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Hannover - Der schleppende Verkauf von Lastwagen in Europa und in Brasilien kann die großen deutschen Nutzfahrzeugbauer Daimler und Volkswagen kaum bremsen. Der weltweit führende Hersteller Daimler trumpfte zu Beginn der Branchenmesse IAA in Hannover am Dienstag mit einem dicken Absatzplus auf: 20 Prozent mehr Lkw wurden in den ersten acht Monaten weltweit verkauft. Die VW-Nutzfahrzeugsparte lieferte im selben Zeitraum 5,6 Prozent mehr Transporter, Stadtlieferwagen und Pickups aus. Zugutekommt den international aufgestellten Konzernen, dass sie Rückgänge in manchen Regionen anderswo abpuffern können.
"Es scheint nicht überall die Sonne, aber wir haben insgesamt eine solide Großwetterlage", sagte der Chef von Daimlers Truck-Sparte, Andreas Renschler. Im von der Schuldenkrise geprägten Europa sei die Nachfrage "in einem verunsicherten Marktumfeld" stabil geblieben, in Nordamerika legten die Verkaufszahlen binnen Jahresfrist um 27 Prozent zu, hieß es bei Daimler. In Russland betrug das Plus im August gut 80 Prozent. In Brasilien hätten schärfere Abgasvorschriften dagegen den Markt "um mindestens 15 Prozent" geschrumpft.
VW lieferte von Jänner bis Ende August weltweit 362.000 Nutzfahrzeuge an Kunden aus. Selbst in Westeuropa, wo aufgrund der Schuldenkrise im Süden kaum neue Pkw verkauft werden, legte der Absatz um zwei Prozent zu, in Deutschland um 3,5 Prozent. Die bisher vor allem in Europa und Südamerika vertretene Transportersparte von VW erwägt den Einstieg in das wichtige Nordamerikageschäft. "Wir schauen uns natürlich mit großem Interesse den nordamerikanischen Markt an", sagte Eckard Scholz, Sprecher des Markenvorstands von VW-Nutzfahrzeuge.
Um im härter werdenden Wettbewerb Kostenvorteile zu nutzen, will der VW-Konzern zudem das Nutzfahrzeuggeschäft der eigenen Marke enger mit den beiden Lkw-Töchtern Scania und MAN verzahnen. Während die Schweden zuletzt erneut mit der höchsten Marge in der Branche glänzten, schlug bei den Münchnern die Krise in den Kernmärkten Europa und Brasilien ins Kontor. Die Produktion bei MAN wurde bereits heruntergefahren. Konkurrent Volvo berichtete von einem Absatzrückgang im August und rechnete mit einer weiteren Verschlechterung. Die Absatzkrise in Südeuropa breite sich über Teile Europas aus.
Bei den Zulieferern zeigte sich ein ähnlich gemischtes Bild: Continental sieht sich trotz ausufernder Absatzkrise in Südeuropa auf Kurs. Die Abschwächung in Europa werde durch bessere Geschäfte in Asien und Nordamerika wettgemacht, sagte Nikolai Setzer, der die Reifensparte des Dax-Rückkehrers leitet. Conti hatte unlängst seinen Ausblick für 2012 als eines der wenigen Industrieunternehmen angehoben. Bei ZF Friedrichshafen, der rund jeden fünften Euro mit Nutzfahrzeugtechnik umsetzt, wird die Lkw-Flaute dagegen wohl den Gewinn stagnieren lassen. ZF-Chef Stefan Sommer sagte, die Erlöse mit den Kunden in der Nutzfahrzeugindustrie schrumpften wohl um zehn Prozent. Er rechne daher 2012 "nicht mit einem weiteren Gewinnanstieg". (APA/Reuters, 18.9.2012)
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Dass die Automobilgeschäfte in Europa und Südamerika im Allgemeinen eine Herausforderung sind, hat Schaeffler (Continental) schon richtig festgestellt.
Das Unternehmen selbst hat seine Investitionen in diesem Jahr in die Kapazitätserweiterung ihrer Fertigungsstandorte mit Wachstum wie Asien- oder Pazifikraum, insbesondere in China, Indien und Thailand, sowie in den USA und Mexiko fließen lassen. Immerhin brachte ihnen Asien ein Umsatzplus von 13% und Nordamerika 19%.
Somit ist der Expansionsgedanke von VW in die USA vollkommen nachvollziehbar.
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