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Wien - Ab Mittwoch geht es in Saal 203 des Wiener Straflandesgerichts, wie so oft, um viel Geld und, wie nicht so oft, um wertvolle Stradivaris. Geigenhändler Dietmar Machold muss sich für seine Façon, Geschäfte zu machen, verantworten. Die erste Anklage wirft ihm schweren Betrug, betrügerische Krida sowie Veruntreuung vor - es geht um einen Schaden von 4,7 Mio. Euro. Neben dem ehemaligen Schlossbesitzer, Oldtimer- und Kamerasammler sitzen drei weitere Angeklagte vor Richterin Claudia Moravec-Loidolt; zweien davon wird Beihilfe zur betrügerischen Krida vorgeworfen. Das Vermögen, um das sie und Machold die Gläubiger gebracht haben sollen, beträgt laut Anklage 1,2 Mio. Euro. der Standard betont, dass die Unschuldsvermutung gilt.
Die Staatsanwaltschaft wirft Machold unter anderem den Mehrfachverkauf von Instrumenten vor; in einem der angeklagten Fälle geht es um eine Stradivari aus dem Jahr 1727, die einen Wert von 1,7 Mio. Euro hat. Laut Anklage war "ein nicht unwesentlicher Teil von Macholds Geschäften rein virtueller Natur". Seine Kunden habe er "durch die Aura des reichen Weltbürgers, die ihn umgab" vertrösten können.
Das ist aber nur ein Teil der Vorwürfe, mit denen sich Machold auseinandersetzen muss. Denn: Kurz vor Prozessbeginn, am 5. September, hat der Staatsanwalt die Anklage erweitert; seit gestern, Dienstag, ist sie rechtskräftig.
Auch dabei spielt eine Stradivari die Hauptrolle, und zwar die 1725 gebaute "Leonardo da Vinci". Sie ist durch einen Kredit ins Spiel gekommen, den Machold bei der Bank Austria im März 2006 aufgenommen hat. Laut Anklage hat er der Bank das Instrument mit einem Wert von 5,5 Millionen Euro zur Besicherung eines Kredits in der Höhe von 1,7 Mio. Euro verpfändet. Den Kredit habe er nie zurückgezahlt - die unter Eigentumsvorbehalt der Bank stehende Geige fand ihren Weg aber nie zu selbiger zurück. Angezeigt wurde die Causa da Vinci von der Bank Austria. (gra, DER STANDARD, 19.9.2012)
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