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Wien - "Tierschutz in die Verfassung" lautet die Forderung, mit der der Verein gegen Tierfabriken (VGT) am Montag auf das neue Tierversuchsgesetz aufmerksam machen wollte. Dieses Gesetz muss Österreich bis 10. November aufgrund einer EU-Richtlinie erlassen. Der Entwurf des Wissenschaftsministeriums steht in der Kritik der Tierschützer.
Ebenfalls am Montag hat sich die Industriellenvereinigung (IV) zu Wort gemeldet. Im Hinblick auf die EU-Richtlinie, die die Grundlage für die aktuelle Gesetzesänderung darstellt, sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung: "Wir teilen die Einschätzung einer Reihe der renommiertesten Forschungseinrichtungen in Österreich (...), dass im österreichischen Umsetzungsentwurf ein Ungleichgewicht herrscht, das keinen Mehrgewinn für den Tierschutz bringt, jedoch in unverhältnismäßiger Weise die Forschung einschränkt."
Neumayer wies darauf hin, dass trotz der rückläufigen Zahl an Tierversuchen in den vergangenen Jahren noch nicht gänzlich auf Tierversuche in der biomedizinischen Forschung verzichtet werden könne. Die Industriellenvereinigung unterstütze jedenfalls die Anstrengungen der forschenden Unternehmen, Tierversuche auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren. Letztlich sei von den Regelungen auch die Wissenschaft massiv betroffen.
Der VGT hingegen präsentierte eine aktuelle IFES-Studie, wonach der Tierschutz innerhalb der Bevölkerung einen hohen Stellenwert genießt und deshalb in den Verfassungsrang gehoben werden soll. Von den 501 telefonisch Befragten gaben 74 Prozent an, das Anliegen des VGT zu teilen. Vereins-Obmann Martin Balluch betonte dabei, dass es beim jetzigen Tierversuchsgesetz ein "Vollzugsdefizit" geben würde. Gefordert wurde für die Zukunft eine "Transparenz in der Tierversuchspraxis."
Laut der Umfrage sind etwa 85 Prozent der Befragten für ein Verbot von Tierversuchen, die nach einem Kriterienkatalog, der im Rahmen der Novelle vorliegen soll, keinen ausreichenden Nutzen für die Menschen bieten. Hier lautet die Forderung der VGT, dass dieser objektive Kriterienkatalog nach Einführung durch das Wissenschaftsministerium auch einen bindenden Charakter haben soll.
Die zwei weiteren Hauptforderungen waren die Veröffentlichung der Versuchsabläufe auf einer eigenen Internetseite sowie die Einrichtung einer Ombudsschaft für Versuchstiere. "Unsere Vorschläge sind bereits ein Kompromiss", sagte Balluch, der bemängelte, dass "der Tierschutz von den Verhandlungen ausgeschlossen ist".
In einer schriftlichen Stellungnahme des Wissenschaftsministerium heißt es, dass "während der sechswöchigen Begutachtung rund 80 Stellungnahmen eingetroffen sind", wobei in Abstimmung mit den anderen verantwortlichen Ministerien sorgfältig abgewogen würde, "welche der zum Teil konträren Anliegen EU-Richtlinien konform eingearbeitet werden können." Dabei sei es dem Ministerium ein Anliegen, eine vernünftige Balance zwischen den berechtigten Forderungen des Tierschutzes und den notwendigen Rahmenbedingungen für die Forschung zu finden.
Was den geforderten Tierschutz in der Verfassung betrifft, wurde vom VGT auch auf das Tierschutzvolksbegehren von 1996 verwiesen, das von 460.000 Österreichern unterschrieben worden war. In Deutschland und in der Schweiz hätte der Tierschutz bereits Verfassungsrang. 74 Prozent der von IFES Befragten befürworteten dieses Anliegen.
Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs ("Pharmig") betonte in einer Aussendung, dass mit der Harmonisierung des EU-weiten Tierschutzes strenge Richtlinien in Kraft gesetzt, mit denen Doppelversuche in Zukunft vermieden würden. Generalsekretär Jan Oliver Huber wies dabei jegliche Vorwürfe zurück, dass die Pharmaindustrie für eine Verwässerung des Tierschutzes stehen würde.
"Wissenschafter aus ganz Europa forschen an Alternativen zu Tierversuchen und sind dabei auch erfolgreich, wie die zunehmende Zahl an "in-vitro"-Methoden zeigt", betonte Huber. Er betonte, dass die vorgesehenen Änderungen im Tierversuchsgesetz massive Ausweitungen der Definition von Tierversuchen (z. B. Kastration) mit sich bringen würde. (APA/red, 17.9.2012)
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Glaubt hier eigentlich wirklich jemand in der Forschung werden Tierversuche gemacht weil man nix besseres zu tun hat oder weil's so lustig ist?
Tierstudien sind teuer und mühsam in der Durchführung. Wenn es wirklich schon genug tolle (gleichwertige) Alternativen gäbe wie hier behauptet wird, dann würden viele Forscher diese wohl mit Freuden verwenden.
Zuerst werden Tiere gequält, danach wird das Zeug ahnungslose Menschen aus Entwicklungsländern um herauszufinden, dass das Mittel beim Menschen nicht wirkt. Bei Mäuse kann fast jede Art von Krebs geheilt werden...
Wird Zeit, dass endlich massive Gelder in die Erforschung und die Weiterentwicklung alternativer Forschungsmethoden gesteckt werden.
Nein, ich sperr Mücken auch nicht ein, allerdings - so ehrlich muss ich sein - erschlage ich sie manchmal. Leidensfähige Lebewesen erscheint eine vernünftige Grenzziehung zu sein. Allerdings stellt sich da die Anschlussfrage, wie wir mit dem Leid von leidensfähigen Wesen in freier Wildbahn umgehen. Ist Leidensfähigkeit nur dann das entscheidend moralische Kriterium, wenn das Leid von einem Menschen verursacht ist? Oder geht es uns tatsächlich um das Leid des Tieres selbst? (Sie müssen mir nicht mehr darauf antworten, wenn Sie nicht wollen. Mir ist schon ungefähr klar, worauf Sie hinauswollen. Es zeitigen sich aber stets Rückfragen.)
Kein Tierethiker wird einen Löwen davon abhalten wollen eine Gazelle zu erlegen, oder eine Hauskatze vegan ernähren.
Der Grundkonsens aller tierethischen Strömungen von artgerechter Tierhaltung bis fleischloser Gesellschaft ist der, dass jedes unnötige Leiden, welches der Mensch verursacht, nicht notwendig ist.
Katzen kann man durchaus vegan ernähren. Nicht ganz unproblematisch (wegen Vitamin A, Taurin und ein paar anderer Sachen), aber es geht und wird auch gemacht.
Bei Hunden ist vegetarische/vegane Ernährung dagegen weitgehend unproblematisch.
Nichtsdestotrotz ein Randthema.
"In der Pharmig haben sich rund 120 Unternehmen mit ca. 10.000 Mitarbeitern zusammengeschlossen, die den Arzneimittelmarkt zu annähernd 100 Prozent abdecken und einen Exportüberschuss von über 700 Millionen Euro erwirtschaften."
Die Pharmalobby scheißt nicht nur auf Tierschutz, sondern auch auf die menschlichen Opfer von Medikamentennebenwirkungen, die sich im Tierversuch als "sicher" herausgestellt haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cont... an-Skandal
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