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vergrößern 645x430250 Meter lang, bietet die Crystal Serenity Platz für 1070 Passagiere, im Vergleich zu anderen Ozeanriesen ein Zwerg, aber einer, der es in sich hat.
vergrößern 645x430Das Promenadendeck bietet Platz für sportliche Aktivitäten.
vergrößern 645x430Deluxe Stateroom mit Veranda.
vergrößern 500x670Anreise & Unterkunft
Eine Reise auf der Crystal Serenity oder auf der baugleichen Crystal Symphony gibt es abhängig von der Reiseroute ab rund 1800 Euro pro Person. Die Reise "Black Sea Explorer" steuert die Schwarzmeerstädte Jalta, Odessa, Sotschi und Istanbul in unterschiedlichen Konstellationen an.
Preise verstehen sich inklusive Essen, Hafengebühren, Trinkgelder, Softdrinks, ausgewählter Weine, Champagner und Spirituosen, Shuttlebusse usw. Exkursionen an Land sind kostenpflichtig.
Buchbar über: vistatravel.de
Als der Bosporus das Schiff entlässt, schiebt es sich wie ein weißer Wal in die aufgewühlte Weite der See. Die Landmassen Europas und Asiens bleiben zurück. Dunkle Wolken liegen am Himmel, während dieser landwärts immer noch blau und herrlich strahlt. Es ist das erste Mal auf der Fahrt der Crystal Serenity, dass das schwere Schiff im Takt der seichten Wellen zu schaukeln beginnt. Vorher glich die Fahrt, die von Venedig über Mykonos und vorbei an den Dardanellen und Istanbul führte, einem Gleiten auf Schienen. Der Wind bläst nun und lässt die Wellen schwappen und ihre Kronen kräuseln. Blitze zucken aus den Wolken. Es wird dunkler, düsterer. Das Licht, die Farben bleiben zurück. Vor dem Schiff liegt die Nacht. Die Reise in das Herz des Schwarzen Meeres hat begonnen.
Der Passagier, ein Mann in den Sechzigern, steht auf dem Balkon seines Zimmers auf dem elften Deck. Er blickt dem Unwetter entgegen. Der Wind lässt seine grauen Haare auffliegen. Erste Regentropfen treffen sein faltiges Gesicht. Man könnte diesen Mann für einen Abenteurer halten. Einer, der Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Weg ins russische Zarenreich ist, nach Odessa vielleicht. Aber dieser Mann ist nur ein einfacher Urlauber, der es sich gut gehen lassen will. Seinem Akzent nach stammt der Passagier aus den Staaten. Er wolle lieber der Mann ohne Namen bleiben, sagt er. Schließlich ist Diskretion auf einem Luxusschiff wie der Serenity, auf der vor allem sehr wohlhabende Leute unterwegs sind, ein nicht zu unterschätzendes Gebot. "Ich habe schon fünf Reisen mit diesem Schiff gemacht", sagt er. "Tatsächlich fühle ich mich jedes Mal wie zu Hause hier. Nur, dass es bei mir nicht so gutes Essen gibt." Der Mann ohne Namen lacht laut auf, geht in seine Penthouse-Suite und greift einen Whiskey-Tumbler, der auf dem Tisch steht. "Und auch die Getränke sind nicht verkehrt." Wieder lacht er. Draußen grollt die See.
Konzept der Gelassenheit
Die Serenity gilt vielen notorischen Kreuzfahrtfans und internationalen Reisezeitschriften als das wohl beste Schiff der Welt. Crystal Cruises, die Reederei, die es betreibt, besitzt nur zwei Schiffe. Das kleine US-Unternehmen hat sich auf Highend-Luxus-Kreuzfahrten spezialisiert. Und zum Luxus gehört es, dass die Schiffe nicht zu groß sind, damit es Raum zum Leben und Atmen gibt. Serenity heißt übersetzt schließlich: Gelassenheit. Das Konzept geht auf: Manche der Passagiere haben bereits mehr als 100 Fahrten mit einem Crystal-Schiff unternommen. Die Namen der treuen Kunden hängen auf Silberplaketten eingraviert in der Empfangshalle des Schiffes, wo ein Streichquartett, bestehend aus vier Russinnen, gerade Bach spielt.
Das fast 250 Meter lange Schiff hat Platz für 1070 Passagiere und rund 650 Crew-Mitglieder. Im Vergleich zu den Giganten, die zwischen 2500 und 5000 Passagiere über die sieben Weltmeere transportieren, ist die Serenity ein Zwerg. Aber ein Zwerg, der es in sich hat. Das Sushi im Restaurant Silk Road zum Beispiel wird nicht von irgendwem zubereitet, sondern vom Team des Star-Sushi-Kochs Nobu Matsusiha. Und die norditalienische Küche im Prego wurde mehrfach vom Gault Millau prämiert.
Auf Deck 4 werden - in großen Kühl- und Lagerräumen - flüssige und feste Köstlichkeiten aufbewahrt, Hummer aus den USA, Käse aus Frankreich und Österreich, Kaviar, Lachs, Aal, Thunfisch, Rindfleisch, Zigarren und so weiter. "Wir können für rund drei Monate lagern", erzählt der Portugiese Victor Conceição. Er ist derjenige, der dafür sorgt, dass für Köche und Küche immer alles vorrätig ist. "Wir haben verschiedene Lager weltweit, für die wir Lebensmittel bestellen können, um sie dann dort aufladen zu können." Wenn es für die regionalen Menüs etwas Lokales geben soll, greift Conceição zu einem Adressbuch, in dem er die besten Delikatessenhändler weltweit findet. "Und das ist unser Spaßraum", sagt Conceição und schiebt eine schwere Tür beiseite. Weinkisten, Whisky, Champagner, Grappa, Wodka, Liköre.
Auf der Serenity herrscht das Gesetz der Gelassenheit und nicht das des Zwangs. Man muss noch nicht mal an Land gehen, um die Reiseziele kennenzulernen - etwa um mit einem Jeep durch die Berge der Krim zu fahren oder mit einem Mig-Kampfjet durch den russischen Luftraum zu jagen. Wenn man ehrlich ist, ist es eigentlich ziemlich egal, wohin man fährt. Denn vor allem geht es bei so einer Reise um eine Reise auf einem sehr komfortablen Schiff. Wer will, kann die ganze Zeit in seinem Penthouse verbringen. Ein Butler versorgt ihn rund um die Uhr mit Essen aus den feinen Restaurants oder vom bodenständigen Grill, mit Getränken und sonstigen Annehmlichkeiten.
Man kann aber auch auf dem Promenadendeck um das ganze Schiff laufen oder zum Nachmittagstee zu den süßen Leckereien aus der bordeigenen Patisserie sein Tanzbein schwingen. Die Band spielt Rock 'n' Roll: Bill Haley. Ein großer, schlanker Mann in einem weiten schwarzen Hemd wirbelt eine Dame mit sehr grauen Haaren und einem langen pinken Kleid über die Tanzfläche. Der Mann heißt Hamid. Er wurde im Iran geboren, wo er Geld mit einem Großhandel machte. Sein Heimatland verließ er, weil er sich den Mullahs nicht unterordnen wollte. Heute lebt er in Kanada oder auf der Serenity. Hamid arbeitet an Bord - ehrenamtlich. Er offeriert den weiblichen Gästen einen Tanz, ein Gespräch, ein Lächeln. "Nicht mehr", sagt er. "Da gibt es sehr strikte Regeln. Wir sind vor allem dazu da, mit den alleinreisenden Damen zu tanzen."
Die Tanzbotschafter müssen sich bewerben. Wenn ihre Tanzqualitäten überzeugen, werden sie zu einer Probefahrt eingeladen. "Wenn du dich nicht bewährst, bekommst du keine zweite Chance. Es gibt an Bord einen Supervisor, der uns im Auge hat." Hamid hatte 2000 einen schweren Unfall. Danach schwor sich der heute Sechzigjährige, das Leben genießen zu wollen. "Ich bin in meinem Leben immer gereist", sagt er. "Früher mit Bus, Bahn und Rucksack. Ich gebe zu: Mit diesem Schiff ist es etwas angenehmer."
Doch bei allem Komfort an Bord geht man natürlich dennoch an Land, um zumindest ein paar Fotos zu machen, eine Oper zu besuchen oder ein örtliches Bier zu trinken: sengende Hitze in Jalta, dem einstigen sowjetischen Urlaubsziel auf der Krim. In Sewastopol, dem Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, hat man das Gefühl, in der Sowjetunion gelandet zu sein. An der Uferpromenade sitzt der Russe Ivan in seinem Rollstuhl. Er trägt ein speckiges Matrosenhemd. Beide Beine fehlen. "Bin auf eine Miene in Afghanistan getreten." Dann spielt er Kalinka. Es klingt etwas schief und schrullig und erinnert so an ein Russland, das eine Weltmacht sein will, aber nur ein provinzielles Land in der Krise ist.
Am nächsten Tag geht es nach Odessa, in die schöne Hafenstadt an der ukrainischen Küste. Am Abend legt die Serenity ab. Auf dem Pier stehen die Odessiten und winken dem Schiff auf seinem Weg nach Istanbul zu. Auf dem obersten Deck hat die Crystal Cruise Society, der erlauchte Bund der Stammkunden, zu einer Abschiedsparty geladen. Kapitän Jon Økland, ein bärtiger, hochgewachsener Norweger mit der Ruhe eines Fjords, erhebt sein Champagnerglas. Man applaudiert, die Band spielt, und am Horizont versinkt eine leuchtend rote Sonne unter einem stahlblauen Himmel im Schwarzen Meer - im richtigen Augenblick, zur richtigen Zeit. Es ist ein Detail, wie es den Urlaubern auf der Serenity gefällt. (Ingo Petz, Rondo, DER STANDARD, 21.9.2012)
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Für die Crew hatte dieses Schiff aber mit Gelassenheit nicht viel zu tun. 60% der Crewmitgliedern bestand aus unterbezahlten Philippinos. Und die hatten den Rest der Crew gut "im Griff". Um es mal milde auszudrücken.
Immerhin die Destinationen bei der Worldcruise waren beindruckend. Und Geld dafür zu bekommen, um die Welt zu bereisen war für mich zumindest Motivation genug.
ich bin begeisterter "kreuzfahrer" und hab auch den eindruck, dass sich die crews auf den schiffen überwiegend aus Phillippinos rekrutieren.
wobei ich aber - gerade im heurigen sommer wieder so erlebt - gerade ihre freundlichkeit sehr schätze.
wie haben sie den rest der mannschaft "im griff"?
cliquenbildung, mobbing, etc.?
Tatsächlich waren sie sehr freundlich (auch zu den anderen Crewmitgliedern) bis man es sich mal mit einem verscherzt. Auf solchen Schiffen ist man auf niemanden mehr angewiesen als auf die Philippinos. Sie verrichten Arbeiten, für die sich andere nie freiwillig berwerben würden. Sie waschen die Wäsche, auch die der Crew, sie kochen für die Crew, und haben sogar andere Beschäftigungszeiten. Ein Kellner arbeitet 5 Monate am Stück an Board und hat dann 2 Monate frei, dabei verdient er ca € 3500 bis € 5000 im Monat. Bei den Philippinos sind es zwischen 8 und 10 Monate und 1 Monat frei. Und das bei gerade mal € 700 bis € 1000 per Monat
der reederei kostet ein z.b. kellner gerade mal US $ 600 im monat? lohnnebenkosten wie sozialversicherung fallen ja wohl auch nicht an.
jetzt wird mir klar warum kreuzfahrten ein gutes geschäft sind.
und wieder einmal alles auf dem rücken derer, die die wahre arbeit machen damit die shareholder zufrieden sind.
aber zuviel nachdenken sollte ich jetzt nicht. denn ich fahr ja gern mit so schifferln.
Auf den Schiffen von Crystal Cruises ist die Bezahlung der Trinkgelder für jeden Kellner zur jeder Mahlzeit verpflichtend. Ich glaube, dass es bei den meisten Cruiselines so gemacht wird. Am Ende des Monats war mir aber egal wer mir den Lohn zahlt. Hauptsache die Summe hat gestimmt ;)
Im ukrainischen Original heißt die Stadt ?????. Und für die kyrillische Schrift gibt es verschiedene Umschriftsysteme. Die in der Wissenschaft übliche Transliteration ist tatsächlich "Odesa", weil das ? durch s wiedergegeben wird. In nichtwissenschaftlichen Texten (und AFAIK auch im Standard) wird aber üblicherweise die Transkription benutzt, und nach der heißt es "Odessa", weil es so der Originalaussprache näherkommt.
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