgendwo mit Neonleuchtbuchstaben FUCK draufzuschreiben:
Manche sagen dazu: Es ist Kunst. - Andere sagen: Weird people doing crazy stuff.
Ich frag mich nur immer: Wen muss man eigentlich kennen, damit man mit solcher Kunst reich und berühmt werden kann.
Wer von den Kommentatoren die eine Huldigung an Ai WeiWei als Müll hinstellen hat sich den mit den Werken des chinesischen Künstlers jemals beschäftigt? Können nicht viele sein, wenn sie nicht einmal den Ai WeiWei Finger kennen.
Aber Faustschläge als Kunst deklarieren wollen? Das ist so beschämend und ein Armutszeugnis sich eine Meinung zu bilden ohne irgendetwas zu wissen. Das sind wirklich peinliche Beiträge und die Aktion des Abbaus gehört da mit dazu. Schrecklich welche Banausen sich einbilden über irgendwas den Mund aufzumachen oder gar Entscheidungen zu treffen. Einfach nur peinlich, diese Charade.
... wie wenig die freiheit der kunst noch ein wichtiges schützenswertes gut zu sein scheint. das hätt ich eher im kroneforum erwartet.
nein, ich hab das ding nicht gesehen - was vermutlich auf die restlichen poster ebenso zutrifft - und möglicherweise ist das kunstwerk nicht besonders gelungen (was ich nicht weiß).
aber die kommentare erinnern erschreckend an argumente gegen entartete kunst.
und wahrscheinlich krieg ich jetzt auch noch mehr rote als grüne stricherl...
Ebenso zweifelhaft ist aber die Tatsache, dass man als kunstaffiner Mensch anscheinend immer alles, was Kunst genannt wird, gut finden muss, um nicht der Intoleranz bezichtigt zu werden.
Das ist dann in sich schon wieder intolerant.
Man muss dem Individuum schon die Wahl lassen, was er als künstlerisch wertvoll betrachtet und was nicht.
Ich persönlich finde "Fuck"-Schriftzüge relativ einfallslos.
... und ich habe nicht argumentiert, dass alle kunst gefallen muss ("möglicherweise ist das kunstwerk nicht besonders gelungen"). ich finde "fuck"-schriftzüge auch nicht notwendigerweise ultrakreativ.
ich plädiere aber dafür, dass kunst als solche zu akzeptieren ist, auch wenn sie nicht gefällt. im artikel ging es darum, dass ein objekt einfach abmontiert wurde, und das ist nicht ok.
wer sollte denn sonst bestimmen, welche kunst ein recht hat, "gut" zu sein, und welche abzumontieren ist? sie? ich? nein nein, diese zeiten hatten wir schon.
Wenn ein Graffitisprayer "F***" auf die Hauswand sprüht, nennt man das Sachbeschädigung. Wenns ein "Künstler" mit Neonbuchstaben an die Wand eines Einkaufszentrum montiert, ist es "Kunst"?
Definitiv nein! Dieses Hineingeheimsen irgendwelcher Botschaften und Solidaritätsbekundungen mit Regimekritikern machen solchen Aktionen noch lange nicht zum Kunstwerk.
Was für ein dilettantischer Kurator! Peinlich.
Würde mich interessieren, ob er einer spontanen Aktionskunst a la "Faust auf Nase", ausgeführt von einem der sich sonst auch einen Dreck um Regeln schert und auf die Freiheit der Kunst pocht, auch so aufgeschlossen gegenüber stünde. Wenn er danach noch stünde...
Anstatt zuzugeben, dass es immer noch ein paar verklemmt Spießer gibt, die die 50er Jahre nicht und nicht aus dem Hirn herausbekommen, versteckt sich da jemand hinter "Sicherheitsmängeln".
Ich wette wenn dort stünde "Führt Krieg", kein Ohrwaschl hätte sich gerührt.Aber "Fuck"- igitt igitt.
Mich wundert, dass das immer noch Provokation ist.
Wie kommt das denn zustande ?
Finde den Schriftzug "Fuck" nicht provokant.
Im Gegenteil.
Nur ein weiterer langweiliger Versuch, Aufsehen zu erregen - egal mit welchen Mitteln. Sex sells. Das ach-so künstlerische Anti-Establishment ist selber schon längst Establishment mit festgefahrenen Denkmustern (siehe Kritik an Kritikern!)
Sie haben Recht, sich hinter den Sicherheitsmängeln zu verstecken ist feig. Die hätten dazu stehen sollen, dass sie diesen Mist, der sich Kunst nennt entfernt haben. Hoffentlich bekommt er nicht auch noch staatliche Unterstützung für den Schmarrn.
findet ein kKunstwerk seine Grenzen in anderen von der Rechtsordnung geschützten Rechtsgütern. Es widerspricht der künstlerischen Freiheit ja auch nicht, dass Kunstwerke anderer Künstler gegen Verunstaltung durch ein Kunstwerk geschützt sind. Die Freiheit der Kunst, die verfassungsmäßig garantiert ist, bezieht sich darauf, dass man dem Künstler nicht vorschreiben darf, was er macht. Natürlich sind ihm dabei Grenzen gezogen, wenn er in fremde Rechte eingreift.
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