"Charlie Hebdo" wegen Mohammed-Karikaturen angezeigt

19. September 2012, 18:47

Behörden ermitteln wegen Hacker-Angriffs auf Webseite - Käufer zerreißen Satirezeitung, Redaktion produziert Neuauflage

Paris/Beirut - Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen ist Anzeige gegen die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" erstattet worden. In der bei der Staatsanwaltschaft von Paris eingegangenen Anzeige wird der Zeitung unter anderem "Aufstachelung zum Hass" vorgeworfen, wie am Mittwoch aus Justizkreisen verlautete. Unabhängig davon eröffnete die Staatsanwaltschaft bereits ein Ermittlungsverfahren wegen eines Hacker-Angriffs, mit dem die Internet-Seite von "Charlie Hebdo" stillgelegt worden war. "Charlie Hebdo" hatte wegen des Angriffs Anzeige erstattet.

Die Anzeige gegen die Satire-Zeitung eingereicht hat eine in Paris ansässige Organisation, die sich Syrische Vereinigung für die Freiheit nennt. In der Anzeige, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, wird der Satire-Zeitung vorgeworfen, "Öl ins Feuer geschüttet zu haben, indem sie eine Karikatur gegen den Propheten Mohammed verbreitet hat". Die Zeitung habe öffentlich zur Diskriminierung, zum Hass und zur Gewalt aus nationalistischen, rassistischen oder religiösen Motiven aufgerufen.

Die in "Charlie Hebdo" veröffentlichten Karikaturen befassen sich vor allem mit dem in den USA produzierten islamfeindlichen Film, der zu gewaltsamen Protesten in muslimischen Ländern geführt hatte. Einige Karikaturen zeigen auch den Propheten Mohammed; so liegt dieser in einer Zeichnung nackt vor einer Kamera und reckt sein entblößtes Hinterteil in die Höhe.

Käufer zerreißen Satirezeitung, diese lässt nachdrucken

Weil diegesamte Auflage gleich am ersten Tag ausverkauft war, wird am Freitag eine Neuauflage der Ausgabe am Kiosk liegen. "Alle 75.000 wie üblich gedruckten Exemplare sind verkauft worden", sagte der Direktor der Wochenzeitung, Stephane Charbonnier, genannt "Charb", am Mittwoch in den Redaktionsräumen des Blattes vor Journalisten. Es werde daher erneut eine Ausgabe gedruckt, die am Freitag verkauft werde. Wieviele Exemplare erneut erscheinen sollen, sagte Charb nicht.

Wie Kioskbesitzer berichteten, kauften viele Menschen am Morgen gleich mehrere Ausgaben, um sie anschließend öffentlich zu zerreißen. Ein Mann habe ihn bereits morgens um sechs gebeten, ihm alle Ausgaben zu verkaufen, sagte ein Kioskbetreiber im Pariser Stadtteil Belleville, in dem zahlreiche Einwanderer aus den Maghreb-Staaten wohnen. "Er sagte, er wolle sie und alle anderen, die er finden könne, zerstören."

Ein anderer Kioskverkäufer sagte, einige Kunden hätten die Ausgaben vor seinen Augen zerrissen und ihm vorgeworfen, eine Zeitung zu verkaufen, die "Probleme in Frankreich schaffen" werde.

Das Pariser Außenministerium kritisierte den Zeitpunkt der Veröffentlichung und nannte es angesichts der Proteste gegen den islamfeindlichen Film nicht "intelligent", "Öl ins Feuer zu gießen". Aus Angst vor Ausschreitungen wurden die Sicherheitsmaßnahmen an französischen Botschaften in muslimischen Ländern verstärkt, am Freitag werden Botschaften und französische Schulen in rund 20 Ländern geschlossen. Befürchtet werden gewaltsame Proteste nach den Freitagsgebeten.

Im Süden des Libanon protestierten am Mittwoch Tausende Unterstützer der Schiiten-Bewegung Hisbollah wegen der neuesten islamfeindlichen Karikaturen und des Videos des Propheten Mohammed gegen Frankreich und die USA. Während der Kundgebung in der Hafenstadt Tyros riefen sie: "Tod den Amerikanern" und "Tod Frankreich". Am Montag hatten in Beirut Hunderttausende gegen das in den USA produzierte Mohammed-Schmähvideo demonstriert. Die US-Regierung hatte sich von dem Video distanziert, das unter Beteiligung koptischer Christen, die aus Ägypten stammen, hergestellt und verbreitet worden war. (APA, 19.9.2012)

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    "Er sagte, er wolle sie und alle anderen, die er finden könne, zerstören."

    Wie geil ist DAS denn?

    Ich meine, die Druckindustrie freut sich...Charlie Hebdo sowieso...

    Quicktrader

    Go go - Hebdo!! :-)

    was charlie hebdo betrifft

    bei diesem blatt werden zeichner sehr wohl zensuriert, wenn es der direktion in den kram passt.

    ach so- von welchen konkreten fall wissen sie da?

    ich les die zeitung seit jahren und kann mir angesichts der zahlreichen heiklen themen sie durchwegs provokant angehen nicht vorstellen, das es da einen themenbereich gab, den sie bislang noch nicht hingebungsvoll behandelt haben ....

    das kommt davon: schon damals bei den mohammed karikaturen hatten europas zeitungen und politiker keine cochones.

    das muss sich so oft wiederholen, bis karikaturen über den islam mit der selben selbstverständlichkeit gedruckt werden, wie jene über alle anderen weltreligionen.

    wieso soll eine religion NUR WEIL sie offenbar gewaltbereitere anhänger hat, mehr schutz genießen?

    Es geht nicht um Karikaturen über den Islam, sondern um solche über Mohammed, einem vor 1400 Jahren verstorbenen Religionsgründer.
    Können S' mir erklären, welchen Sinn diese Karikaturen haben sollen, außer dem, die Moslems zu beleidigen?

    Wenn ich mir eine politische Karikatur ansehe, so hat diese einen Bezug auf die Jetztzeit bzw. auf etwas, was mich betrifft.
    Warum wünschen Sie sich persönlich, Karikaturen über den längst vermoderten Mohammed zu sehen?

    Ah, darf nur noch abgedruckt werden was "Sinn macht" und tagesaktuell ist. Vielleicht sollten wir ein eigenes Ministerium damit beauftragen festzustellen, was gezeichnet/gedruckt werden darf, damits da keine Verwirrungen gibt.

    Dazu mein Radio-Tipp: Ö1, "Betrifft Geschichte: Stalin"

    Abgedruckt darf alles werden, außer es verstößt gegen das Verbotsgesetz.

    Wie die Betroffenen darauf reagieren ist eine andere Frage.
    Dass die Moslems auf eine Karikatur ihres Propheten nackt in Knie-Ellenbogenstellung nicht erfreut reagieren würden, das wusste man.
    Man hat's trotzdem veröffentlicht, weil man die Moslems provozieren wollte.
    Man wollte sie dazu erziehen, dass sie sich das gefallen lassen müssen, wie auch die Christen die Verspottung ihrer Lehren hinnehmen.

    Die Moslems haben's nicht hingenommen.
    Könnte eine Lehre für den Westen sein, sich hier ein bisschen zurückzunehmen.
    Das wird er natürlich nicht tun, nach dem Motto "Jetzt erst recht"
    Wohl bekomm's!

    Ich wüsste noch ein paar andere Positionen für einen kriegslüsternen Religionsgründer...

    Warum

    diskutiert man solche Themen eigentlich nicht im neu errichteten saudischen Dialog-Zentrum in Wien aus?

    ...haha, der war gut...

    Jetzt müssen wir nur noch das interreligiöse Dialogzentrum von Manfred Deix und Kollegen künstlerisch gestalten lassen....

    es gibt nicht nur das recht auf freie meinungsäußerung und die freiheit der kunst

    es gibt auch das recht auf demonstration und das recht wegen beleidigung zu klagen. jeder der will, kann sich aussuchen, welches recht er/sie jetzt ausüben will. und mit einer zeitung die bezahlt wurde, kann auch jeder machen was er will.

    Das mit dem Recht wegen Beleidigung zu klagen ist gut gesagt,

    aber glauben Sie dass meine mir täglich zugefügten Beleidigungen rechtlich gesühnt werden können? Ich als tiefst überzeugter und durch Fakten erhärteter antireligiöser Mensch fühle mich jeden Tag bei meinem Gang durch die Stadt durch die Anhäufung von Kirchen und Prozessionen jedes Mal provoziert, Glockengeläut und allfällig herausgeschrienes Muezzingeplärre treffen meine antireligiösen Gefühle bis tief ins Herz.Beleidigend wirkt insbesondere wenn ich Kreuze sehe,die mir indoktrinieren wollen, dass jemand wegen mir angeblich gestorben sei,weil ich schon vor meiner Geburt schuldig war, der Wahrheitsgehalt mir aber nicht nachgewiesen wurde ich aber deswegen Schuldgefühle haben soll.Welch eine Erniedrigung für mich!Kann ich etwas dagegen tun??

    "Kann ich etwas dagegen tun??"

    Ja können Sie!
    Gehn S' zum Psychiater.
    Wegen Ihrer Phobie wird aber wahrscheinlich eine totale Abschirmung von Glockengeläut, Kreuzen, Kirchen, Prozessionen usw. in einer geschlossenen Abteilung notwendig werden.

    Genau die Diktion der Gottesgläubigen

    wenn man ihren Glauben angreift spielt man den peinlich Berührten, fühlt sich beleidigt und sinnt nach Rache, im besten Fall gerichtliche Verfolgung wenn man sich aber als Ungläubiger von den Anfeindungen der Gläubigen gedemütigt fühlt, heisst das Phobie. Und dabei hat es noch niemand bewiesen, dass es Gott gibt. Wer hat da eine Phobie???

    Wenn Sie nicht glauben, warum stören Sie dann religiöse Symbole?

    Oder plagt Sie bei deren Ansicht das schlechte Gewissen? :-))

    Religiöse Symbole verletzen meine Überzeugung

    sie wollen mir sagen, dass ich minderwertig bin und indirekt erniedrigen sie mich dadurch. Das hat doch wirklich nichts mit schlechtem Gewissen zu tun, eher mit der Hochnäsigkeit und Überheblichkeit der "Gläubigen", und auch natürlich mit der überaus sensiblen Überempfindlichkeit der Gläubigen, die sich ihrerseits an jedem kleinsten Schmarrn stoßen, der sie verletzen könnte.

    Ein amüsantes Beispiel wäre der Vergleich der Anhänger und Verehrer des Spaghettimonsters mit dem Christentum

    Wenn ein Christ einem Anhänger der Sekte des Spaghettimonsters sagt, diese Pasta gehört auf den Misthaufen der Geschichte oder (noch schlimmer) das Spaghettimonster sei ein mieser kleiner Mother...r, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Gericht diesen üblen Misstritt dieses Christen auch nur annähernd zur Gerichtssache erklären würde, umgekehrt wenn man diese Vorwürfe gegen Jesus, Maria oder Gott erheben würde, weiss ich jetzt schon wie es ausgeht. Ein typisches Beispiel für die Arroganz der Christen (aber auich ganz allgemein jeder anderen Glaubensgemeinschaft)!

    Das Christen das Spaghettimonster beleidigen kommt wahrscheinlich sehr selten vor, oder haben S' dafür Beispiele?

    Dass Atheisten die Glaubensinhalte von Christen verhöhnen, können S' jeden Tag in den Postings der Standardcommunity lesen.
    Wann wurde das letzte Mal jemand wegen Blasphemie verurteilt?
    Ich kann mich nicht daran erinnern.
    Ja, doch! Frau Winter, aber die ist ja von den "Nazis", der g'schieht das schon recht, oder?

    na dann lassen sie ein gericht feststellen

    ob sie übersensibel sind oder ob sie wirklich beleidigt und verleumdet werden. wenn der pfarrer von der kanzel aus predigt."der herr ebner 1 ist ein verkommener sünder. haltet euch von ihm fern." werden 's wahrscheinlich gewinnen:-)

    Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen

    denn die gerichtlich relevanten Parameter, ob man übersensibel oder wirklich beleidigt wurde, sind schon längst durch die Indoktrination der "Gläubigen" juristisch vordefiniert.

    Sie tun mir wirklich leid, weil Sie von den Christen so grausam verfolgt werden.
    Da es bis zur Ausrottung der Christenheit in Österreich noch ein Zeiterl dauern wird, kann man Ihnen nur die Flucht empfehlen.
    Vielleicht nach Ostdeutschland, da ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht gläubig - noch von DDR-Zeiten her.

    Aha ist das so? Sie raten Emmigration?

    Erinnert mich irgendwie an die Ausländer Raus Bewegung: "Wos woits ihr do, wenns eich net anpassen kennst, verschwindts!!" Richtig??

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