An den Grenzen der Quantenphysik

  • Experimentalphysiker Rainer Blatt (links) und der Theoretische Physiker Peter Zoller.
    foto: apa/gindl

    Experimentalphysiker Rainer Blatt (links) und der Theoretische Physiker Peter Zoller.

Eine Tagung mit vier Nobelpreisträgern zu Ehren der Innsbrucker Wissenschafter Rainer Blatt und Peter Zoller

Wenn zwei der angesehensten Quantenphysiker weltweit ihren 60. Geburtstag begehen, muss das natürlich gebührend gefeiert werden. Peter Zoller (geboren am 16. 9. 1952) und Rainer Blatt (geboren am 8. 9. 1952) ist daher das zweitägige Symposion Frontiers of Quantum Physics (20. bis 21. 9.) an der Uni Innsbruck gewidmet.

Über 100 Wissenschafter werden erwartet, um die beiden Universitätsprofessoren und wissenschaftlichen Direktoren des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu feiern und sich untereinander auszutauschen. Darunter immerhin vier Nobelpreisträger: die drei US-Amerikaner Eric Cornell, William Phillips, John Hall und der Deutsche Theodor Hänsch. Einer der Gäste wird als heißer Kandidat für den kommenden Nobelpreis gehandelt: der Franzose Alain Aspect, der sich am Laboratorium Charles Fabry des Institut d'Optique in Orsay mit Fragen der Quantenoptik beschäftigt.

Insgesamt acht Vorträge stehen auf dem Programm: Am Donnerstag wird der Spanier Ignacio Cirac eröffnen, der selbst eine Professur an der Universität Innsbruck hatte und dabei richtungsweisende theoretische Arbeiten gemeinsam mit Zoller verfasste. Seit 2001 ist er Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in München. Er wählte für seinen Vortrag einen persönlichen Zugang und nannte ihn: How my life changed, when I met Peter and Rainer.

Die besten Gruppen

Der Physiker David Wineland, der am Freitag sprechen wird, kennt vor allem Blatt. Seine Gruppe am National Institute of Standards and Technology (NIST) in Boulder in den USA arbeitet wie jene von Blatt mit Ionenfallen. Beide Gruppen werden zu den besten in Fragen der experimentellen Quantenphysik gezählt.

Nobelpreisträger John Hall von der University of Colorado in Boulder hat Anknüpfungspunkte zu beiden Jubilaren. Rainer Blatt war mit 30 bei ihm im Labor, Peter Zoller arbeitete immer wieder mit ihm zusammen.

Auf der Gästeliste stehen auch der fast achtzigjährige Physiker Dan Kleppner, der 1960 Vorarbeiten zur Atomuhr machte, und der Schweizer Physiker Nicolas Gisin, Experte im Bereich der Quantenkryptogra- fie und Teleportation. Schließlich wird natürlich auch Anton Zeilinger erwartet, dessen Team zuletzt Quanteninformationen über 143 Kilometer übertragen konnte und damit einen neuen Weltrekord aufstellte. Das Symposium findet im Kaiser-Leopold-Saal an der Uni Innsbruck (Karl-Rahner-Straße 3) statt. (pi/DER STANDARD, 19. 9. 2012)

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