Spaniens langjähriger KP-Chef Santiago Carrillo tot

18. September 2012, 19:27

Protagonist des "Eurokommunismus" starb 97-jährig in Madrid

Madrid - Santiago Carrillo, der frühere Chef der spanischen Kommunisten, ist tot. Der langjährige Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE), einer der bedeutendsten spanischen Politiker des 20. Jahrhunderts, starb am Dienstag im Alter von 97 Jahren in Madrid. Das teilte die Trauerfamilie der Nachrichtenagentur EFE mit. Carrillo hatte maßgeblich Anteil am Übergang Spaniens von der Franco-Diktatur (1939-75) zur Demokratie gehabt.

Er hatte die Führung der Kommunistischen Partei 1960 im Exil übernommen und das Amt des Generalsekretärs bis zu seinem Rücktritt 1982 bekleidet. Carrillo führte die Partei anfangs autoritär und entfernte alle Kritiker aus der PCE-Spitze. Später wandelte er sich zu einem der wichtigsten Protagonisten der "Eurokommunisten", die auf Distanz zur Sowjetunion gingen.

Carrillo war der Sohn des prominenten sozialistischen Abgeordneten Wenceslao Carrillo. Als 13-Jähriger war er bereits Mitglied der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE). Er nahm an der Vereinigung des Sozialistischen und des Kommunistischen Jugendverbandes 1934 zur Vereinigten Sozialistischen Jugend teil und wurde deren erster Vorsitzender. Er nahm an den revolutionären Aufständen im Oktober 1934 teil und saß dafür bis 1936 im Gefängnis. 1936 wurde er Mitglied der PCE, bereits 1937 Mitglied des Zentralkomitees. Im Spanischen Bürgerkrieg war er republikanischer Offizier und politischer Kommissar. Nach dem militärischen Zusammenbruch der Republik floh er nach Paris, gehörte dort der Exilregierung an und versuchte, die Partei zu reorganisieren. Carrillo lebte 38 Jahre im Exil, überwiegend in Frankreich, aber auch in der UdSSR und in Südamerika. Ab 1942 war er am Aufbau einer illegalen Geheimorganisation der Partei in Spanien beteiligt.

Nach dem Tod des Diktators General Francisco Franco kehrte Carrillo 1976 nach Spanien zurück und wurde festgenommen, aber nach kurzer Zeit freigelassen. 1977 wurde die Kommunistische Partei wieder zugelassen. Carrillo wurde Mitglied des Neunerausschusses der demokratischen Opposition, der den politischen Übergang (Transición) vorbereitete, und Parlamentsabgeordneter. 1978 strich die PCE den Marxismus-Leninismus aus ihrer Programmatik. 1982 wurde Carrillo zum Rücktritt vom Posten des Generalsekretärs gezwungen, 1985 aus der Partei ausgeschlossen. 1986 gründeten seine Gefolgsleute ihre eigene Partei, die sie "Spanische Arbeiterpartei-Kommunistische Einheit" (PTE-UC) nannten. Diese löste sich 1991 auf. (APA, 18.9.2012)

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10 Postings

Weiß jemand, welche Rolle er im "Bürgerkrieg im Bürgerkrieg" spielte? Also als die KP gegen UGT, CNT und POUM kämpfte?

Politischer Kommissar im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939

Das heißt nichts anderes, als daß er ein begeisteter Anhänger des Massenmörders aus dem Kaukasus war.

Es ist schwer vorstellbar, daß ein "politischer Kommissar" nicht in Denunziation, Folter und Mord verwickelt war (damit meine ich NICHT normale Kriegshandlungen). Natürlich wurde er niemals zur gerichtlich zur Verantwortung gezogen, obwohl das jahrzehntelang leicht möglich gewesen wäre.

Wie bei Linken üblich, haben sich alle gefreut, daß SC Jahre nach dem Tod seines Idols keine Lobeshymnen mehr geäußert hat.

oh mensch, was sind schon "normale kriegshandlungen"??

Ein bitterer Beigeschmack........

......zur Trauer, den Carillo wird für die Ermordung vieler Gefangener und Zivilisten in Paracuellos de Jarama verantwortlich gemacht.

Obwohl er immer beteuerte nichts mit dem Befehl der Erschiesungen zu tun gehabt haben, ist Er als Oberster Politkommissar von Madrid sehr wohl verantwortlich.

Offensichtlich war er 1982 den eigenen KP-Genossen zu radikal.

Ein wichtiger und guter Politiker. Er ruhe in Frieden.

Ein wichtiger Pudel Stalins, dem erst 1968 die Augen geoeffnet wurden, wie krude seine Parteilinie war.
Geaendert hat es aber gar nichts.

Stalinisterl ???

Na ja Adam - manche lernens nie - oder wär ma selber gern Zuchtmeister in Bautzen oder der Ljubjanka gewesen ?

Vielleicht einmal Eurokommunismus Googeln und dann reden. Obwohl auf solch blödsinnige Kommentare sollte man eigentlich gar nicht eingehen...

Ich brauch gar nix googeln....

ich brauch nur Bücher über den spanischen Bürgerkrieg zu lesen, z.B. über Durutti oder von George Orwell...dann sieht man schon, wie Commies so agieren...möglicherweise wurde er im Alter etwas milder...etwas....ansonsten wär er kein Commie....

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