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Die Billigairline der Lufthansa kommt mit Jänner 2013. Sie wird Germanwings und Eurowings integrieren und den Sitz in Köln haben. Sie soll um 40 Prozent billiger produzieren als die Lufthansa.
Wien/Frankfurt - Jetzt ist es doch so weit: Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat am Mittwochabend die Pläne des Vorstandes gebilligt, eine Billigairline (Arbeitstitel: Dirct4U) zu gründen. Gemeinsam mit den Töchtern Germanwings und Eurowings wird Euroaps Branchenprimus eine Airline gründen, die um bis zu 40 Prozent billiger produzieren soll wie die Lufthansa. Ein Markenname für die neue Gesellschaft steht noch nicht fest und soll erst in den kommenden Monaten gefunden werden.
Damit wollen die Deutschen im harten Wettbewerb mit Ryanair Easyjet und den Golf Airlines wieder konkurrenzfähig werden. Ab Jänner 2013 werden alle Verbindungen in Europa und Deutschland außerhalb der beiden Drehkreuze Frankfurt und München mit der Tochter Germanwings zusammengeführt.
Und: Die Lufthansa wird die seit Juni in Berlin eingesetzten Leiharbeiter, die in Lufthansa-Flieger eingesetzt sind, ebenfalls in diese Gesellschaft übertragen. Zur Erinnerung: Es war eine Bedingung der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, den Streik zu beenden, wenn die Lufthansa auf Leiharbeiter verzichtet. Die Lufthansa sicherte zu, diese Mitarbeiter im Konzern zu integrieren. Nun kommen sie zur neuen Billigflugtochter, wie der Standard erfuhr, nicht aber in die bestehende Lufthansa.
Dass Köln-Bonn, der ehemalige deutsche Hauptstadtflughafen, der nach wie vor Firmensitz der Lufthansa ist, und nicht Berlin der neue Sitz der Billigairline wird, kam überraschend. Germanwings hat in Köln 16 Maschinen stationiert. Mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent und 3,9 Millionen Passagieren war Germanwings im Vorjahr dort der Marktführer. Die Lufthansa folgt mit 1,3 Millionen Passagieren und einem Marktanteil von 13,1 Prozent auf Rang drei hinter Air Berlin. Lufthansa und Germanwings machen in Köln-Bonn mehr als die Hälfte des Passagieraufkommens auf, schreibt der Kölner Stadt-Anzeiger.
Dass alles so rasch ging, überraschte selbst Insider. Man ging davon aus, dass Lufthansa zunächst den Ausgang des Arbeitskampfs der Lufthansa-Flugbegleiter abwartet. Wie berichtet wurde Bert Rürup als Schlichter eingesetzt.
Nun wird spekuliert, dass eine Dachgesellschaft in Köln geplant ist, in der das Marketing, der Vertrieb und die Flugstrecken zusammengefügt werden. Diese neue Gesellschaft wäre ein relativ großes Unternehmen mit bis zu 90 Flugzeugen. Zum Vergleich: Die AUA hat 77 Flieger. Am Flughafen Köln-Bonn könnten so bis zu 200 neue Jobs entstehen. Und am Airport Köln-Bonn gibt es anders als im nahegelegenen Frankfurt kein Nachtflugverbot.
Für einen Umzug der Germanwings-Hauptverwaltung von Köln nach Berlin hätte die Germanwings-Mutter Lufthansa staatliche Hilfen kassieren können.
Noch ehe die Schlichtungsgespräche mit den Flugbegleitern begonnen haben droht der Lufthansa aber neues Ungemach von den Piloten: Der Konzern will sämtliche Personalkosten in der Passagiersparte um fünf Prozent senken und die Piloten künftig in einer Tochterfirma günstiger einsetzen können. Die Vereinigung Cockpit ist strikt dagegen und pocht zudem auf 5,2 Prozent mehr Gehalt, rückwirkend zum 1. Mai. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 20.8.2012)
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