Vertreter der giftigsten Schmetterlingsart zu Gast in Tirol

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    foto: apa/tlm

Ausstellung macht mit der Familie der Widderchen besser vertraut

Innsbruck - Rund 1.200 Arten der Zygaenidae, der giftigsten Schmetterlingsart der Welt, sind derzeit bekannt. Das Hauptverbreitungsgebiet der auch Widderchen genannten Falter ist Südostasien, doch auch in Europa gibt es 70 bis 80 Arten dieser Insektenfamilie. Die Ausstellung "Giftige Schmetterlinge" stellt die Familie der Zygaenidae nun in Tirol vor.

Giftstoffe gegen Fressfeinde

Gerhard Tarmann, Kustos der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen, gab anlässlich der Eröffnung weitere Einblicke in die Spezies. Vom Ei über die Raupe und Puppe bis zum erwachsenen Falter weisen die Zygaenidae Giftstoffe auf. Es handelt sich dabei um Cyanidverbindungen, blausäurehaltige Aminosäuren, die auch für den Menschen tödlich sein können. "In der Praxis sind diese Schmetterlinge für uns jedoch nicht gefährlich", entwarnte Tarmann. Nur wenn man die Tiere essen oder sich ihre Blutflüssigkeit injizieren würde, könnte man sterben.

Die Giftstoffe dienen den Schmetterlingen zur Verteidigung und schützen sie vor Fressfeinden. Die auffällig grelle Farbgebung der Widderchen verleiht ihnen nicht nur ein unverwechselbares Aussehen, sondern dient auch zur Warnung von Fressfeinden wie etwa Vögel. Die Schmetterlingsart könne aktiv Blausäure ausatmen und manche Falter seien auch in der Lage, einen giftigen Schaum auszustoßen.

Alles, was es zu wissen gibt

Die Ausstellung zeigt Exemplare aus Australien, Amerika, Asien sowie aus Südtirol. Außerdem werden die Fortpflanzung der Zygaenidae, ihre Giftstoffe und deren chemische Zusammensetzung genauso beleuchtet wie die verschiedenen Verteidigungsarten der Schmetterlinge. Bei einer australischen Gruppe besitzen die Weibchen beispielsweise stachelartige Schuppen am Hinterleib, die mit giftigen Spitzen versehen sind. (APA, 17.9.2012)


Service

Die Ausstellung "Giftige Schmetterlinge" ist von 17. September 2012 bis 2. Februar 2013, Montag bis Freitag, 8.00 bis 16.00 Uhr zu sehen.

Links

Tiroler Landesmuseen

Volkshochschule Innsbruck

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