Chaos in indischer Regierung

19. September 2012, 17:18

Risiko von vorgezogenen Neuwahlen steigt

Neu-Delhi - Der Beschluss umfassender Reformen zur Öffnung heimischer Märkte für ausländisches Kapital hat die indische Regierung ins Chaos gestürzt. Nach dem Bruch der Koalition durch den Austritt des größten Partners Trinamool Kongress am Dienstagabend steigt das Risiko vorgezogener Neuwahlen.

Die Regierung erwäge nun, den Protestierenden entgegenzukommen, hieß es aus Kreisen von Ministerpräsident Manmohan Singhs Kongresspartei. Allerdings stellte die Parteiführung klar, es werde keine Kehrtwende geben in dem Beschluss, künftig ausländische Direktinvestitionen von Konzernen wie Wal-Mart oder Carrefour im Einzelhandel des Landes zu erlauben. Singh - mittlerweile Chef einer Minderheitsregierung - ringt um Rückhalt für sein ehrgeiziges Reformprojekt, das bereits vergangenes Jahr in abgespeckter Variante einmal beschlossen und wegen des großen politischen Widerstands wieder zurückgenommen worden war.

"Die Regierung ist nicht in der Stimmung nachzugeben, es könnte aber kosmetische Nachbesserungen geben", räumte ein Parteichef ein. Ein besonders umstrittener Teil des Reformpakets ist eine Anhebung des Dieselpreises um fünf Rupien (rund sieben Cent).

Verbesserung bei Spritpreisen

Der Abbau von Subventionen für den Treibstoff soll das ausufernde Budgetdefizit eindämmen. Genau hier will Singh dem Vernehmen nach nachbessern. Infrage käme eine Anhebung um lediglich vier bis fünf Rupien je Liter, verlautete aus Regierungskreisen. Die Gegner der Preiserhöhung befürchten zu große Belastungen für die arme Bevölkerung.

Ohne die Abgeordneten der Trinamool-Kongress-Partei fehlen der Koalition im Parlament 18 Sitze für die einfache Mehrheit. Zwei weitere Parteien außerhalb der Koalition gelten der Regierung aber als gewogen. Ihre Zustimmung würde eine Mehrheit perfekt machen. Doch auch diese beiden Parteien sehen die Öffnung des Einzelhandels sowie der Luftfahrt für ausländische Direktinvestitionen skeptisch. (Reuters/DER STANDARD, 20.9.2012)

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12 Postings
"Risiko vorgezogener Neuwahlen."

Tja, immer ein Risiko, Neuwahlen, meint das scheue Reh…

Eine Dieselpreiserhöhung in Indien trifft eigentlich nur die Reichen und die Unternehmer. Die Masse in Indien fährt mit Benzin.

die Masse fährt Diesel, 1 Lit Bezin derzeit über 80 INR (1,35€) mehr als ein durchschnittlicher Tageslohn.
(Mrz 2012)

und ich will jetzt sicher nicht klugschweissen..

aber ich glaube ich hab dort(ganz ganz vereinzelt) Tuk-Tuk`s(Autorikschas mit 2-Takt Dieselmotor) und hie und da auch mal einen Bus gesehen.
Und ob Tata,Mahindra und Konsorten(deren Lkws und Traktoro`s den ganzen Subkontinent verstopfen )Benziner sind ,wage ich als Radler nicht zu beurteilen,ich kann`s mir aber nicht vorstellen

Wundern würds mich aber auch nicht,
" you want petrol in your dieselmotor?possible!no problem!,tomorrow..
besch missen allemal,weils unmittelbar und direkt Auswirkungen auf die Breite Masse hat.Erst der Sprit, Fahrkarten dann Lebensmitteln ,usw ;war ja angeblich auch der zündende Funke in Rangoon(laut apa...)

Motorräder gehen mit Benzin.

Bin übers Jahr gesehen mehr in Indien als in Europa also erlaub ich mir das vorige Urteil

die armut in indien wird durch ausverkauf an westliche unternehmen sicher nicht abnehmen. das bundesland, welches (außer den großen ballungszentren) immer noch am besten dasteht ist immer noch kerala. Und die CPI, die seit dem bestehen des bundesstaats die hälfte der zeit regiert hat (und das nicht nur in der anfangszeit sondern auch in der letztes legislaturperiode), ist ja nicht gerade für "liberalisierungen" oder markgläubigkeit bekannt.

japan,südkorea,singapur. alles asiatische länder mit kapitalismus. der wettbewerb der anbieter wird zu preissenkungen führen, die den kunden zugute kommen.

Eine durchschnittliche Geschäftsgröße in Kerala ist etwa so groß wie mein Vorzimmer.
Eingekauft und produziert wird im Umkreis des Dorfes. Trinkwasser kommt unter falschen Namen
von Nestle, Pepsi und Cola. 1 Liter um die 16 INR. Tageslohn einer Näherin im Panschap so um die
20 bis 30 INR. (0,30 -0,40€)

Kerala:
Kommunistische Regierung über 90% der Kinder gehen in der Schule. Schulbus ist frei.
Utta Praesh: Kongresspartei: 45% Alphabeten.

ich glaube auch nicht dass die armut weniger werden wird

aber prinzipiell finde ich es nicht zulässig einzelne bundesstaaten wirtschaftlich zu vergleichen und rückschlüsse auf die effizienz einer bestimmten politik zu ziehen - die ethischen, kulturellen und ökologischen unterschiede sind zu gross und spielen mit sicherheit eine grössere rolle

kerala hat zb eine masse an fremdarbeitern in arabien die kapital heimschicken

vergiß goa nicht...

stimmt schon, goa steht auch nicht schlecht da. aber goa hat mehr natürliche ressourcen und ist schon seit jahrzenten nummer eins beim tourismus in indien (auch jetzt noch über 10% aller touristen in indien bei nur 1.6 mio einwohnern. kerala hat 35 mio einwohner).

von der oxford university gibts eine studie zum thema: http://tinyurl.com/8vcwdjz
auf der letzten seite is eine schöne tabelle.

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