Forschungsreaktor der TU Wien erhält noch heuer neue Brennstäbe

  • Das Atominstitut im Wiener Prater erhält neue Brennstäbe.
    foto: apa/neubauer

    Das Atominstitut im Wiener Prater erhält neue Brennstäbe.

Zustimmung der Euratom-Versorgungsagentur noch ausständig - 91 Brennelemente zurück in die USA, 77 neue kommen

Wien - Der Forschungsreaktor der Technischen Universität (TU) Wien am Atominstitut im Wiener Prater erhält neue Brennstäbe. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von der TU Wien und dem US-Energieministerium bereits vor dem Sommer unterzeichnet, ausständig ist allerdings noch die Zustimmung der Euratom-Versorgungsagentur, erklärte eine Sprecherin der TU. Der Transport und der Austausch der Brennstäbe solle jedenfalls noch heuer erfolgen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der Transport der Brennstäbe über Slowenien erfolgen soll. Das aus den USA stammende radioaktive Material soll per Schiff zum slowenischen Hafen Koper transportiert und auf einen Lastwagen umgeladen werden, der die Brennstäbe nach Wien bringen wird. Der Lkw wird dann ein paar Tage später die abgebrannten Brennstäben aus dem Forschungsreaktor nach Koper bringen, von wo sie per Schiff in die USA gebracht werden.

Euratom-Zustimmung nötig

Bevor der Transport so über die Bühne geht, muss allerdings noch die Euratom-Versorgungsagentur zustimmen. Diese EU-Behörde mit Sitz in Luxemburg trägt dazu bei, im Rahmen des Euratom-Vertrages die Versorgung der EU mit spaltbarem Material sicherzustellen.

Mit dem Austausch der Brennstäbe soll der seit 1962 laufende Reaktor nun bis mindestens 2025 betrieben werden. Bei dem Gerät handelt es sich um einen reinen Forschungsreaktor, der für die Ausbildung, Wissenschaft und Isotopenproduktion eingesetzt wird. Weltweit sind nach Angaben der TU mehr als 50 Reaktoren dieses Typs in Betrieb, zehn davon in Europa.

Vereinbart wurde die Rücknahme von 91 Brennelementen und Anlieferung von 77 niedrig angereicherten Brennstäben durch die USA. Vergangene Woche waren Mitarbeiter des Atominstituts in den USA, um die neuen Brennstäbe zu begutachten.

Fünfzig Jahre in Betrieb

Der Forschungsreaktor wurde in den Jahren 1959 bis 1962 von der US-Firma General Atomic gebaut und ging 1962 in Betrieb. Es handelt sich um einen "TRIGA Mark-II"-Reaktor, wobei sich der Name auf die Aufgaben Ausbildung, Forschung und Isotopenproduktion bezieht (Training, Research, Isotope Production, General Atomic = TRIGA). Seit 1962 ist der Reaktor ohne längere Stillstandszeiten durchschnittlich 220 Tage pro Jahr in Betrieb.

Der Reaktor hat eine maximale Dauerleistung von 250 Kilowatt (kW). Zum Vergleich: Die thermische Leistung des AKW Temelin entspricht 3.000 Megawatt, also 12.000 Mal so viel. Für Sekundenbruchteile kann die Leistung auf Spitzen von 250 Megawatt gepulst werden. Aufgrund der geringen Reaktorleistung ist der Abbrand der Brennelemente sehr gering, sodass noch mehr als 50 der im Jahr 1962 eingesetzten Brennelemente im Reaktorkern verwendet werden.

Nach Angaben von Reaktorbetriebsleiter Mario Villa gibt es in Summe derzeit 104 Brennelemente, die in den vergangenen 50 Jahren angeliefert wurden. 66 Stück davon stammen noch aus dem Jahr 1962. Um den Abbrand des Urans im Laufe der Jahre zu kompensieren, wurden weitere Brennelemente nachgekauft. Derzeit befinden sich 83 Brennelemente im Reaktorkern. Von den 104 Brennelementen sollen 91 zurück in die USA transportiert werden, 13 frische bzw. noch wenig abgebrannte Brennstäbe bleiben in Wien, sagte Villa.

Hochangereicherte Brennstäbe

Der Großteil der Brennelemente, die einen Durchmesser von knapp vier Zentimeter und eine Länge von rund 72 Zentimeter haben, enthält jeweils 38 Gramm Uran-235 und ist mit 20 Prozent nur gering angereichert. Neun Anfang der 1970er Jahre angekaufte Brennstäbe sind laut Villa mit einem Urangehalt von je 135 Gramm bzw. 70 Prozent hochangereichert. Sie seien damals gekauft worden, um sie länger nutzen zu können.

Aufgrund der geringen Reaktorleistung ist auch der Uranverbrauch sehr niedrig und liegt laut Villa bei rund zehn bis 15 Gramm pro Jahr. Zum Vergleich dazu nennt die Uni den Verbrauch eines Kernkraftwerks von bis zu drei Kilogramm pro Tag.

Laut Villa haben die USA 1996 erstmals allen mit US-Brennstoff betriebenen Reaktoren angeboten, diesen innerhalb von zehn Jahren zurückzunehmen. Das Atominstitut habe das damals nicht in Anspruch genommen, weil noch so wenige Brennelemente verbraucht gewesen seien. Dieses Angebot sei 2005 nochmals bis 2016 verlängert worden, weshalb man sich nun für die Rückgabe entschieden habe. (red, APA, 22.9.2012)

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Im Haus der Natur habens auch riesige Erzbrocken herumliegen, die leuchten schön im dunklen - seltsamerweise ist da nur eine Acrylglasscheibe zwischen Besucher und Uran und keine Meterdicke Bleiwand - ob das wohl etwas mit der Alphastrahlung zu tun hat? :p

Hat durchwegs gute Rezensionen. Ist ne Überlegung wert...

gar nicht so arg teuer,

das wär mal ein schönes geschenk für meine freundin!
das uran-erz kann man bestimmt auch beim spezialisten in einen ring einarbeiten lassen, der sowohl taschenlampe als auch pensionsvorsorge überflüssig macht!

...dafür wurde vertraglich bis auf weiteres vereinbart von LENR Projekten abzusehen...

und ist mit 20 Prozent nur gering angereichert.

Ob dieser Gefahr einer österreichischen Bombe, auch der Iran reichert auf bis zu 20% an, sehe ich die IDF schon einen Bomberangriff auf den Prater üben.

Bei 38 Gramm pro Stab

kommt man grad mal auf 3kg U235, sehr sehr weit weg von jeglicher kritischen Masse.

Lt. "Datenblatt" auf der Website sind es in Summe 3,6 kg

http://ati.tuwien.ac.at/fileadmin... Bilder.pdf

anscheinend haben die Poster im Wissenschaftsforum ihr Sarkasmusmeter verloren...

öhm...

...und wie soll es dann zu einer Kettenreaktion im Reaktor kommen?

Kettenreaktion? LOL! Im Reaktor? LOL!

Mit Fahrradkette, oder wissen sie nicht was "Kritische Masse" oder "Kettenreaktion" bedeutet?

Natürlich kenne ich mich als Physiker nicht mit solchen Sachen aus. Dass ich genau an diesem Reaktor schon gearbeitet habe, trägt natürlich auch zu meinem Unwissen bei!

Ich zitiere einmal Wikipedia (wenn ihnen das zu unwissenschaftlich ist ist hol ich eben meine Kern/Reaktophysik Skripten): "Eine Menge spaltbaren Materials besitzt dann die kritische Masse, wenn von den bei jeder einzelnen Kernspaltung freiwerdenden Neutronen durchschnittlich genau eines eine weitere Spaltung auslöst. Die übrigen Neutronen verlassen das Objekt oder werden ohne Auslösung einer Spaltung absorbiert. Die Reaktionsrate ist also konstant."

Und diese Bedingung ist natürlich in einem Reaktor erfüllt, weil sonst würde keine Energie freigesetzt werden.

Der TRIGA muss aber absichtlich kritisch bzw. überkritisch gemacht werden - von selbst geht da nichts los.

Ja ehh

ich finde nur die Formulierungen im Artikel recht witzig.
Speziell wenn man diese mit den Artikeln über dern Iran vergleicht, in denen bei ähnlichen Voraussetzungen schon mit einem Waffengang gedroht wird.
Oder mit den Schwachsinnsaussagen der Grünen zum Thema Atomstrom und Kernkraftwerke.

Total ähnliche Vorraussetzungen zwischen Iran und Österreich.

Das eine ist ein totalitärer Gottestaat der tausende umgebracht und hunderttausende in die Flucht geschlagen hat und das andere ein demokratischer Rechtsstaat mitten in in Europa.

Gehts noch dümmlicher?

Manchen Leuten ist es eben wichtiger eine billige Polemik richtig Israel ablassen zu können als nur eine Sekunde nachzudenken.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, produziert dieser kleine Taschenreaktor Energie für knapp 500 Haushalte mit nur 10 - 15gramm Uran pro Jahr.
Uran kostet ca. 100-200 USD / kg.

Eine PV Anlage mit der selben Leistung würde knapp 10 Mio € kosten. Wieviel wohl so ein Taschenreaktor kosten würde...

Uns hat man bei der Vorlesung am Atominstitut erklärt dass es ein "Amtsstunden Reaktor" ist, d.h. er läuft nur von 10-16 Uhr oder so.

Die thermische Leistung wird einfach dem Donaukanal zugeführt (angeblich ein begehrter Angelplatz dort) und nicht in elektrische Energie umgewandelt (darf sie auch nicht).

Wie kommen sie

auf 500 Haushalte ?
Der Reaktor hat eine thermische Dauerleistung 250 kW, das ist nicht mit er eletrischen Leistung die ein hypothetisches Kraftwerk auf der Basis dieses Reaktors - es gibt eben kein Kraftwerk im Prater - da ist NUR der Reaktor, keine Turbine, kein Generator etc. - sie vergleichen hier nicht Äpfel mit Birnen sonder vielleicht Äpfel mit Taschenuhren oder was ist noch weiter voneinander entfernt ?
Weiters, wenn sie schon von den 250kW ausgehen, kommen Sie in Ihrem Haushalt mit einer maximalleistung von 500W aus ? Alle Achtung, aber verbrennen Sie sich nicht am Kienspan, wenn sie die Antwort schreiben!

- der reaktor leistet 250kW thermisch. das entspricht etwa 5 (grösseren) oder 10 (kleineren) thermen für die gasetagenheizung, wird also für 500 haushalte nicht ganz reichen.

- wie die meisten forschungsreaktoren ist der temperaturunterschied zwischen kühlwasservor- und rücklauf sehr gering; leider kann aber nur die energie dieser temp-differenz genutzt werden, was einen wirtschaftlichen betrieb sehr schwierig macht.

- die errichtungskosten hängen stark von der gewünschten instrumentierung ab, aber ca 10 M€ sind eine gute verhandlungsbasis; bitte hier bestellen: http://www.ga-esi.com/triga/abo... /index.php

- die 10-15 gramm beziehen sich auf das spaltbare isotop U-235, und das ist substantiell teurer als natururan

du kannst es ja nicht mit niedrig angereichertem uran vergleichen oder.

diese 100$/kg werden ja kaum der preis sein für reaktorfähiges uran oder ?

Dieser Reaktor erzeugt gar keine elektrische Leistung, die 250kW sind lediglich Wärmeenergie die aus dem Becken abgeführt werden muss. Würde man diese Leistung thermisch nutzen wollen (z.B. für Heizung), wäre sie nochmals geringer.
Im übrigen sind 250 kW die Leistung eines (für heutige Verhältnisse) kleinen Sportwagens. Ob damit 500 Haushalte auskommen können, bezweifle ich.

rechnung ohne wirt

dafür sind die entsorgungskosten der PV im vergleich zum reaktor quasi null, abgesehen davon dass man radioaktiven müll derzeit noch nicht sicher endlagern kann und dass auch ein taschenreaktor ein ungutes risikopotenzial hat...

dafür sind die entsorgungskosten der PV im vergleich zum reaktor quasi null

PV Anlagen sind als Sondermüll zu entsorgen. Die Entsorgung wird nicht überwacht. Es kann somit künftig ein großer Schaden für die Natur entstehen.
Brennstäbe werden in einem Endlager (wie in Norwegen bereits gebaut), ca. 600-1000m unter der Erde, gelagert um auch von einer künftigen Eiszeit nicht aufgerissen zu werden. Damit ist das Entsorgungsrisiko für die Umwelt minimiert und kleiner, als bei den tausenden Müllhalten fragwürdigen Inhalts.

http://www.faz.net/aktuell/w... 79062.html

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