Schönborn organisiert Erzdiözese Wien völlig neu

19. September 2012, 21:24

Weniger Priester und Gläubige: Erzdiözese baut um

Wien - Die Erzdiözese Wien baut ihre Strukturen bis zum Jahr 2022 komplett um. Mittwochabend hat Kardinal Christoph Schönborn beim traditionellen Medienempfang seinen "Masterplan" präsentiert. Konkret sollen künftig mehrere Priester, gedacht ist mindestens an drei bis fünf, sich aktiv in einer Pfarre engagieren. Diese Großpfarren sollen dann einer Reihe von so genannten Filialgemeinden untergeordnet sein.

Auf genau Zahlen wollte man sich aber hier noch nicht festlegen. Die Leitung der Pfarre wird prinzipiell gemeinschaftlich wahrgenommen, und zwar von Priestern und Laien. Die "Filialgemeinden" werden "von Getauften und Gefirmten" ehrenamtlich geleitet - die Diözese bastelt gerade an einem Kurs für eine derartige Funktion.

Ausgelöst haben diesen Prozess auch "Mangelsituationen", räumte Schönborn ein - also der Rückgang von Gläubigen aber auch der Priesterzahl und die Ressourcenknappheit. Schönborn, der den Umbau, als "wahrscheinlich den größten seit 200 Jahren", beschrieb, betonte aber gleichzeitig: Man sei "nicht übermäßig besorgt", dass die Kirche schrumpfe - "die Ressourcen sind da, dass die Kirche wächst. Ziel der vergrößerten Einheiten ist auch, die Pfarrer in der Administration zu entlasten.

Auch Pfarrschließungen möglich

Ob es künftig damit auch zu Pfarrschließungen kommt, schloss Generalvikar Nikolaus Krasa nicht aus: "Wir werden sicherlich was unsere Infrastruktur betrifft noch einmal rechnen müssen", sagte er. Niemand gebe gerne eine Kirche auf, aber "vermutlich wird es auch das heißen, oder dass man die Kirche anders verwendet oder einer anderen christlichen Gemeinde übergibt".

Was die Neustrukturierung für den Mitarbeiterstand - derzeit gibt es 660 Pfarren - bedeutet, wollte oder konnte man nicht sagen. "Ich bin mir bewusst, dass uns noch viele Fußangeln und Probleme erwarten", hatte schon zuvor der Kardinal eingeräumt.

Skepsis zur geplanten erzbischöflichen Umstrukturierung herrscht vor allem auch in anderen Diözesen. Man setzt künftig verstärkt auf Kooperationen, von Schließungen und Zusammlegungen hält man wenig. Und ist damit auf Linie der Österreicher: Eine große Mehrheit lehnt die Zusammenlegung oder Schließung von Pfarren aufgrund des Priestermangels ab. In einer Oekonsult-Umfrage sprachen sich im März 87 Prozent dagegen aus. (pm/mro, DER STANDARD, 20.9.2012)

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nicht benötigte kirchen

endlich wird hochwertiger baugrund frei. wenn ich mir gebäude und deren erhaltung nicht mehr leiten kann, muß ich halt verkaufen oder abreißen lassen.
etws weiger gebimmel in der stadt würde auch gar nicht auffallen....

Schönborn mach, was alle einfallslosen Manager machen.

Wenn der Umsatz zurückgeht, das Produkt keine Käufer mehr findet, dann wird eben auf biegen und brechen gekürzt.

Damit hat er sich klar als Manager (Verwalter) und nicht als Unternehmer deklariert. Im Gegensatz zu einem Verwalter unternimmt eben ein Unternehmer etwas und bringt mit neuen Ideen und neuem Produkt oder Produktdesign die Bude wieder in Schwung.

Da wir alle wissen, wie sich Firmen in der Hand solcher Verwalter entwickeln, dürfen wir gespannt den endgültigen Niedergang der RK als Massenorganisation erwarten.

Das ist kein Masterplan, das ist ein Desasterplan!

schönborn und das gleichnis von den talenten:

es ist nicht der auftrag jesu, furchtsamer masseverwalter in einer geänderten zeit zu sein, sondern mutig hinauszugehen und das wort gottes zu verkünden. was tut schönborn? das wort gottes oder die gesetze des vatikans verkünden? geht er dabei überhaupt hinaus?
nein, er ist wie der faule und furchtsame diener (Mt 25,14-30), der ein talent erhalten hat, und es nur in der erde vergräbt, anstelle es für seinen herrn zu mehren.

"Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen."

kehren sie um, kardinal schönborn, sie verraten gerade den herrn mit ihrem plan. schicken sie alle jene hinaus, die berufen sind, auch wenn sie nicht zölibatär leben!

wobei bei der Stelle ja interessant ist, dass gerade der Diener mit dem einen Talent der Faule ist

diese Evangeliumsstellen, die von Versagen, Finsternis und Bestrafung sprechen, brauchen um wirklich Evangelium zu sein, Einsicht, die den Schrecken aufhebt

Ich weiß schon ..
Ich habe esa jetzt wirklich schon lange nicht mehr gehört

Der Rat war: das Talent auf die Bank zu geben, sodass bei der Rückkehr des Herrn das Geld mit Zinsen dem Herrn zurüchkgegeben werden kann !

demnach kann man die Stelle für solche, die Sie heute hören folgendermaßen ergänzen:

Ein Herr ruft vier Diener zusammen: Er gibt dem ersten 5 Talente, dem zweiten 2 und dem dritten und vierten jeweils 1. Ganz nach ihren Fähigkeiten. Dann geht Er fort um in einem fernen Land die Königswürde zu erhalten und kommt wieder.

Der erste bringt 10 Talente und wird Herr über 10 Stadte. Der zweite bringt 4 und wird Herr über 4 Städte. Der dritte versagt wie Wir wissen.

Der vierte tritt nun auf den Herrn zu und sagt: Ich habe so etwas irgendwann schon einmal gehört. Ich gab also mein Talent auf die Bank und gebe es Dir mit Zinsen zurück.

Da sagt der Herr zu Ihm: Du bist ein kluger fauler Diener. Werde Herr über eine Stadt und einen Weiler.

Interessant

Ich gehe davon aus, dass über kurz oder lang diverse architektonisch nicht unbedingt gelungene Betonkirchen der Nachkriegszeit aufgegeben werden.

Tretet aus. Der Austritt ist gut.

Ich ging 15 Jahre jeden Sonntag zur Kirche. Die Kirchenbesuche beendete Ich damit dass Ich mich in psychiatrische Behandlung begab.

Ich versuchte dann noch öfter mit dem Glauben (irgendwie) klarzukommen, kam aber damit auch immer wieder in diese Behandlungen; damit dass Ich von der Kirche wegbleibe, schaffte Ich es auch von den psychiatrischen Behandlungen wegzubleiben.

Georg

Komisch... Bei mir waren es genau umgekehrt.

es ist nicht nur Erfahrung
es sind klare Worte:
der Glaube an Gott bedingt keine Steuerpflicht
Erlösung kann nicht sein etwas zur Sünde gemacht zu bekommen, was keine Sünde ist (Zölibat/Ehe für Priester)

Nein, der Glaube braucht keine Steuern. Das ist leider ein Irrweg, den die österreichischen und deutschen Bischöfe gewählt haben, der aber nicht dem Willen des Papstes entspricht. Die Katholiken in den meisten anderen Ländern zahlen keine

Kirchensteuer.
Der Zölibat ist ein Verzicht auf die Ehe um des Himmelreiches willen (Mt 19, 12) und wird von Christen seit den ersten Jahrhunderten praktiziert. Nicht nur von Priestern, ich kenne auch Laien, die sich für Ehelosigkeit entschieden haben. Christus hat nunmal eine Kirche gegründet und er will nicht, dass wir nur im stillen Kämmerchen glauben, sondern auch, dass wir Teil seiner Familie (der Kirche) werden.

der letzte dreht dann das licht ab

CIC

Im ersten Jahrtausend gab es kein einheitliches Kirchenrecht. Im Mittelalter wurden kirchenrechtliche Regelungen zusammengefasst. Diese bildeten das Corpus Iuris Canonici und in dessen überarbeiteter Fassung von 1582 - 1917 das in der kath. Kirche geltende Kirchenrecht.
Papst Pius X. regte die Erarbeitung eines einheitlichen Gesetzbuches an, das eben 1917 unter dem Namen Codex Iuris Canonici fertiggestellt wurde.

Das kanonische Recht gilt NICHT für die gesamte katholische Kirche sondern nur für die lateinische Teilkirche.

Es hätte auch den Nebeneffekt, dass

einzelne Pfarrer nicht vereinsamt in einem nö Nest sitzen, wo schon seit längerem der Pfarrer nicht mehr ins erweiterte Familienleben eingebunden wird.
Eine Priester-WG kann eine gege

"Priester-WG" klingt irgendwie ganz schön unanständig.

der hauptgrund für diesen reformvorschlag ist der priestermangel.
dass der durch triviale änderungen in der struktur (zulassungsbedingungen, arbeitsbedingungen) leicht behebbar wäre, auf die idee kommt man nicht?

armutszeugnis

Schon komisch, dass es bei den evangelischen auch einen Mangel gibt, während es gerade in konservativen Kreisen (Opus Dei, Petrusbruderschaft, Neokatechumenat...) besonders viele Berufungen gibt...

Priestermangel? Es ist eher ein Mangel an zahlendem Publikum.
Da wird es noch viel umzuroganisieren geben. Die Zeiten der religiösen Schwafler sind vorbei.

In einer Gemeinde meines Bezirkes wurde ein bei der Bevölkerung sehr beliebter Pfarrer derart schnell durch einen aus Polen stammenden ersetzt, dass der scheidende Pfarer nicht mal mehr die Gelegenheit hatte sich zu verabschieden...als in der Amtseinführungsmesse es ein Meßbesucher "wagte" nach dem Grund des Abganges zu fragen schrieb die Regionalzeitung von "Tumult"

Beliebt beim Volk heißt noch lange nicht, dass er auch kirchentreu ist.

Herr Kardinal bitte treten Sie zurück

bevor es NOCH MEHR Schaden gibt ! Welches Signal geben Sie dem Land, die Kirche soll sich nicht zurückziehen , sie wird gebraucht!

Ohne Schönborn was Böses unterstellen zu wollen, aber ich denk mal, daß es für die Pfarre Probstdorf schlecht aussieht!

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