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Den Gründer einer Weltreligion stellt man sich ungern in peinlichen Situationen vor. Es ist also nicht weiter erstaunlich, wenn Muslime in aller Welt darüber empört sind, ihren Propheten in dem Filmfragment Die Unschuld der Muslime nackt durch ein Zelt stolpern zu sehen, mit einem Teppich notdürftig die männliche Blöße verdeckend. Er hat sich gerade als "child molester" betätigt.
Würdevoll ist die Szene ganz und gar nicht, immerhin hat sie aber einen Zusammenhang in einem geläufigen Motiv der Islamkritik. Die Grazer FPÖ-Politikerin Susanne Winter sprach vor einigen Jahren von dem "Kinderschänder" Mohammed, und der Roman Aisha - Das Juwel von Medina, in dem Sherry Jones die dazugehörige Geschichte erzählt, erregte 2008 für eine Weile Aufsehen. Die Unschuld der Muslime ist ein krudes Ding von einem Film, und es deutet einiges darauf hin, dass die 13 Minuten, die auf YouTube eingestellt sind, auch schon im Grunde das ganze Werk sind - eine Ansammlung polemischer Momente mit einer seltsamen Rahmenhandlung, in der eine christliche Familie vor einem aufgebrachten Mob in die eigenen vier Wände flüchtet.
Die Gleichung, die der Vater dann sogar auf eine Tafel schreibt, ist nicht gerade höhere Logik, sondern zielt auf eine Abspaltung der Muslime aus der Menschheitsfamilie: "Man + X = BT", also "Mensch plus X ist gleich Islamischer Terrorist". Das X ist eben der Prophet Mohammed, der gleich danach in einer Art Rückblende ins Bild kommt: Fleischreste von einem Knochen (einer Schweinerippe?) nagend, in Gesellschaft einer Schwarzafrikanerin. Dass der Koran als simple Collage aus den biblischen Büchern und als "false verses" bezeichnet wird, auch ausdrücklich aufgrund mangelnder prophetischer Inspiration, rührt an die Fundamente muslimischer Frömmigkeit.
In diesem Ton geht es weiter, in Szenen, die großteils vor Blue Screen gedreht wurden (Kamele im Hintergrund sind ins Bild projiziert), für die man sich aber immerhin maskenbildnerisch ein wenig Mühe gab. Neben einer generellen Suggestion von Blutdurst bei den Anhängern Mohammeds kehrt der Film immer wieder zu dem Motiv des sexuellen Raubs zurück: Mohammed "verschickt Kinder als Sklaven, nachdem er und seine Männer sich an ihnen gütlich getan habe (used them)".
Ästhetisch ist das nicht einmal auf dem Standard jener apokalyptischen Filme, die in Amerikas christlicher Rechter oft billigst eigenproduziert werden, auch wenn sich vor dem blutverschmierten Schwert, das Mohammed am Ende selbst reckt, bevor er in einem Flammenmeer verschwindet, wohl niemand fürchten wird. Die Unschuld der Muslime ist eine Provokation auch wegen der dürftigen Form. Eine Verletzung des Abbildungsverbots, und dann noch eine so grindige - da steckt die Gemeinheit in jedem holprigen Schnitt. (Bert Rebhandl, DER STANDARD, 18.9.2012)
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also wenn's ein mit millionenaufwand gedrehter film wäre, der den ästhetischen ansprüchen eines herrn Rebhandl genügt, dann wär's eh okay?
und was hier "abbildungsverbot"???
seit wann gelten irgendwelche shariaver- oder gebote weltweit für alle menschen?
gibt es im ganzen Koran keines.
Selbst wenn es das geben würde, würde es nur für Muslime gelten.
Vereinssatzungen gelten nur für die Mitglieder der Vereine, und sonst für gar niemanden!
Wovon der Koran randvoll ist, ist übelste Hetze gegen Polytheisten und Juden.
Wenn man religiöse Beleidigungen gesetzlich und gerichtlich verbietet, muss man wegen des Gleichbehandlungsgrundsatz auch die Ausübung des Islam und die Verbreitung des Koran mit Strafen unterbinden. Es gibt kaum ein Buch, das so voller Hass und Beleidigungen gegen Andersgläubige und Nichtgläubige ist wie der Koran!
Aber gibt es überhaupt ein Szenario, wo man eine _nichtgrindige_ Mohammed-Parodie oder auch nur nichtehrfürchtige, skeptische Biografie drehen könnte?
Ich fürchte, das Fenster dafür hat sich schon längst geschlossen.
Wenn Produzent, Verleih, Darsteller, Regisseur, Kinos allesamt Leben, wirtschaftliche Existenz und in Europa, ihre Freiheit, aufs Spiel setzen, kann nur ein grindiges Produkt, im Hinterhof mit Laien für einen Appel und ein Ei und ein paar im Freundeskreis gesammelte Dollars gedreht und mit falschen, hochstaplerischen Angaben herausgebracht, herauskommen - und das ist dann schon erstaunlich und zumindest der Mut ist anzuerkennen, wenn man auch sonst alles verlacht oder verurteilt.
Und jetzt stellen wir uns das ganze Filmchen und die ganze Situation auf christlich vor...
Jedenfalls sollte man zumindest soviel Empathie wie für die Empörung der Gläubigen für das Leiden der Kopten aufbringen können, das war auch mein einziger nachhaltiger Eindruck aus diesem Film. Die "Beleidigungen" sind nichts Neues und hier nicht einmal übertrieben derb, irgendwie rührend fand ich die naiven Bekennerszenen.
Hey, sorry auch, aber wieso sollte das für irgend einen NICHT-Muslim überhaupt gelten?
Es ist ja nicht so, als ob das Abbildungsverbot (das mW ja außerdem den Sinn hat/haben soll, Anbetung zu verhindern und die Gefahr, dass wer den Film ernsthaft anbetet, kann ma ja wohl getrost ausschließen) jetzt das einzige isl. Verbot wäre, auf das der Rest der Welt mal dezent pfeift.
Wenn ich abends auf ein Bier geh und dazu einen Schweinsbraten esse, verletze ich zB gleich ZWEI meines Wissens dem Abbildungsverbot durchaus gleichwertige Verbote und im Umgang mit meinen Mitmenschen wahrscheinlich gleich noch ein paar.
So what?
DIE GELTEN ALLE NICHT FÜR MICH.
darin wird gezeigt wie selbst westliche intellektuelle ihre grundsätze hinsichtlich freier meinungsäußerung - wozu selbstverständlich freiheit zur provokation gehört - verraten und verkaufen zugunsten eines ängstlichen aber auf jeden fall politisch korrekten oppportunismus.
Abbildungsverbot? WTF?
Ich werde jetzt, glaube ich, ein schiaches Strichmanderl ins Netz stellen, wo drunter "Mohammed" steht.
Als Atheist sind mir krude Verbote diverser Sekten aber sowas von wurscht...
Nehmt Euren Hintern raus aus den Religionen!
Blödsinnige Provokation einer von mehreren Glaubensrichtungen dieser Welt ODER tatsächlich ausgeübte Hexenverbrennung, Judenpogrome, Todesstrafen für Homosexuelle, Steinigung von Ehebrechern, Todbringende Fatwas, Kriege und alles im Namen eines nicht überprüfbaren Gottes? Was ist übrigens mit der Verletzung der Gefühlen von überhaupt Nichtgläubigen? Welche Arroganz der Gläubigen - egal welcher Glaubensrichtung- steckt denn da dahinter, die Gefühle von Nichtgläubigen minder zu bewerten als die eigenen?!!!!!
darin wird gezeigt wie sogar westliche intellektuelle ihre überzeugungen hinsichtlich meinungsfreiheit - wozu selbstverständlich auch provokationsfreiheit gehört - verraten zugunsten eines ängstlichen politisch korrekten opportunismus.
da werden rein islamische grundregeln (abbildungsverbot) wie selbstverständliche bestandteile des westlichen wertekanons suggeriert, da wird ein krimineller hintergrund bei den machern des films suggeriert - da wird sehr viel politisch korrekt suggeriert, für mich stellt sich dabei die frage nach dem warum? ist es angst vor dem lynchmob? oder aber mir erschließt sich einfach die dimension politisch korrekten denkens nicht, deren ideal in einer art selbstaufgabe zu bestehen scheint. ich meine warum kann man auf die provokation nciht ebenso gelassen reagieren wie auf provokationen gegen das westliche wertesystem, die nun einmal ein teil des demiokratsichen diskurses sind; warum muss man formeln finden, sich den mordenden mob schön zu reden?
aber nein, er entscheidet sich dazu, auf das muslimische Abbildungsverbot zu pochen, und ins Horn der radikalen Islamisten zu stoßen.
Warum? Darüber kann man nur spekulieren, gezwungen wird er sicherlich nicht dazu. Ich tippe auf puren Opportunismus. Er schreibt eben das, von dem er glaubt, dass es seine Auftraggeber hören wollen. Wie in den Parteien kommen im Journalismus eben nicht die besten weiter, sondern die, die den oberen nach dem Mund reden...
Ich finde es verrückt, dass sich ein Standardartikel mit dem Inhalt des Videos auseinandersetzt. So schlimm kann das oder überhaupt ein Video gar nicht sein, dass es die Gewalttaten dieser Verrückten rechtfertigt. Der Artikel erweckt aber genau diesen Eindruck.
Amateurdarstellern und eher schlichtem Humor Marke Schülerzeitung, ein paar Historienfilmszenen wie man sie gerne in zweitklassige Dokus einschneidet, naiv-pathetische Frömmigkeit, wie von Evangelikalen bekannt.
Nichts echt Böses, nichts an sich Ungewöhnliches, nichts, was es mit Jesus nicht tausendfach gäbe.
Interessanter ist wohl eher, warum hier grundsätzlich nur ein Low- Budget-Film gedreht werden _kann_, warum inzwischen schon seriöse, wohlwollende Dokumentationen als sehr gewagt und problematisch gelten müssen.
Ich war von der Harmlosigkeit der größten Teile des Inhalts (nachdem ich endlich die Geduld aufgebracht hatte, mir den Trailer anzutun) jedenfalls überrascht, wenn das schon provoziert... Ein Verbot wäre nie argumentierbar!
eine Verletzung des Abbildungsverbotes - denn dieses gilt, wenn überhaupt, nur für Muslime.
Ein Nicht-Muslim kann bei bestem Willen die Gesetze des Korans und der Hadith nicht verletzen.
Ebenso wie ein Muslim keine jüdischen oder christlichen Gebote verletzen kann.
Das sollte von allen Kritikern des Films - und er ist ein mieses Machwerk - bitte bedacht werden.
Weiters kann der Film so schlecht gar nicht sein, dass er als Rechtfertigung für die Ausschreitungen dienen kann.
Kein Film eines Mannes berechtigt zum Mord, schon gar nicht an einem Unbeteiligten.
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