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Der Zickzack-Kurs von Fiat-Chef Sergio Marchionne bei der künftigen Strategie in Italien einerseits, der massive Verlust von Marktanteilen in Europa andererseits, haben am Dienstag bei Fiat zu Kursverlusten von bis zu vier Prozent geführt. Europas Automarkt ist im August den elften Monat in Folge geschrumpft und hat die Talfahrt noch beschleunigt. In der EU wurden mit 688.000 Fahrzeugen 8,9 Prozent weniger zugelassen als im Vorjahreszeitraum. In den ersten acht Monaten 2012 summiert sich der Rückgang auf 7,1 Prozent.
Vor allem in Südeuropa schlug die Finanzkrise voll auf die Kauflaune durch: In Italien etwa brach die Nachfrage im August um 20 Prozent ein, in Griechenland zugleich um knapp 47 Prozent.
Fiat-Chef Marchionne gab vergangene Woche bekannt, dass der Investitionsplan der Fabbrica Italia revidiert werde. "Der italienische Automarkt ist zusammengebrochen. Wenn wir nach den ursprünglichen Plänen investieren würden, wären wir pleite."
In Europa habe Fiat im ersten Halbjahr Verluste in Höhe von 700 Mio. Euro verbucht, die der Konzern nur dank Gewinne in den USA und Schwellenländern kompensieren könne. Vor drei Jahren versprach Marchionne, 20 Mrd. Euro in Italien zu investieren. Vorgesehen war, dass die Produktion von 650.000 Fahrzeugen jährlich auf gut 1,4 Millionen zunehme. Er hatte 2010 den Arbeitnehmern für die versprochenen Investitionen Zugeständnisse abgerungen. "Wir werden unsere Präsenz hier zum strategischen Zentrum für Produktion, Investitionen und Export entwickeln", hieß es damals.
Davon ist keine Rede mehr. Die fünf italienischen Fiat-Werke bauten im Vorjahr 330.000 Autos und sind inzwischen alle auf Kurzarbeit gesetzt. Nach einer Werkschließung in Süditalien befürchtet die Regierung das Aus für eine weitere Produktion in Italien.
Industrieminister Corrado Passera forderte Transparenz. Die Gewerkschaften drohen mit Aufstand. Della Valle, Eigentümer der Luxusfirma Tod's, kritisierte die Entscheidung Marchionnes öffentlich: " Das eigentliche Problem von Fiat sind nicht die Arbeiter, Italien oder die Krise. Schuld an dem Debakel sind die Fiat Großaktionäre und der Geschäftsführer." Er als Unternehmer habe mit diesen "kosmopolitischen Schlaumeiern" nichts gemein. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 19.9.2012)
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zuerst greift man die steuergelder ab und erpresst die politik mit standortschliessungen und dann hat man als ausrede doch die "wirtschaftskrise" und wandert in den osten aus um dort billiger zu produzieren.....naja, ist leider standard dieses vorgehen....siehe nokia in deutschland....
Die Sache ist ein wenig komplizierter als dargestellt. Welche neue Fabrik hat Fiat/Crysler im Ostern eroeffnet?
Auch vergessen sie die uebermaechtigen italienischen Gewerkschaften die mit hirnverbrannten Zugestaendnissen Italien praktisch lahmgelegt haben.
Vergleichen sie mal Grossbritannien (in der Vergangenheit wurden dort aehnlich viele Autos produziert) mit Italien. Das spricht Baende, und die haben nichtmal einen “heimischen” Autohersteller!
erst im april wurde in serbien ein werk mit 200.000 einheitskapazitäten eröffnet.....klare tendenz sich aus italien zurückzuziehen.....
die schliessung von werken in italien kann man jetzt tadellos durchführen, da man ja wieder der krise die schuld geben kann..... ob die käufer in italien das auch so sehen ist fraglich. ein boykott von fiat wie einst von nokia in deutschland wäre für den wichtigsten markt katastrophal.....
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