Jedes Gehirn ist intersexuell

18. September 2012, 17:22

Männer können einparken, Frauen zuhören: Stereotype wie diese beeinflussen unser Verhalten - Doch die Unterschiede im Gehirn sind viel kleiner als gedacht

Forscherinnen wollen dem Phänomen "Neurosexismus" die Grundlage entziehen.

 

Männerdiskriminierung lautete der Vorwurf in zahlreichen Beschwerden an die Medizin-Uni Wien. Erstmals in sechs Jahren hatte sie heuer mehr Frauen als Männer zum Studium zugelassen. Der Grund: Der Aufnahmetest wurde "genderspezifisch" ausgewertet. Bei männlichen und weiblichen Anwärtern wurden jeweils getrennt Mittelwert und Standardabweichung bei den Testergebnissen ermittelt, sodass in einigen Fällen Frauen insgesamt einen höheren Testwert aufwiesen als Männer mit der identen Punktezahl - und somit bei der Studienplatzvergabe vorgereiht wurden.

Das sei notwendig, um den "Gender Gap" auszugleichen, den ein naturwissenschaftlicher Überhang im Test und jahrelange Versäumnisse im Unterricht verursachen, sagen die Befürworter. Die anderen sprechen von Sexismus und Bevorzugung von weniger geeigneten Kandidatinnen. Das Wissenschaftsministerium prüft nun die Auswertungsmethode, die Med-Unis arbeiten an einem neuen gemeinsamen Test.

Doch das allein gibt keine Antwort auf dahinterliegende Fragen: Liegen solche unausgeglichenen Testergebnisse daran, dass Frauen tendenziell weniger naturwissenschaftliches Verständnis mitbringen, weil es ihnen von klein auf abgesprochen wird? Oder rührt das Problem etwa daher, dass die Gehirne von Männern und Frauen sich grundlegend unterscheiden, wie populäre Bücher zu Einparken, Zuhören und Mars/Venus-Konstellationen immer wieder weismachen wollen?

Kritischer Blick ins Gehirn

Alles Unsinn, sagt die australische Neuropsychologin Cordelia Fine von der Universität Melbourne. Vielmehr seien es gerade neurowissenschaftliche Studien zu vermeintlich großen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, die Stereotype erst recht manifestieren. "Neurosexismus" wird dieses Phänomen genannt, dem Fine vergangene Woche in Wien in ihrem Eröffnungsvortrag zur Konferenz Neurocultures - Neurogenderings auf den Grund ging. An drei Tagen debattierten Wissenschafterinnen - und einige wenige Wissenschafter - auf Einladung des Referats für Genderforschung der Uni Wien und des internationalen Netzwerks Neurogendering einen kritischen Zugang zu den neuen Methoden der Hirnforschung.

"Es war für mich ein furchtbarer Schock zu erkennen, das Wissenschaft nicht immer objektiv ist", sagte Fine, die sich schon in ihrem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch Die Geschlechterlüge (im Original mit dem weniger plakativen Titel Delusions of Gender) auf die Suche nach Fakten begab. "Vor allem hat mich erschüttert, wie die Idee, dass es festverdrahtete Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, unsere Selbstwahrnehmung und unser Verhalten beeinflusst."

So variiert die mathematische Leistung von Frauen, je nachdem, wie sie auf den Test vorbereitet werden: Werden sie in irgendeiner Weise mit Rollenbildern konfrontiert - sei es, dass ihnen erklärt wird, dass es genetische Unterschiede gibt, dass sie in einem Raum voller Männer sitzen oder dass sie einfach nur ein Häkchen bei "männlich" oder "weiblich" machen müssen -, schneiden sie schlechter ab als ohne derartige "Stereotyp-Bedrohung", wie Fine diese Hemmung nennt.

Dass auch dieser Art Selffulfilling Prophecy entgegengewirkt werden kann, beweist das Beispiel der renommierten US-Universität Carnegie Mellon: Um den Frauenanteil im Fach Informatik zu steigern, wurden umfassende Interviews mit Studierenden geführt, Highschool-Lehrer geschult und ein neuer Lehrplan entwickelt. Zwischen 1995 und 2000 stieg der Anteil an Studienanfängerinnen von sieben auf mehr als 40 Prozent. Ein Beispiel, das Schule machen sollte, wie die Biologin Sigrid Schmitz meint, die als Professorin für Gender Studies der Uni Wien die fachübergreifende Konferenz federführend organisierte.

Cordelia Fine und ihre Kolleginnen sind überzeugt: Weitverbreitete Ansichten, dass das männliche Gehirn besser für räumliches Denken und knallharte Analyse und das weibliche für Sprachverarbeitung, Kommunikation und Mitgefühl geeignet seien, begründen sich auf konsequent fehlinterpretierte Studien. Als Grundlage dafür dienen oft Hirnscans aus dem Magnetresonanztomografen, die anzeigen, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, während eine bestimmte Aufgabe gelöst wird. Betrachtet man die Methodik genauer, relativieren sich viele Geschlechter differenzen, argumentiert Fine. Nicht nur werden stets andere Parameter und Grenzwerte angesetzt, auch die Zahl der Probanden divergiert erheblich.

Problematische Datenlage

Fine hat in einer Meta-Studie, die demnächst im Fachblatt Neuro ethics erscheint, 39 Studien analysiert, die in den Jahren 2009 und 2010 mithilfe von Magnetresonanztomografie kognitive Unterschiede zwischen Männern und Frauen feststellten. Das Ergebnis: 75 Prozent der Studien untersuchten nur 15 Personen oder weniger je Geschlecht und Experiment. Frühere Studien haben längst erwiesen: Je größer die Datenbasis, desto kleiner werden die Geschlechterdifferenzen.

Cordelia Fine bestreitet nicht, dass es tatsächlich signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt - was sie bedeuten, basiere aber mehr oder weniger auf Spekulation. "Wir wissen heute, dass ein mentaler Prozess mehr als eine Gehirnregion involviert", sagt Fine. Weil über die exakten Zusammenhänge von Gehirnaktivität und Verhalten noch vieles im Dunkeln liege, bestehe die Gefahr, "dass Stereotype dafür benutzt werden, um die Lücken im Wissen zu füllen", warnt Fine. Zumal jeder noch so feine Unterschied, der entdeckt wird, viel leichter seinen Weg in die Medien finde als ein Null-Ergebnis.

Hirnscans sind immer nur Momentaufnahmen, fügt Fine hinzu, und können nicht die Plastizität des Gehirns, also seine Lernfähigkeit, die ständige Neuknüpfung neuronaler Verbindungen und Interaktion mit äußeren Umständen widerspiegeln. "Jedes Gehirn setzt sich aus einem einzigartigen, sich ständig verändernden Mosaik aus männlichen und weiblichen Eigenschaften zusammen", dia gnostizierte die Neurowissenschafterin Daphna Joel von der Universität Tel Aviv in ihrem Vortrag. Und schließt daraus: "Jedes Gehirn ist intersexuell."

Zwar gibt es eindeutige Geschlechtsunterschiede, etwa was die Größe des Gehirns oder die Zusammensetzung von Neuronen betrifft, dennoch könnten daraus keine Aussagen über Verhalten und Denkvermögen getroffen werden, sagt Joel. "15 Minuten Stress genügen, um die Eigenschaften der dendritischen Dornen von Nervenzellen im Gehirn bei Ratten umzudrehen. Das heißt, dass die Dornfortsätze bei den Männchen eine weibliche Form annehmen und umgekehrt."

Zu viele Faktoren, darunter Alter, soziales und kulturelles Umfeld, wirken auf die Gehirnstruktur ein, um die vielen individuellen Differenzen auf die Merkmale "männlich/weiblich" zu reduzieren - so ein Tenor der Tagung. Die Debatte um Geschlechtermythen und Neurosexismus ist damit aber noch lange nicht beendet. (Karin Krichmayr /DER STANDARD, 19.9.2012)

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"Zwischen 1995 und 2000 stieg der Anteil an Studienanfängerinnen an der Carnegie Mellon University von 7 auf über 40%"

Dieser Erfolg wird immer wieder als Beispiel dafür gebracht, dass die Interessen nicht vom Geschlecht abhänging sind.

Nach der gängigen Argumentation studieren Frauen seltener Informatik, da das gängige Rollenbild männlich ist. Wie ist es aber möglich gewesen, den Frauenanteil in so kurzer Zeit zu steigern?

Die Verantwortlichen haben bei Interviews mit Frauen folgendes erkannt:
"They attach their interest in computing to other arenas, to a social context that's more people-oriented."
http://news.cnet.com/2008-1082... 33090.html

Das beweist doch eher, dass Menschen ihren Interessen mehr als den Rollenbildern folgen und diese scheinen bei Frauen anders zu sein, denn sonst hätte man das Studium ja nicht anders vermarkten müssen.

Als ich den Artikel las, fiel mir Lyssenko ein

http://de.wikipedia.org/wiki/Trof... h_Lyssenko

Lyssenke war der Meinung, dass die Gene "unsozialistisch" seien und deswegen das ganze Konzept falsch sei. Er meinte außerdem, dass die Umwelt die Erbanlagen beeinflussen könne. Die Mißernten in der damaligen Zeit, in der erfolglos versucht wurde, Getreide an harte Witterung zu "gewöhnen", gehen auf das Konto von Lyssenko.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Genderforscher genausolche ideologisch verbrämte Wissenschaft betreiben, eine Wissenschaft, die diesen Namen gar nicht verdient.

"15 Minuten Stress genügen, um die Eigenschaften der dendritischen Dornen von Nervenzellen im Gehirn bei Ratten umzudrehen. Das heißt, dass die Dornfortsätze bei den Männchen eine weibliche Form annehmen und umgekehrt."

Also ist die Redewendung, jemand sei dermaßen durcheinander, "dass er/sie nicht mehr weiß, ob er/sie Manderl oder Weiberl ist", anscheinend gar nicht so weit hergeholt...

Brainwash.....

.....Eia. Not more not less!

in einem Land, das Personen aufgrund ihrer primären männlichen Geschlechtsmerkmale (Hoden, Penis, Nebenhoden, Scrotum, ...) wehrpflichtig und unter Freiheitsstrafe stellt, ist aufklärung besonders vonnöten.

man möge frau c. fine viel öfters einladen.

vielleicht gleich auch in den nationalrat, wo gerade zur "allgemeinen" wehrpflicht ausschließlich für männer unglaublich stupide argumentiert wird.

und natürlich bitte in den tagen vor dem 20.jänner 2013.

da brauchen wir jede stimme.

Keine angst, bald hast dus geschafft>

dann gibts nur mehr Berufsheer, alle, die aus finanziellen Gruenden keine andere Wahl haben, machen dann deine Dreckarbeit und das "freiwillige" soziale Jahr wird wieder dafuer sorgen, dass hauptsaechlich die Frauen fuer die soziale Waerme in unserem Land sorgen. Also alles paletti fuer den dummen Peppi.

es kann bei den Geschlechtern im Hirn keine Unterschiede geben, "außer" das biologische Geschlecht.

Das Hirn an sich ist dasselbe.

Das einzige was sich aufs Hirn auswirkt sind Erfahrungen und daraufhin folgend Assoziationen, also der Lerneffekt.

Burschen und Mädels wachsen verschieden auf. Durch Köpereigene Botenstoffe bzg der Sexualität gibt es ein differenziertes Wahrnehmen und dadurch eine andere Prägung im Hirn.

Nein, die Gehirnarchitektur ist unterschiedlich:

Das männliche Gehirn ist um über 10% größer, aber stärker lateralisiert, Verbindungen zwischen den Girnhälften (zB Splenium) sind bei Frauen ausgeprägter, es werden unterschiedliche Gehirnreale aktiviert, bei Männern mehr graue Gehirnmasse beteiligt, bei Frauen mehr weiße. Der Hypothalamus ist bei Männern anders strukturiert (zB Area preoptica doppelt so groß) usw. usf.

Das sind die Fakten. Die Genderideologen wollen das nicht wahr haben und klammern sich an jeden noch so abstrusen Strohhalm. ZB die (schon an sich extrem fragwürdige und unwissenschaftliche) stereotype threat-Literatur, die mit dieser Thematik gar nichts zu tun hat.
Reines Wunschdenken.

Pssst, nicht so laut. Politisch korrekter Genderwahn ist eine Religion, deren Anhänger sehr empfindlich auf wissenschaftliche Fakten reagieren.

Interessante Ansicht

Denken Sie mal an 2 Objekte ähnlicher Größe, jedes Objekt verfügt über 50 Eigenschaften. Wir können objektiv messen, dass sich die Objekte in 49 der 50 Eigenschaften geringfügig bis sehr stark unterscheiden. Die 50. Eigenschaft ist nicht eindeutig messbar. Ihr Dogma lautet nun, dass diese bei beiden Objekten identisch ist, weil es einfach so sein muss. Ergibt wenig Sinn, oder?

Die Gene sorgen dafür, dass sich Männer und Frauen sowohl äußerlich als auch innerlich teilweise sehr stark unterscheiden. Selbst Größe und Gewicht des Gehirns sind nicht gleich. Trotzdem sollen die Fähigkeiten zu 100% identisch sein?

Kein Geschlecht und keine Rasse ist minderwertig, gewisse Fähigkeiten können aber durchaus unterschiedlich ausgeprägt sein.

Ihr Dogma lautet nun, dass diese bei beiden Objekten identisch ist, weil es einfach so sein muss. Ergibt wenig Sinn, oder?

und ihr Dogma lautet, dass es genau gegenteilig sein muss, also dass man JEDE KÖRPERAUSPRÄGUNG astrein in männlich und weiblich einteilen kann, sowie dass diese Kategorisierung tatsächlich immer dem biologischen Geschlecht entspricht?

Das halte ich für schwachsinnig, da es genug Körperausprägungen/Organe gibt, von deren Ausprägung man nicht auf das Geschlecht rückschließen kann: Lunge, Leber, Niere, Darm, Galle, Mund/Lippen, Augen, Nase, Ohren, Hände, Füße, Nägel, Zähne.

Dass jetzt gerade das flexibelste Organ des Menschen, das sogar eigene Schwächen bewiesenermaßen selbst sehr gut kompensieren kann, einem starren m/w-Muster unterliegen soll, halte ich für dermaßen paradox, dass ich von den Beweisen dafür sehr viel Genauigkeit verlange.

Zumindest bei Händen und Füßen, aber auch beim Mund sind klare Unterschiede erkennbar. Nicht beim Einzelnen, aber beim Durchschnitt. Schon mal einen Blick auf Schuhgrößen geworfen? Wie es bei den inneren Organen aussieht mögen andere beurteilen, beim Magen gibt's jedenfall auch schon Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Ein Blick auf die molekulare Ebene zeigt weitere Unterschiede, und zwar in jeder einzelnen Körperzelle. Frauen haben bekanntlich 2 X-Chromosomen, was bei einem Defekt von Vorteil sein kann.

Ob es beim Denken Unterschiede gibt, dass kann ich genauso wenig beweisen wie Sie es widerlegen können. Ich behaupte jedoch nicht dass es Unterschiede geben MUSS, wärend Sie der Ansicht sind dass es keine geben KANN.

Nicht beim Einzelnen, aber beim Durchschnitt: und genau das ist das Problem.

Es gibt in dieser Hinsicht eben keine EINDEUTIGE Kategorie, wie bei den Chromosonen: Kein Mann besitzt 2 X-Chromosonen, sodass es hier legitim ist, von einer wissenschaftlichen Eigenheit des biologischen Geschlechts zu reden.
Im Gegenteil dazu gibt es Männer mit kleinen Füßen etc., die verbunden damit aber nicht zwingend andere Eigenheiten des biologischen weiblichen Geschlechts teilen, sodass es hier wenig Sinn macht kleine Füße mit der selben wissenschaftlichen Kategorie zu belegen, wie 2 X-Chromosonen.

Bei dem Gehirn sind wir noch dazu ja meilenweit entfernt zu wissen, inwiefern der konkrete Aufbau des Gehirns damit zusammenhängt, mit welchen Verwendungszwecken es sich leicht tut. Zu sagen es handelt sich hier um m/w Untersch. is billi

"Bei dem Gehirn sind wir noch dazu ja meilenweit entfernt zu wissen, inwiefern der konkrete Aufbau des Gehirns damit zusammenhängt, [...]"

BINGO! Und genau weil wir es nicht wissen können wir auch keine endgültigen Aussagen darüber treffen ob es Unterschiede gibt oder nicht. Wer behauptet es würde definitiv keine geben, der weiß entweder mehr als der Rest der Menschheit und hat einen Nobelpreis verdient, oder er lügt.

Und ja, es gibt Männer mit 2 oder mehr X-Chromosomen und meines Wissens sogar Frauen mit einem Y. Derartige Gendefekte sind sehr selten aber möglich. Daher nochmal: Wenn Sie keine Ahnung haben und Ausnahmen nicht nur möglich sondern wie hier sogar existent sind, dann treffen Sie bitte keine endgültigen Aussagen.

Sie vergleichen "Gen-Defekte" mit kleinen Männerfüßen, ist das nicht ein bischen weit hergeholt?

Sie werfen mir vor, ICH würde endgültige Aussagen darüber treffen, ob es spezifische Denkfähigkeiten gibt, die mit dem biologischen Geschlecht korrelieren? Wo genau tu ich denn das?

Ich treffe nur endgültige Aussagen über die Sinnhaftigkeit einer Unterordnung bestimmter Ausprägungen unter bestimmte wissenschaftliche Kategorien. Ich verlange einzig und allein Genauigkeit bei der Begründung bizarr anmutender Urteile, nicht mehr.

Ich finde es tatsächlich armseelig, bestimmte Verwendungsweisen eines Organes unter die Kategorie des biologischen Geschlechts einzuordnen, ohne präzise Begründung. Vor allem wenn das bedeutet: Männer, die sich bei technisch systematischem Denken schwer tun, hätten einen Gendeffekt.

Ich habe meinen Finger ganz bewusst bewegt!

Das Hirn an sich ist das selbe ist eine Behauptung, deren Gültigkeit man glauben kann oder auch nicht.

Ich habe ein paar Gründe sie nicht zu glauben:
- geschlechtsspezifisch entwickeln sich verschiedene Dinge unterschiedlich in den Körpern. Bei primäen und sekundären Geschlechtsmerkmalen, aber auch bei Muskeln steht das ausser Streit (ausser bei den Kreationisten)
- langsam entdeckt man in der Medizin, dass es genderspezifische Behandlungsformen und Medikamente braucht. Was nichts anderes bedeutet, als dass weibliche und männliche Körper bei an sich gleichen inneren Organen doch etwas anders reagieren.

Die Prägung durch Hormone erfolgt aber schon im Mutterleib.

Vor allem anbhängig von der Testosteronmenge wird das Hirn bereits im Mutterleib auf ein Geschlecht geprägt. Unter besonderern Umständen kann dieses "Gehirngeschlecht" vom genetischen oder genitalen Geschlecht ("biologisches Geschlecht" ist mehrdeutig) abweichen.

Wie im Artikel angeführt, gibt es zwischen männlichen und weiblichen Hirnen Unterschiede. Man weiß noch nicht wie sich diese wirklich auswirken, grundsätzlich dürften die Auswirkungen aber nur geringfügig sein. Wer das Schulsystem und gesellschaftliche Einflüsse und nicht die gerigfügig unterschiedliche Gehirnarchitektur für unterschiedliche Testergebnise verantwortlich macht, wird vermutlich richtig liegen.

Vor allem anbhängig von der Testosteronmenge wird das Hirn bereits im Mutterleib auf ein Geschlecht geprägt

und das hat genau welche auswirkungen?

Das "Gehirngeschlecht" bestimmt die Geschlechtsidentität.

Ein genetischer bzw. genitaler Mann mit einem weiblichen Gehrin fühlt sich als Frau.

Im Übrigen ist da noch vieles nicht erforscht. Aber z.B. läuft ein Orgasmus in einem männlichen Gehirn deutlich anders als in einem weiblichen Gehirn ab.

Geschlechtsidentität

Das "Hirngeschlecht" legt die Geschlechtsidentität fest. Ein genetischer und genitaler Mann mit einem weiblichen Hirn wird sich als Frau fühlen (Transsexualität).

Weitere Auswirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht. Jedenfalls laufen aber z.B. bei einem Orgasmus im weiblichen bzw. männlichen Hirn deutlich unterschiedliche Vorgänge ab.

"Das Hirn an sich ist dasselbe"

Ist das ein Dogma oder haben Sie dafür Belege?

ist es nicht möglich, dass Hormone während der Schwangerschaft und in der Jugend Einfluß auf das menschliche Gehirn haben?

Letzter Satz:

Durch Köpereigene Botenstoffe bzg der Sexualität gibt es ein differenziertes Wahrnehmen und dadurch eine andere Prägung im Hirn.

nach Geschlecht unterschiedliche Hormone gibt es aber schon in der Schwangerschaft

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