Umfrage: Das Internet beeinflusst unsere Realität

18. September 2012, 12:53
  • Der von der Telekom am 9. Oktober in Wien
ausgerichtete futuretalk 2012 steht unter dem Motto "ME MYSELF AND
I. How does the Internet shape our thinking?" und wird u.a. mit Jared
Cohen, Direktor von "Google Ideas" und dem Philosophen Slavoj Zizek
hochkarätig besetzt sein.
    foto: futuretalk.com

    Der von der Telekom am 9. Oktober in Wien ausgerichtete futuretalk 2012 steht unter dem Motto "ME MYSELF AND I. How does the Internet shape our thinking?" und wird u.a. mit Jared Cohen, Direktor von "Google Ideas" und dem Philosophen Slavoj Zizek hochkarätig besetzt sein.

Vielen Österreichern ist Selektion durch Google & Co. nicht bewusst

Google, Facebook, Amazon & Co - "All dies prägt unseren Alltag und beeinflusst unsere Realität", betonte heute, Dienstag, Telekom-Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Doch dass die Informationen gefiltert und durch Algorithmen maßgeschneidert auf jeden User zugeschnitten sind, das ist längst nicht allen Österreichern bewusst, wie eine bei der Pressekonferenz in Wien präsentierte SORA-Umfrage zeigte.

Personalisierte Suchergebnisse

Obwohl 59 Prozent der heimischen Internet-User individualisierte Inhalte und Empfehlungen als nicht hilfreich einstufen, fehlt erstaunlicherweise das Bewusstsein dafür: 43 Prozent glauben nämlich nicht, dass Suchergebnisse persönlich auf sie zugeschnitten sind. Eine Mehrheit findet dies auch nicht hilfreich, wobei Jüngere sich damit besser anfreunden können.

Jedoch zeigt man sich durchaus skeptisch, was die Ergebnisse betrifft: Nur eine knappe Mehrheit vertraut den so gewonnenen Informationen. Am meisten profitieren von den Suchergebnissen Menschen mit Matura, die aber zugleich kritischer sind.

Partner weiß mehr "als das Internet"

Wie sehr man für Google, das neun von zehn Österreichern nutzen, ein gläserner Mensch ist, ist nur einem Teil am Rande bewusst, meinte Christoph Hofinger, wissenschaftlicher Leiter bei SORA. Dementsprechend glaubt eine große Mehrheit der Österreicher, dass der/die Partner/in mehr über den persönlichen Musikgeschmack, politische Einstellung, Shopping-Gewohnheiten und erotische Vorlieben weiß als "das Internet"

Sich im www nur einen Spiegel der eigenen Persönlichkeit vorhalten zu lassen, das streben nur wenige an: Als Nachrichtenquellen werden von 78 Prozent jene bevorzugt, die keine spezifische Linie vertreten oder sogar die eigene Meinung hinterfragen. Für den kritischen Austausch nutzen drei Viertel persönliche Gespräche mit Familie und Bekannten und lediglich acht Prozent das Internet.

Futuretalk

Wie sehr sich die Ergebnisse einer Google-Suche unterscheiden, zeigte ein Sora-Experiment: Die drei Begriffe "Euro", "Echt" und "Zukunft" wurden nach Geschlecht, Alter und Region durchaus unterschiedlich gereiht. So wird die Fußball-Euro bei Männern deutlich öfter und weiter oben angezeigt. "Alles, was nicht auf der ersten Google-Seite steht, existiert nicht", so der Generaldirektor.

Was sind nun die Konsequenzen? Die Menschen sollten ein Bewusstsein entwickeln. "Der erste Schritt ist, zu wissen, wie die Dinge funktionieren", sagte Ametsreiter und verwies auf Schulungen, in denen Kindern die Risiken und Gefahren des Internets bewusst gemacht werden. Der von der Telekom am 9. Oktober in Wien ausgerichtete futuretalk 2012 steht unter dem Motto "ME MYSELF AND I. How does the Internet shape our thinking?" und wird u.a. mit Jared Cohen, Direktor von "Google Ideas" und dem Philosophen Slavoj Zizek hochkarätig besetzt sein. (APA, 18.9.2012)

https://www.google.com/dashboard/

dort kann zB. das Webprotokoll entfernt werden. interessant auch, um zu sehen, welche Daten Google von einem selbst zur Verfügung gestellt bekommt.

Mal blöd gefragt: wie genau wird denn das Ergebnis einer Google-Anfrage nach "Geschlecht, Alter und Region" gereiht?
Region ist mir ja klar, wobei das imho spätestens bei mobilen Zugängen nicht immer wirklich funktioniert, aber für den Rest muss ich ja wohl eingeloggt sein und dass Ergebnisse dann zugeschnitten sind, wird dann wohl wieder die wenigsten wundern.
Oder versteh' ich da was falsch?

"Als Nachrichtenquellen werden von 78 Prozent jene bevorzugt, die keine spezifische Linie vertreten oder sogar die eigene Meinung hinterfragen."
Das widerspricht praktisch allem, was ich über den Menschen weiß.

Nicht wirklich. Denn das ist es, was jeder über sich selbst *sagt*. Was der Mensch dann *macht*, ist etwas völlig anderes.

"Natürlich sollen die Nachrichten die eigene Meinung hinterfragen - nämlich die eigene Meinung der anderen, die anders denken, als ich."

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