Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Tschechische Polizisten kontrollieren ein Pub in Prag. Seit vergangenem Freitag gilt in dem Land ein generelles Verkaufsverbot für harte alkoholische Getränke.
In Tschechien ist die Zahl der Opfer des Skandals mit gepanschtem Alkohol bis Dienstagnachmittag auf 21 angestiegen. Wegen der Affäre bleibt auch weiterhin der Verkauf von Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als zwanzig Prozent verboten. Gesundheitsminister Leos Heger verkündete das zeitlich unbegrenzte Verbot letzten Freitagabend. Der Grund für diese außerordentliche Maßnahme war die Häufung von schweren Vergiftungsfällen durch Alkohol, der mit dem giftigen Methanol gepanscht war.
Die meisten Vergiftungsfälle traten nach dem Konsum von Alkohol ein, der zuvor in Marktständen oder an Imbissbuden gekauft wurde und aus illegalen Quellen stammte. Der Verkaufsstopp für hochwertige Spirituosen soll den Behörden helfen, den florierenden Schwarzmarkt mit Alkohol zu unterbrechen. Groben Schätzungen zu Folge ist jede vierte Flasche Schnaps, die in Tschechien verkauft wird, illegalen Ursprungs. Die Flaschen, welche mit gefälschten Stempelmarken versehen und dem Original zum Verwechseln ähnlich sind, werden am Fiskus vorbei auf den Markt geschleust und dort angeboten.
Unterdessen ist die tschechische Polizei den Hintermännern des Panscherskandals auf der Spur. Insgesamt wurden bisher 23 Personen angeklagt, die zu den mafiaartigen Strukturen rund um die illegale Herstellung von Alkohol zählen. Im Prinzip geht es darum, dass anstelle von Konsum-Spiritus, der mit einer hohen Steuer belastet wird, von der Steuer befreiter technischer Alkohol als Grundlage verwendet wird. Den relativ hohen Differenzbetrag zwischen dem sehr niedrigen Herstellungspreis und dem vergleichsweise hohen Verkaufspreis stecken die Hersteller ein. Der Staat geht leer aus.
Alles deutet darauf hin, dass die Alkohol-Mafia seit vielen Jahren ungehindert ihre Strukturen aufbauen konnte. Für ziemliches Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang der frühere Chef des tschechischen Geheimdienstes Karel Randak, als er gegenüber Medien die Vermutung anstellte, die Alkohol-Mafia hätte dies nicht ohne Mitwissen eines Teiles der regionalen Polizeistrukturen tun können.
Das Verkaufsverbot von hochwertigem Alkohol, welches nicht zuletzt auch das Vertrauen der Konsumenten wieder herstellen soll, wird weitgehend eingehalten. Lediglich in einigen kleinen Läden auf dem Land, die oft von Vietnamesen betrieben werden, hatte es etwas länger gedauert, bis die Alkoholflaschen verschwanden. In den Filialen der großen Supermarktketten wurden hingegen die Regale, in denen normalerweise hochprozentiger Alkohol angeboten wird, sofort nach Bekanntwerden des Erlasses leer geräumt. Ersten Schätzungen zu Folge wurden wegen der Verordnung auf diesem Weg rund zwanzig Millionen Flaschen mit Alkohol aus dem Verkehr gezogen. Davon betroffen sind auch die beiden beliebtesten Alkoholgetränke Tschechiens, der Inländer-Rum wie auch der Kräuterlikör Becherovka.
"Lange wird das nicht halten", sagte ein Mann Mitte fünfzig in der Warteschlange vor der Kasse eines Supermarkts. Neben einer Packung Wurst und Semmeln hielt er einen Karton billigen Weins in der Hand. Normalerweise hätte er, wie gewöhnlich, eine Flasche Inländer-Rum genommen. Seinen Worten zu Folge sind die Tschechen sehr erfinderisch, und sollte das Verbot noch lange aufrecht bleiben, würden sie sicher Wege finden, wie sie trotz des geltenden Verbots an hochprozentige Spirituosen herankommen.
Gemäß tschechischen Medienberichten soll das Gesundheitsministerium in Prag ernsthaft die Möglichkeit prüfen, den Verkauf von hochwertigen Spirituosen auch in Zukunft zu regulieren. So soll zum Beispiel die Möglichkeit erwogen werden, dass diese Art von Alkohol ähnlich wie etwa in skandinavischen Ländern nur mehr in speziellen Geschäften zu kaufen sein wird. (Robert Schuster, DER STANDARD, 19.9.2012)
Bereits 31 Todesopfer
Behörden mahnen weiter zur Vorsicht und warnen vor Genuss von Spirituosen unklarer Herkunft
Das Zentrum der mutmaßlichen Giftmischer dürfte in Nordmähren gewesen sein, zwei Männer sind in Haft
Zwei Männer sollen tödliche Mischung bewusst hergestellt haben
Verkauf von hochprozentigem Alkohol nach Vergiftungsserie mit 23 Toten gestoppt
Fünf Tote binnen zwei Wochen in Polen - Vier Personen in der Slowakei vergiftet - Österreich laut Gesundheitsministerium bisher nicht betroffen
Bedeutet es nicht, daß sich so ein Verbrechen erst dann rentiert, wenn hochrangige Entscheidungsträger in Politik und bei Behörden entsprechend wegsehen? Würde ein Verbot das ganze nicht verschärfen??
Prohibition hat noch nie funktioniert!!
So ein Verbot wird nicht lange halten. So ein Verbot spielt der tschechischen Mafia doch nur in die Hände und die ist gut organisiert. Sie versorgt ja nicht erst seit gestern Mitteleuropa mit Amphetaminen aller Art. Da gehen ein paar Kisten Schnaps auch noch ins Auto.
Das scheint das Motto so mancher Poster und von nicht wenigen Tschechen zu sein.
Es gibt bereits 21 Tote, aber die Alkoholiker schwafeln von Prohibition.
Kleiner Tipp:
Wenn ihr ein Problem damit habt 2 Wochen (oder 1 Monat) lang keinen Schnaps kaufen zu können, dann seid ihr süchtig und Alkoholiker und braucht dringend eine Therapie.
... aber bei den anderen drogen regt sich interessanterweise niemand darüber auf, dass unzählige menschen durch gestreckten dreck sterben.
unsere gourmets würden schön schaun, wenn sie sich ihren fusel zu weit überhöhten preisen am karlsplatz kaufen müssten.
Schwer vorstellbar bei Pflanzen, die bei uns natürlich vorkommen. Die Meisten davon werden aber wohl nie populär werden (schade eigentlich.....Katzenminze hätte doch wirklich potential;), also wird sich Ihre These nicht so einfach untermauern lassen.
Spice wird wohl kaum als Beispiel einer heimischen Pflanze gelten können. Es besteht aus einer Vielzahl von zerbröseltem Pflanzenglump, viele recht exotisch. Außerdem sind synthetische Cannabinoide enthalten.
aber egal...ich weis, dass sich die These auch nicht widerlegen lässt, aber solange so etwas noch nicht passiert ist liegt die Beweiserbringungs-last wohl eher auf Ihrer Seite ^^
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.