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Neueste Technologie bieten und dennoch etwas Eigenes bleiben: Auf der Photokina fächert sich die Palette aktueller Fototechnologien bis ins Detail auf.
Auf der Jeepattrappe inmitten eines künstlichen Dschungelsettings mit Plastikpapagei sitzt neben der Affenattrappe ein Model in Hotpants und lächelt regelmäßig wie kunstvoll. Gegenüber reihen sich die neuen Kameras von Panasonic, damit die Blonde von den Besucher-Phalangen ordentlich herangezoomt werden kann.
Nein, auf der weltgrößten Fotomesse Photokina geht es nicht um Stil. Es geht darum, die nächste Generation von Bild- und Videotechnik in den Markt zu peitschen. Zwischen Kameras in Scheckkartengröße und 60-Megapixel-Gerät (luxuriös: Hasselblad H5D), zwischen Kameraroboter und Drucker im Meterformat richtet sich die Messe heuer besonders an den Themen stärkerer Vernetzung und Qualität in kompakten Formaten aus.
Trends, die etwa Canon, die mit Konkurrenten Nikon um die Marktführerschaft ringt, mit der Eos 6D illustriert. Die robuste, schmale Spiegelreflexkamera will zum Reisen verleiten und kommt mit WLAN-Modul und GPS. Gemeinsam mit der Nikon D600 bringt sie Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor ins Preissegment um die 2000 Euro.
Das Jahr, in dem Canon das 25-Jahr-Jubiläum der Eos-Reihe feiert, ist auch jenes, in dem der Fotoriese als letzter der großen Anbieter mit einer eigenen spiegellosen Systemkamera einreitet. Sony leistete etwa in dieser Klasse, die die Qualität der Großen inklusive der Verwendung von Wechselobjektiven in ein viel kompakteres Format bringen soll, bereits Vorarbeit. Und auch wenn Canon 2013 mit einem eigenen, "lernfähigen" Cloud-Dienst startet - punkto Vernetzung schweben Hersteller, die von der Smartphone-Seite kommen, in anderen Sphären. Samsung verdient für die Galaxy Camera, die Fotoapparat und Smartphone verbindet, den Exotenbonus. Das Gerät, das mit dem mobilen Betriebssystem Android läuft und per 3G-Anbindung überall online ist, versteht nicht nur Sprachkommandos. Es ist auch fernsteuerbar und schickt Fotos drahtlos und automatisch an Freunde und in die Cloud.
Traditionshersteller Leica, der auf der Messe eine ganze Halle besetzt, versucht die Schnelllebigkeit des Marktes dagegen mit Bedacht auf Wertigkeit auszugleichen. Die neue Leica X2 zwängt Coolness und Betulichkeit für 1750 Euro in eine Kompaktkamera, die man mit Individualisierungen in Farbe, Lederart und Prägung gern teurer machen kann.
In einem ganz anderen Verhältnis zu Coolness und Tradition stehen Sally Bibawy und Matthias Fiegl. "Wir sind weltweit die größten Produzenten von Analogkameras", sagen die Wiener zum STANDARD. Die Vorreiter der Lomografie-Bewegung haben ihre Idee für authentische, aus der Hüfte geschossene Analogfotos zum weltumspannenden Geschäft mit 300 Mitarbeitern, 35 Geschäften und 25 Tochterfirmen gemacht.
Paradoxerweise gibt es eine recht umtriebige Onlinecommunity, 10.000 eingescannte analoge Fotos würden täglich upgeloadet. Eben hat man für eine neue Mini-Kamera das ausgestorbene 110-Filmformat wiedererweckt. Später am Tag sollen hier, im analogen Auge des Taifuns aus Megapixeln, Drahtloskonnektivität und Superzoom noch Filme mit "natürlichen Zutaten" (Kaffeepulver, Vitamin-C-Tabletten) entwickelt werden. Der trotzige Wahlspruch lautet: "Die Zukunft ist analog!" (Alois Pumhösel aus Köln, DER STANDARD, 19.9.2012)
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wenn ich das schon höre... was macht ein schlechtes, aus der Hüfte mit einer Analogkamera geknipstes Foto "authentischer" als ein ein mit Sorgfalt und Überlegung geschossenes Digitalfoto?
Da kann ich gleich Hipstamatic am iPhone nehmen und mir dann einreden, die Fotos, die ich von der Couch aus von meiner Katze gemacht habe, wären Kunst. Ein rauschender Röhrenfernseher ist auch nicht "authentischer" als ein HD-Flachbildschirm...
Und so gibt es halt Fotografen, die sich Gedanken über Bildgestaltung machen und die anderen, die "authentische" Fotos machen... jeder, wie er glaubt.
Die Entwicklung der Digitalfotografie während der letzten Jahre ist phänömenal.
Trotzdem muß die digitale Camera welche zB ein mit gutem Objektiv erarbeitetes Planfilmfoto schlägt, noch erfunden werden.Die halbwegs vergleichbaren digitalen Möglichkeiten bewegen sich dazu auch in der "Einige-Zehntausend-Euro-Sphäre".
Ich finde es fein dass die Ursprünge nicht ganz aussterben, obwohl "totgesagt". Es splittet sich ab im "Anliegen", unterscheidet sich durch Arbeitsweise. "Massenware" wirds wohl nie mehr werden aber ihr "Eckerl"wird die Analogfotografie wohl doch behalten.
Es ist ein wenig wie "Oldtimerfahren". Freude an "Ingenieurskunst" ebenso wie eine "technikbedingte" Bedächtigkeit in der Entstehung des Bildes.
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