Verkehrsbeunruhigung in der Mariahilfer Straße

Bettina Fernsebner-Kokert, Andrea Heigl
18. September 2012, 18:22
  • Viel Gesprächsbedarf - beim Speaker's Corner auf der Straße ebenso wie hinter den Kulissen.
    foto: standard/urban

    Viel Gesprächsbedarf - beim Speaker's Corner auf der Straße ebenso wie hinter den Kulissen.

Rot versus Grün versus Mariahilf versus Neubau versus Wirtschaft: Bei der Neugestaltung der Mariahilfer Straße tun sich immer neue Fronten auf. Knackpunkte sind die Querungen für Autos und der Lieferverkehr

Wien - Ein Punk mit weißblond gefärbtem Irokesen schaut nur vorbei, um einen gelben VP-Luftballon abzustauben. Andere nutzten die Gelegenheit, um ihrem Unmut über die Pläne zur Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße Luft zu machen. "Sollen wir wie im 18. Jahrhundert mit Pferdekutschen herumfahren?", empört sich ein junger Mann. Eine Anrainerin stellt die Frage, warum es überhaupt eine Fußgängerzone geben soll: "Ich wohne hier und kann immer über die Straße gehen." Anders sieht das ein junger Mann auf einem Fahrrad: "Wenn alles so bleibt, wie es ist, torpediert man die Mariahilfer Straße als Einkaufsstraße."

Der von der VP initiierte "Speaker's Corner" am Dienstagnachmittag kam zu einem heiklen Zeitpunkt: Ende dieser Woche soll feststehen, wie die verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße aussehen könnte. Wie berichtet soll zwischen Andreasgasse und Kirchengasse eine Fußgängerzone entstehen - dort gibt es keine Garageneinfahrten. Die Abschnitte oberhalb und unterhalb sollen von Fußgängern und Radfahrern benützt werden können, zufahren dürfen lediglich Lieferautos (zeitlich begrenzt) sowie Anrainer, die einen Stellplatz haben (zeitlich unbegrenzt). Wenn die Bezirksvertretungen in Neubau und Mariahilf darüber abgestimmt haben, könnte vor Jahresende die Bürgerbeteiligung starten.

Roter Clinch

Es werde noch über Details verhandelt, heißt es - tatsächlich gibt es noch Uneinigkeit, an welchen Stellen Autos künftig die Mariahilfer Straße queren dürfen. Während Rot und Grün im 6. Bezirk bereits übereingekommen sind, dass man von der Otto-Bauer-Gasse nicht mehr in die Zieglergasse in Neubau fahren können soll - eine Lösung, die auch Thomas Blimlinger, der grüne Bezirksvorsteher von Neubau, wünscht -, lehnen die Roten im 7. Bezirk diese Variante ab. "Das ist im Moment nicht vorstellbar", sagt Rainer Husty, stellvertretender Bezirksvorsteher.

Dass er in dieser Frage vor allem mit den Genossen im 6. Bezirk im Clinch liegt, streitet Husty ab: "Es herrscht großer Konsens." Strittig ist jedenfalls, ob man die Einbahnen in der Webgasse und der Schottenfeldgasse umdrehen soll, um den Ausweichverkehr zu unterbinden. Die SP-Bezirksvorsteherin von Mariahilf, Renate Kaufmann, möchte trotzdem keinen innerparteilichen Wickel erkennen. Bei der letzten Sitzung im Sommer habe es noch Übereinstimmung gegeben.

Jank befürchtet "Filetierung"

Einig sind sich die Bezirkspolitiker darüber, dass die Geschäfte künftig nicht mehr den ganzen Tag lang beliefert werden sollen. "Es kann doch nicht jedes Mal wegen zwanzig Semmeln oder zehn Kipferln ein Lieferwagen kommen", sagt Kaufmann. Bei der Wirtschaftskammer kann man freilich nicht verstehen, warum eine fixfertig ausverhandelte Lösung - inklusive ganztägigem Lieferverkehr - wieder über den Haufen geworfen werden soll.

Das sei "absolut unverständlich", sagte Präsidentin Brigitte Jank am Dienstag dem STANDARD. Sie befürchtet zudem, dass die Mariahilfer Straße durch eine "Filetierung" ihren "Charakter als einheitliche Geschäftsstraße" verlieren könnte. Eine Studie der Kammer habe ergeben, dass Unternehmen den ganzen Tag Lieferbedarf hätten, dabei gehe es nicht nur um Kipferln, sondern um große Bekleidungsketten oder Hotels. Der Gesprächsstoff dürfte den Verhandlern also so bald nicht ausgehen. (Bettina Fernsebner-Kokert/Andrea Heigl, DER STANDARD, 19.9.2012)

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Befragung erwirkt -Stadt schwenkt ein.

An die Verantwortlichen wurde von mir seit 2011 Kritik geübt,ohne Antwort bis vor kurzem. Es wurde jetzt aber mit vereinten Kräften eine verpflichtende Befragung erwirkt. Die kommt bald, wenn Sie Interesse daran haben nehmen sie am Tweet teil. Twitterkonto mit Namen und Email und Passwort eröffnen oder per Google https://twitter.com/MariahilfstrNeu eingeben und sofort ohne Login mitlesen,was ein Vorteil von Twitter ist. Dieses Medium ist frei zugänglich.

lesen:..

...
http://www.kfv.at/unfallsta... Radfahrern

aber jammern.

ich bleib dabei, besonders geschuetzt und gefoerdert gehoert in wien der fußgaenger: der ist und bleibt das schwaechste glied in der kette.

wow, das gibt der bures recht!

die einzige zahl, die sich konstant verschlechtert hat ist die, die unfälle von radlern AUF (!) radwegen betrifft. da sieht man wie gefährlich die bauliche abtrennung von radwegen von den "normalen" straßen ist.

das zeigt nur, dass die radfahrer auf radwegen alle regeln vergessen.
rote ampel
vorrang
fahren auf sicht
fahren mit entsprechender beleuchtung
anvisieren von fussgängern die sich erdreisten, den radweg zu queren.
usw.

net gscheit reden, mal eine stunde neben einem radweg spazieren gehen... das öffnet die augen, wenn dir freewheelers zuschlagen.

was hat das

mit fußgängern zu tun?

ÖVP

Hat mal wieder nichts besseres zu tun als sich für "die Autofahrer" querzulegen.

tut sie das? wo denn?...

überall

quellen, bitte...

...vor allem zum thema hier.

quellen. lesen sie überhaupt wiener zeitungen?

mahü: alles soll bleiben wies ist (ja keine verbesserungen für fußgeher und radfahrer). parkpickerl: generell abschaffen. parkpickerl in schwarzen bezirken: ned amal dran denken - kommt nicht. erster bezirk: kampf gegen jeden radweg, um möglichst jeden parkplatz zu erhalten. radfahren: eindämmen um jeden preis, um den autoverkehr zu beschleunigen (auch mit psychologischen kampfmitteln: helmpflicht, warnwestenpflicht, nummernpflicht - da verzichten 90% freiwillig aufs rad). freigabe von rad- und busspuren für den einspurigen MIV. straßenbahnen: nur keine neuen linien, könnten den autoverkehr behindern undundund...

zusatz: das mit den nummerntafeln ist vom haeupl...

...seit wann ist der bei der oevp? etc.pp.

nein. die idee stammt von der övp und wird vehement von der stenzel propagiert

häupl und schicker haben diese schnapsidee aus taktischen gründen (lokalpolitik!) für "interessant" erkärt, wohlwissend, dass es sich um eine bundeszuständigkeit handelt.

MaHü: keineswegs soll alles bleiben wie's ist...

...nur der derzeitige "plan" ist absoluter topfen.

na dann bringen sie halt ihre Ideen bei der Bürgerbeteiligung ein, man wird ja dann sehen, was die Fachleute dazu sagen und was andere AnrainerInnen oder KonsumentInnen bzw Gewerbetreibende dazu sagen!

natürlich will die övp nichts auf der mahü veränder.

lesen sie halt nach auf der website der övp wien. die wiener-vp ist cit. "für eine Beibehaltung des Status quo auf der Mariahilfer Straße", als höchstes der gefühle kann sich Österreichische Verhinderer Partei vorstellen die sauberkeit, begehbarkeit der gehsteige und die beleuchtung zu verbessern. sie brauchen sich nur informieren!

Ein Prestigeprojekt

der Wr.Grünen und der Frau VBM. Die können es sich gar nicht mehr leisten dieses Projekt sterben zu lassen. Auch wenn es noch so ein Schwachsinn ist, und es für die AnrainerInnen zu erheblichen Erschwernissen kommen wird.

"Müssen den ganzen Tag laden.."

Haben die auf der Kärntnerstraße denn andere Geschäfte #Modegeschäfte und Imbissstände

Wie kommen eigentlich die Bewohner der benachbarten Strassen und Gassen zum zusaetzlichen Laerm und Gestank?

nur damti ein paar Prominente Fussgaengerzone haben?

Das ist doch den Pseudogrünen wurscht. So wie bei der "Energiespar"lampe.

Da haben sie auch gejubelt.

was haben sie gegen energiesparen - und wenn sie gern welche verschwenden heizen sie mit glühlampen.
in allen arbeitsräumen hängen seit ewig gasentladungslampen - und keiner hat sich je beschwert.

Na vielleicht, weil die hochgiftig sind

und kein Mensch weiß, wie man diese "Sparlampen" (deren Sparnutzen nicht abzuschätzen ist) überhaupt entsorgt werden können?

Gottseidank gibt es schon LEDs, die Quecksilber-Dinger könnt ihr bald entsorgen, wenn ihr wüßtet wie....

nein, das glauben nur unwissende - leuchtstoffröhren gibt es seit vielen jahrzehnten - sparlampen mittlerweile mit gebundenem hg (amalgam) - das ist dann so giftig wie wenn der nachbar billige zahnplomben hat.
und in den leds ist zwar kein quecksilber, dafür aber blei, arsen, nickel usw. - auch alles nicht gerade gesund - und keinerlei recyclingsysteme dafür derzeit.
was tun wenn eine led zerbricht: handschuhe, atemmaske anziehen.. (lt. hersteller) - da klingt das lüften nach sparlampenbruch ja noch harmlos.

Spätestens seit die Außentemperaturen in der Nacht unter 15° gefallen sind, sind Glühlampen keine "Energieverschwendung" mehr, sondern eine Zusatzheizung.

den garten mit der glühbirne heizen - viel spass.
eventuell können sie sich an dem luster wärmen:

http://www.designboom.com/weblog/ca... brown.html

Gartenbeleuchtung?

Das ist ja erst recht Energieverschwendung.

Ist bei Ihnen tatsächlich der gesamte unpackbare Umfang der Energiesparschlampenkatastrophe im europäischen Parlament spurlos vorüber gegangen?

Giftschleuderproduktion im billigen China, da kein Einfuhrverbot trotz Kenntnis der absolut lebensgefährlichen Produktionsstätten, aber !oh my God! Die Glühbirne, die ja wie wir alle wissen gemeingefährlich ist (Ironie), die hat ein Einfuhrverbot, obwohl sie auch im Wohnraum keinerlei Gefährlichkeit beinhaltet, einen Bruchteil der giftigen oder seltenen und unter Lebensgefahr geförderten Rohstoffen bie der Produktion verbraucht.... Offensichtlich sind wohl nur die Elektrik verschwendenden Autos grad in Mode, statt den Verbrauch auf 3l/100km reduzieren.

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