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Das sagte ein Berater der chinesischen Regierung.
Peking/Tokio - Jin Baisong fordert in der Zeitung der kommunistischen Partei, China Daily, "Sanktionen in der effektivsten Art und Weise zu verhängen". Der hochrangige Berater aus dem chinesischen Handelsministerium will, dass die Volksrepublik ihre Machtposition als größter Gläubiger japanischer Staatsanleihen ausnützt und Japan bestraft. China hält etwa 230 Mrd. Dollar (etwa 176 Mrd. Euro) an japanischen Staatsanleihen. Jin deutete an, die Regierung solle die Anleihen abstoßen, um Japan vor ein Finanzierungsproblem zu stellen; damit will man eine Entscheidung in der schwelenden Wirtschaftskrise des Nachbarn erzwingen.
Der Konflikt zwischen den Ländern droht zu eskalieren. Japan kaufte, trotz eindringlicher Warnungen Chinas, vergangene Woche einen Teil einer von beiden Ländern territorial beanspruchten Inselgruppe im Ostchinesischen Meer von einem privaten, japanischen Investor. Auf den Inseln werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet; außerdem gilt das Gewässer als sehr fischreich. Es kam daraufhin in mehr als 85 chinesischen Städten zu antijapa nischen, teils gewaltsamen Demonstrationen. Mehrere japanische Unternehmen schlossen zumindest einen Teil ihrer chinesischen Werke, aus Angst vor weiteren Übergriffen.
Jin Baisong widerspricht Argumenten, nach denen ein Handelskrieg beiden Seiten schaden würde. "Es ist eindeutig, dass China der japanischen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzen könnte, ohne sich selbst besonders wehzutun", sagte er. Die beiden größten asiatischen Volkswirtschaften sind wichtige Handelspartner. Im Vorjahr belief sich das Handelsvolumen beider Länder auf 340 Milliarden Dollar (rund 259 Milliarden Euro). Fast ein Fünftel des japanischen Außenhandels entfällt auf China. Umgekehrt ist Japan der viertgrößte Exportmarkt Chinas.
Die Volksrepublik profitiert massiv von japanischen Investitionen und Technologietransfers. Während die europäischen Investitionen im ersten Halbjahr 2012 aufgrund der Schuldenkrise zurückgingen, stiegen die japanischen um fast 20 Prozent an.
Angst vor Handelskrieg
Trotz allem zeigt sich China aggressiv. Neben dem Verkauf von Staatsanleihen plant Peking einem Bericht des Hong Kong Economic Journal zufolge auch, die Versorgung Japans mit Metallen der seltenen Erden zu stoppen. Diese Metalle werden zu 90 Prozent in China gewonnen und sind für Hightech-Produkte wichtig, etwa für Computer und Handys.
Das schwächelnde Japan erreichte am Mittwoch eine weitere Drohung: Die Ratingagentur Fitch teilte mit, dass einige japanische Export-Unternehmen mit einem Downgrading zu rechnen hätten, sollte der Konflikt anhalten. Vor allem Nissan, das mehr als ein Viertel seiner Autos nach China verkaufe, ebenso wären Honda, Panasonic oder Sharp betroffen.
Experten befürchten bereits einen möglichen Handelskrieg. Denn für viele Liefer- und Produktionsketten, etwa von Autos oder Elektrogeräten, sind die Länder besonders wichtig. Die negativen Auswirkungen wären daher auch für westliche Länder deutlich spürbar. (Klaus Fiala /DER STANDARD, 20.9.2012)
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