Ankunft in Klagenfurt

Was eine "vornehmes Haus" auf seinem Meldezettel nicht alles wissen möchte

Im Hotel in Klagenfurt, einem, das man früher ein "vornehmes Haus" genannt hätte, wird der Gast mit einem dieser Meldezettel empfangen, auf dem neben den üblichen Daten auch noch ein paar tourismusrelevante Informationen erhoben werden. Warum auch nicht, wenn's nützlich ist und der oder die Reisende gerne darüber Auskunft gibt, zu welchem Zwecke sie die Kärntner Landeshauptstadt aufgesucht hat und wie oft sie schon hier war ...

Der aus der Rezeption schallende Satz "Das muss man ausfüllen" ruft jedoch sofort den Widerstand der trotzigen Untertanin hervor: "Und wer sagt das?" "Das Ministerium", assistiert eine andere Angestellte des Hauses. "Welches Ministerium?" "Das Außenministerium." Worauf mir ein derart herzhaftes "So a Bledsinn" entfährt, dass man es nun auf die gute Art mit mir versucht.

Ich werde doch einsehen, dass es gut sei, wenn wir bei ausländischen Gästen erfahren, was die bei uns so machen. Ich bleibe verstockt: Nein, ich habe keinerlei Wunsch, dass zahlende Gäste in Österreich Auskünfte erteilen müssen, die auch auf einem Visumsantrag für den Iran - oder für die USA - abgefragt werden.

Natürlich eine kleine Übertreibung, aber auch die andere Seite arbeitet ja nicht mit fairen Mitteln, wenn aus der touristischen Erhebung quasi eine polizeiliche Maßnahme wird: was offenbar viele als Argument gelten lassen - denn sonst würde es nicht gebraucht. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 19.9.2012)

Share if you care