Intel "Clover Trail": Der Prozessor, der nicht mit Linux darf

Neuer Atom-Chip soll alleine Windows-8-Tablets vorbehalten bleiben - Auch AMD-Tablet-Chip ohne Android-Unterstützung

Eine im Rahmen des vergangene Woche in San Francisco abgehaltenen Intel Developer Forums vorgenommene Aussage eines Mitarbeiters des Chip-Herstellers sorgt nun für einige Aufregung in Tech-Foren: Hatte dieser doch im Rahmen seines Vortrags behauptet, dass der neue Atom Z2760-Prozessor nicht mit Linux - und damit vor allem auch mit dem Linux-basierten Android - zusammenarbeiten soll.

Kooperation

Die mit dem Codenamen "Clover Trail" versehene CPU sei nicht als allgemein nutzbarer Chip gedacht, sondern ganz speziell auf Windows-8-Tablets ausgerichtet, berichtet The Inquirer. Zu diesem Zweck habe Intel in der Entwicklung eng mit Microsoft zusammengearbeitet, und diverse spezifische Optimierungen vorgenommen. So gibt es etwa gegenüber bisherigen Intel-x86-CPUs zwei zusätzliche Schlafzustände, die eine deutlich bessere Akku-Laufzeit versprechen.

Offene Fragen

Intel hat sich für "Clover Trail" also offenbar auf eine Exklusivitätsvereinbarung mit Microsoft eingelassen, dies wohl in der Hoffnung mithilfe von Windows 8 endlich in den bislang von ARM dominierten Bereich für Smartphones und Tablets vordringen zu können. Unklar bleibt was diese suggerierte Inkompatibilität mit Linux in der Praxis bedeuten soll. Also ob es bei der "System-on-a-Chip"-Lösung spezifische Hardwareanpassungen gibt, die den Linux-Support zumindest erheblich erschweren, oder ob einfach nur Intel selbst nicht an den betreffenden Treibern arbeiten will.

AMD

Entsprechende Abmachungen scheinen in der Branche derzeit aber auch jenseits von Intel "einzureißen". So spricht AMD davon, dass der eigenen Tablet-Chip "Hondo" zwar mit Linux, aber nicht mit Android zusammenarbeiten soll. Die Frage, wie man Dritthersteller von einer entsprechenden Nutzung abhalten will, stellt sich hier allerdings noch verstärkt. (apo, derStandard.at, 17.09.12)

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