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Bettgitter, Bauchgurte im Bett oder am Stuhl, Stecktische am Rollstuhl: Diese sogenannten freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) gehören in Deuschland in Alten- und Pflegeheimen immer noch zum pflegerischen Alltag. Und dies, obwohl pflegewissenschaftlich und pflegefachlich Konsens darüber besteht, dass eine gute Pflege ohne diese Maßnahmen auskommen kann.
Im November 2010 wurde in Witten der sogenannte "Werdenfelser Weg" eingeführt. Der Name entstand, weil die Methode ursprünglich in Garmisch-Partenkirchen im Werdenfelser Land entwickelt wurde. Sie stellt eine besondere Form im betreuungsgerichtlichen Genehmigungsverfahren von FEM dar: Durch das Einbeziehen juristisch und pflegefachlich geschulter Verfahrenspfleger in das gerichtliche Genehmigungsverfahren sollen FEM weitestgehend vermieden werden.
Die Verfahrenspfleger vertreten die Rechte der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und klären mit allen am Verfahren beteiligten Personen, ob die möglichen Alternativen zu FEM erprobt bzw. erörtert wurden. Seit der Einführung des Werdenfelser Weges in Witten wurden die Verfahrenspfleger in circa 200 Fällen eingesetzt.
Am 27. September veranstaltet die Universität Witten/Herdecke nun eine Tagung, um Bilanz zu ziehen, fachlichen Austausch zu ermöglichen und einen Ausblick auf zukünftige Aktivitäten auf dem Weg zur FEM-freien Pflege in Witten zu geben. Als Diskutanten sind die Hauptakteure des Werdenfelser Weges in Witten geladen. (red, derStandard.at, 20.9.2012)
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ist dieser Weg, der eine wesentliche freiheitseinschränkende Maßnahme einfach ausklammert: die Medikamention, insbesodere die Sedierung.
Auch empfinde ich Unbehagen, weil Freiheitsentziehende Maßnahmen oft mit Schutzmaßnahmen identisch sind: anschnallen, Gitter,... Dieser Aspekt wurde zumindest im Artikel nicht berücksichtigt.
Freiheit ist nicht möglich ohne einen gewissen Verzicht auf Schutz. Aber absolute Freiheit bedeutet auch absolute Schutzlosigkeit - das kann doch nicht das Ziel sein?
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