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Wissenschaftler der Universitätsmedizin Charité Berlin stellten fest, dass rückfällige Alkoholpatienten sowohl strukturelle als auch funktionelle Auffälligkeiten in bestimmten Gehirnregionen aufweisen.
Berlin - Wissenschaftler der Universitätsmedizin Charité Berlin ist es gelungen, das Rückfallrisiko von entgifteten Alkoholkranken näher zu bestimmen. Durch das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie (MRT) konnte festgestellt werden, dass bestimmte Regionen des Gehirns bei rückfälligen Alkoholpatienten sowohl strukturelle als auch funktionelle Auffälligkeiten aufweisen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal "Archives of General Psychiatry" veröffentlicht.
In der Studie untersuchten Andreas Heinz und sein Team von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eine Gruppe von insgesamt 46 entgifteten Alkoholpatienten sowie eine ebenso große Kontrollgruppe. Die strukturelle Bildgebung zeigte die anatomische Beschaffenheit der Gehirnsubstanz, während in der funktionellen Untersuchung die elektrischen Signale im Gehirn in Reaktion auf alkoholassoziierte Reize gemessen wurden. Als die Patienten nach drei Monaten auf eventuelle Rückfälle hin untersucht wurden, ergab sich eine Teilung der Gruppe in 30 rückfällige und 16 weiterhin abstinente Probanden.
Es stelle sich heraus, dass bei den Rückfallpatienten in den Bereichen des Vorderhirns eine verminderte Aktivität jener Hirnareale zu beobachten war, die vor allem mit der Verhaltensregulierung und der Emotionskontrolle assoziiert sind. Darüber hinaus zeigte die Messung der elektrischen Signale in Reaktion auf alkoholassoziierte Reize unter den Rückfallpatienten eine erhöhte Aktivität der Gehirnhirnregionen, die in erster Linie mit der Aufmerksamkeitslenkung im Zusammenhang stehen.
Im Gegensatz dazu war in der Gruppe der abstinenten Alkoholpatienten eine Aktivierung der Hirnbereiche zu konstatieren, die unter anderem der Verarbeitung von Reizen zugeordnet werden, die Widerwillen hervorrufen (aversive Reize) oder besonders bedeutsam sind (saliente Reize). "Diese Besonderheit bei den abstinent gebliebenen Patienten fungiert möglicherweise als Warnsignal und verhütet den potentiellen Rückfall bei einer Konfrontation mit Alkohol", sagt Anne Beck, Erstautorin der Studie. Ziel sei es nun, die maßgeblichen Einflussfaktoren für besonders rückfallgefährdete Menschen weiter zu identifizieren und gezielte therapeutische Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln. (red, derStandard.at, 19.9.2012)
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