Panetta nimmt Gespräche in Peking auf

18. September 2012, 06:17

Tausende demonstrierten vor japanischer Botschaft

Peking - Tausende Demonstranten sind am Dienstag aus Protest über den Inselstreit zwischen Japan und China zur japanischen Botschaft in Peking gezogen. Die Protestierenden riefen patriotische Sprüche und forderten einen Boykott japanischer Waren.

Die chinesische Regierung forderten sie auf, an ihrem Anspruch auf die umstrittenen Inseln, die in Japan Senkaku-Inseln und in China Diaoyu-Inseln genannt werden, festzuhalten. In zahlreichen weiteren Städten in China wurden ähnliche Proteste erwartet.

Der 18. September ist der Jahrestag eines Anschlags, der 1931 zur Mandschurei-Krise geführt hatte. Japan besetzte damals die Provinz im Nordosten Chinas.

Panetta nimmt Gespräche in Peking auf

In den Spannungen zwischen China und Japan hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta Gespräche in Peking aufgenommen. Sein Amtskollege Liang Guanglie empfing ihn am Dienstag zum Auftakt des dreitägigen Besuchs. Ein weiteres Streitthema sind die Pläne der USA zum Ausbau ihrer Raketenabwehr in Asien.

Der US-Verteidigungsminister wird am Mittwoch auch von Vizepräsident Xi Jinping empfangen, der im Herbst das Ruder als künftiger Staats- und Parteichef übernehmen soll. Nach einer zweiwöchigen Abwesenheit, die wilde Spekulationen ausgelöst hatte, zeigt sich der "Kronprinz" wieder im politischen Alltag.

Zunehmende Spannungen

Die Spannungen zwischen Japan und China wegen der Inselgruppe im Ostchinesischen Meer nehmen schon seit Wochen zu. Am Wochenende hatte sich der Streit in zum Teil massiven Protesten in zahlreichen chinesischen Städten entladen.

Auslöser der aktuellen Proteste war der Kauf der umstrittenen Inseln durch die japanische Regierung von einem Unternehmer, was in China als Affront betrachtet wurde. Japan kontrolliert die Inseln seit 40 Jahren, nachdem sie von den USA, die sie im Zweiten Weltkrieg erobert hatten, aufgegeben worden waren. (APA, 18.9.2012)

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