Rialtobrücke wird zur Werbefläche

19. September 2012, 11:41

Massive Schäden an Baudenkmälern in Venedig fordern die Fantasie der Stadtväter heraus, die jetzt Sponsoren für Renovierungsarbeiten suchen

Venedig ist auf der Suche nach Möglichkeiten, die Baudenkmäler der Stadt vor dem Verfall zu retten. Jetzt werden laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zahlungsfreudige Sponsoren für den Erhalt der Rialtobrücke gesucht, der rund fünf Millionen Euro kosten soll. Die Touristenattraktion befindet sich in einem äußerst schlechten Zustand, eine Säule ist bereits zerbröckelt, die Marmorstufen weisen zum Teil Sprünge auf, was die Sperre einiger Brückenteile zur Folge hatte.

Werbefläche für Sponsoren

Ab Ende September können interessierte Geldgeber ihre Angebote einbringen, 60 Tage haben sie dafür Zeit. Im Gegenzug erhalten die Sponsoren Werbeeinschaltungen auf der Brücke sowie die Möglichkeit, Events auf dem Markusplatz und auf dem Dogenplatz zu organisieren. Renzo Rosso, Eigentümer des Modelabels Diesel, gilt schon seit geraumer Zeit als möglicher Sponsor für die Renovierung der 400 Jahre alten Brücke.

In Rom unterstützt Diego Della Valle, Gründer der Luxusmarke Tod's, die Renovierung des Kolosseums, andere klingende Namen aus der Modewelt wie Bulgari, Prada und Louis Vuitton finanzieren die Arbeiten an verschiedenen Baudenkmälern. Prada und Benetton haben am Canal Grande in Venedig Palazzi gekauft, die nun privat genutzt werden.

Weitere Projekte in Planung

Die Restaurierungsarbeiten sollen 18 Monate dauern und im April 2015 abgeschlossen sein. Weitere Aktionen mit privaten Sponsoren sind für die hölzerne Ponte dell'Accademia und den Canal Grande geplant.

Bereits 2010 wurde auf der Seufzerbrücke Coca-Cola-Werbung angebracht, was der Stadt Proteste aus der Bevölkerung und der Brücke den Namen "The bridge of signs" einbrachte. (red, derStandard.at, 19.9.2012)

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6 Postings
Negativbeispiel Wien

Gehen Sie am Karls- oder am Albertinaplatz. Wieviele häßliche Werbeflächen fallen Ihnen auf Hausfassaden und Dächern auf? Diese wirken nur billig und schäbig und entwerten die Bauten. Dies gehört verboten.l

Positivbeispiel Sao Paulo

Dort wurde vor ein paar Jahren beschlossen, Werbung im öffentlichen Raum überhaupt sein zu lassen. Ich stell mir das herrlich vor.

Verstehe ich nicht.

In kaum eine andere Stadt kommen mehr Menschen auf Besuch. Da muss doch viel Geld lukriert werden, wo bleibt das denn?

venedig hat schulden von ca. 470 millionen euro.

die verscherbeln jetzt eben sogar palazzi...

Wurde...

... mit einem Seufzer von der Brücke geschmissen!

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