Ankunft in Klagenfurt

Was eine "vornehmes Haus" auf seinem Meldezettel nicht alles wissen möchte

Im Hotel in Klagenfurt, einem, das man früher ein "vornehmes Haus" genannt hätte, wird der Gast mit einem dieser Meldezettel empfangen, auf dem neben den üblichen Daten auch noch ein paar tourismusrelevante Informationen erhoben werden. Warum auch nicht, wenn's nützlich ist und der oder die Reisende gerne darüber Auskunft gibt, zu welchem Zwecke sie die Kärntner Landeshauptstadt aufgesucht hat und wie oft sie schon hier war ...

Der aus der Rezeption schallende Satz "Das muss man ausfüllen" ruft jedoch sofort den Widerstand der trotzigen Untertanin hervor: "Und wer sagt das?" "Das Ministerium", assistiert eine andere Angestellte des Hauses. "Welches Ministerium?" "Das Außenministerium." Worauf mir ein derart herzhaftes "So a Bledsinn" entfährt, dass man es nun auf die gute Art mit mir versucht.

Ich werde doch einsehen, dass es gut sei, wenn wir bei ausländischen Gästen erfahren, was die bei uns so machen. Ich bleibe verstockt: Nein, ich habe keinerlei Wunsch, dass zahlende Gäste in Österreich Auskünfte erteilen müssen, die auch auf einem Visumsantrag für den Iran - oder für die USA - abgefragt werden.

Natürlich eine kleine Übertreibung, aber auch die andere Seite arbeitet ja nicht mit fairen Mitteln, wenn aus der touristischen Erhebung quasi eine polizeiliche Maßnahme wird: was offenbar viele als Argument gelten lassen - denn sonst würde es nicht gebraucht. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 19.9.2012)

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frau harrer, sehen sie es positiv:

wenn sie entsprechende antworten machen

(reise mit geldkoffer zwecks erwerb einer kärntner liegenschaft inklusive provisionszahlungen an die entspechenden politiker - alles seeehr diskret)

(erwerb der kärntner staatsbürgerschaft)

(ein bissi lobbying für kärntner institutionen, zb banken, bei brüssler institutionen)

(ein geburtstagsgeschenk für den ehrenwerten ehrwürdigen herrn doktor landesvater - etwas schwer, aber goldbarren sind nicht leicht)

...

kriegen sie gaaanz schnell einen termin mit den landesgrössen...

wenn sie ordinäre/r tourist/in sind: ab jetzt verpflichtung zur rosa brille und heftigem geldausgeben...lei lei...

Gründe für eine Ankunft in Klagenfurt:

1) Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft
2) Überlassen von Bargeldbeträgen (FPK-Vadium)
3) Exkursionen (Bärental, Kreuzbergl Stollen, Rosentaler Straße, Saualpe, Ulrichsberg)
4) TDDL

"Bei mir können Sie sich das nicht erlauben, ich bin Journalist!"

Service ist in Österreich ein Fremdwort. Dennoch möchte ich im "1er-Kastl" keine persönlichen Abrechnungen mit schlechtem Service-Personal mehr lesen. Mir ist diese "Ich-bin-Journalist-und-Sie-werden-von-diesem-Vorfall-noch-lesen"-Attitude zutiefst zuwider - obwohl (oder weil) man sie in Österreich dauernd antrifft.

Ich hatte mit vielen Journalisten zu tun, habe die von dir behauptete Attitüde aber noch nie erlebt.

Eher im Gegenteil: ich war früher "studentischer Hilfskellner" (Schwarzarbeiter halt) in diversen Lokalen; wenn da ein Gast einem Promi ähnlich sah, machte der Stress dem gesamten Personal ordentlich Feuer unterm Hintern und versuchte sich dann gleich selbst einzuschleimen.

unter "grund des aufenthalts" ist entweder "erwerb einer staatsbürgerschaft" oder "vorbereitung zur revolution" einzutragen

oder Kauf ein Bank...

Was steht da drin?
Dass man zig Fragen zum Aufenthalt beantworten "muss"?

Der Zweck des Aufenthaltes ?

Diese Daten sind ja Geld wert und werden zB von der Tourismusindustrie weiterverwendet!

Schon bei einer einfachen Anfrage zu einem Produkt im Internet fragen die Firmen soviel als möglich ab und das ist auch ok. - solange es freiwillig ist. Aber bei vielen online-formularen wird der Vorgang nicht abgeschlossen, wenn sie nicht alles ausfüllen!

Das geht es um Datenschutz, Grundrechte, Konsumentenschutz.

Ankunft einer Privilegierten in der Realität

Die sozialen Privilegien sind sicher ehrlich erworben, daher verdient, es geht also NICHT darum, dass sie ihr nicht gegönnt werden. Schön, dass sie sie hat.

Dennoch muss man lachen. Hier regt sich ein/e Privilegierte/r schon auf, weil sie ein bissl mit den Schikanen der heutigen Wirklichkeit konfrontiert wird.

Wie würde sie sich erst aufregen (müssen), wenn sie - wie jeder Arbeitslose - mit dem AMS konfrontiert würde (& um einen Qualifikationskurs kämpfen müsste), wenn sie sich bei der Gebietskrankenkassa wg. eines "zu teuren" Rezepts anstellen müsste, wenn er/sie (ohne akad. Titel) auf einen Polizeikommissariat einen Irrtum aufklären müsste usw. usf.

Interessant also, wie empfindlich man ist, wenn's einmal raus aus der Green Zone geht.

als berufskollege von frau harrer

würde ich gerne mehr über die "sozialen privilegien" von journalisten erfahren. bitte!

Themaverfehlung.
Hier geht es um irregeleitete Verhaltensweisen eines Hotels. Und auch ein bisschen um das Ansehen eines Staates.
Die verpflichtend zu beantwortende Frage nach dem Grund des Aufenthaltes ist in der Hotellerie ein absolutes Nogo und ist mir in Jahrzehnten nirgendwo in der westlichen Welt untergekommen.

korrigiere: auf eineM Polizeikommissariat

"Irrtümer auf einem Polizeikommissariat"

klärt der UVS mittels Bescheid, die einzige Möglichkeit, das dann schriftlich in der Hand zu halten…
Alle anderen Vorgehensweisen sind Larifari, ich bin ja nicht Bediensteter bei der irrenden Stelle, auf dass ich da meine Zeit opfern müsste…

der kellner hat heute früh die milch zum kaffee vergessen...

...auch mein leben ist hart.

Die Kärntner Behörden sind da paranoid bis dorthinaus, ich war einmal mit einer Gruppe von ca. 10 Leuten auf der Kärntner Seite des Katschbergs in einer etwas besseren Jugendherberge, und dort musste jeder einen eigenen Zettel ausfüllen, statt wie z.B. überall im Salzburgischen einen gemeinsamen, auf dem man dann die Anzahl der Mitreisenden schreibt.

Die Quartierbetreiberin hat uns dann ihr Leid geklagt, wie sich die Landesbeamten aufführen, wenn nur ein bissl was fehlt...

Ich wurde mal vom Meldekontrollor massiv angemotzt, weil ich die Rubrik 'Abreise' nicht ausgefüllt habe.
Er durfte dann den aktuellen Tag einsetzen.

Sehr geehrte Frau Harrer, ich schätze Sie als profunde Kennerin der (heiklen) Materie in Ihren "Analysen" - Sie heben sich damit wohltuend von den diversen Expertinnen und Experten ab. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dieses hohe Niveau beibehalten würden.

Nicht nur in Ktn.

Unintelligente Personen, auch die Geschäftsführung, aber vor allem das kaderpersonal, das einen derartigen Blödsinn bedingungslos ausführt, gibts auch in allen anderen Bundesländern und selbstverständlich auch in Wien.
Ich finde es gut, dass Sie das aufzeigen.
Vielleicht denken diese Leute dann künftig ein wenig nach.
Besonders witzig finde ich das in einem "vornehmen Haus".
Sonst kann ich mich nur mit poster bula nur solidarisieren.

"Und wer sagt das?" "Das Ministerium"

I brich nieda!!! (((-;

Das Ministerium für Kärntner Angelegenheiten und Part-of-the-game?

Ankunft in Klagenfurt

Weiß die gute Dame was sie selber geschrieben hat? ich habe nicht gewusst dass man auch mit Alzheimer einen Job finden kann nämlich bei Standard..................................

Ihr Rotanteil sollte Ihnen zeigen, dass Sie ein Problem beim Erkennen von Inhalten haben. Das sollten Sie vielleicht mal untersuchen lassen.

Ganz im Gegensatz zu Ihnen

haben´s alle anderen kapiert. Ergo sollten Sie sich mehr Gedanken - sofern das möglich ist - über Ihren geistigen Zustand machen...

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