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vergrößern 640x425Alpine Stimmung unweit der Bundeshauptstadt: Hier lassen sich Griff und Tritt unter extremen Kletterbedingungen trefflich üben.
vergrößern 500x753Info: Naturpark Hohe Wand
Der Rand der Alpen im Osten ist eine kleine grüne Wiese. Ein Strand aus Gras vor einem Meer aus Luft. So sitzt man am Morgen vor dem Hubertushaus da, sieht auf die kleinen Bauerndörfer am Meeresgrund hinunter, auf Kirch- und Feuerwehrtürme und den Morgendunst über dem Grün der Futterwiesen, dem Hellbraun der Äcker und dem letzten Nachtschwarz der vereinzelten Wälder.
Eine Espressomaschine ist aus der Küche zu hören, sonst ist es in der Hütte noch still, nur der Hüttenwirt ist leise vor den Eingang getreten und atmet durch, bevor in den Lagern und Zimmern das Rumoren beginnt.
Es ist Kletterkurswochenende, wie es auf der Hohen Wand an jedem Wochenende im Spätfrühling und Sommer ist. Gleich werden sie die großen Holztische vor der Hütte bevölkern, die Anfängerkurse, die Familienkletterkurse, die Klettersteiggruppe oder die der Fortgeschrittenen.
Je nach Alpenvereinssektion von staatlich geprüften Bergführern oder ebenso staatlich geprüften Kletter-Instruktoren geleitet, duzen sich hier bunt zusammengewürfelte Menschen, die es auf so unterschiedliche Weise, wie ihnen ihre Temperamente, ihre Sehnsüchte oder Lebensgeschichten es vorgeben, alle dorthinaus zieht, wo der kleine grüne Strand in die Felsen der Hohen Wand abbricht.
Nach Halt suchen
Es geht um das Senkrechte, auch wenn es einem im zweiten oder dritten Schwierigkeitsgrad zumeist bloß im Verhältnis zum eigenen, nach Halt suchenden Körper so senkrecht vorkommt, während man aufgrund der tatsächlichen Felsneigung nicht einmal einen guten Meter ins Rutschen käme, verlöre man tatsächlich Griff und Tritt.
Trotzdem geht es beim Blick zwischen den eigenen Beinen hindurch weit genug hinunter für das Gefühl, anstatt eines Bodens unter den Füßen nur mehr eine steile Felswand vor dem eigenen Körper und seinen im Alltagsleben oft nur allzu maskierten Urinstinkten zu haben.
Mastwurfknoten, Achter und Halbmastwurf - nicht nur blutigen Anfängern gehen nach dem ersten Kurstag die Namen der Sicherungsknoten und die zugehörigen Finger- und Handbewegungen durch den Kopf, während man sein Tischgegenüber höflicherweise fragt, was er denn so mache, es in Wirklichkeit jedoch nicht unbedingt wissen will, so unübersehbar war er am Vortag einer, der immer nur Erster sein kann.
Noch aber ist keiner da. Der Himmel ist blau. Die Sonne steigt langsam, und die Wahrscheinlichkeit, dass alles, was man am anderen nicht mag, in einem selbst steckt, ist hoch.
Schule der Ruhe
Klettern ist zwar immer auch Abenteuer, vor allem aber ist es eine Schule des Vertrauens, der Verantwortung und der Ruhe. Am gefährlichsten sind stets die Meter bis zur jeweils ersten Zwischensicherung. Nur das Setzen dieser einen Expresse sollte der am Stand sichernden Kletterpartnerin oder dem Kletterpartner noch laut und deutlich mitgeteilt werden, erklärte uns der Bergführer im Unterschied zu dem bislang in Kletterkursen Gelernten: Danach müsse nichts mehr gesagt oder gar geschrien werden. Stattdessen ziehe man das Seil nach dem Setzen der Selbstsicherung am nächsten Standplatz einfach untypisch schnell und weit ein, gute fünf Meter etwa, lasse es gleich darauf wieder fallen, was ebenfalls keiner anderen Kletterbewegung entspreche, sodass die Partnerin am letzten Standplatz unabhängig aller akustischen Verhältnisse beruhigt die Sicherung des bisherigen Vorsteigers auflösen könne, der daraufhin das Seil einhole, bis er an den Sicherungsknoten der nun mit dem Nachstieg an die Reihe Kommenden stoße. - Das vor Augen, könne diese nun die Selbstsicherung durch den Zug von oben ersetzen und nachkommen.
Und es hatte tatsächlich funktioniert, ohne jedes Schreien, besser als je davor. Mithilfe eines Seils, das einen eben nicht bloß gegenseitig versichert und bindet, sondern das Eigene dem anderen übersetzt, und umgekehrt. Auf eine Weise, die einem nicht nur in der Senkrechten etwas erzählt, für das tatsächlich manchmal jedes Wort zu viel ist. (Martin Prinz, Album, DER STANDARD, 15.9.2012)
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Ich hab auch mit dem Klettern angefangen und bin voll begeistert.
Nachdem ich da meine Ruhe dazu brauch und das nicht mal so rein quetschen wollte hab ich einen <a href="http://www.go-vertical.at/sommer/kl... </a> mit Go-Vertical am Wolayersee gemacht. Voll lässig!
War echt der Hammer!
Die Gegend die Ruhe und man muss sich dort nicht anstellen um in die Tour zu kommen.
leute, es vergeht doch keine woche wo nicht eine bergdram-meldung die andere jagd ...
wäre es da nicht viel besser und viel sicherer, die berg- und kletter-lust in den werbeaktivitäten des alpenvereins von einer quasi "alpin-heroe" ebene auf ein normales maß zu reduzieren und seine angebote in einen weniger gefahrvollen lebensraum anzusiedeln? auch die beste versicherung hilft da wenig
der alpenverein, der immer wieder an verunglückte mitglieder gedenkt, lockt immer noch viele menschen ins unwegsame, ins ausgesetzte, in schwindelnde höhen, ins abenteuerliche und damit verbunden ins gefahrvolle ohne eine verlässliche sicherheit in den steilen berghängen den menschen anbieten zu können, was wahrscheinlich gar nicht möglich sein wird.
"Die Welt gehört mir allein und sollte deshalb bitte so funktionieren, wie ich sie mir vorstelle."
In etwa das spricht aus 90% der bisherigen Postings zu diesem Artikel.
Was sie eint, ist der Wunsch, die Natur zu erleben. Und wie man das "am besten" macht, darüber lässt sich offenbar trefflich streiten.
... ist ja u. a. das Fehlen von Schlapphuttouristen u. dgl. die im allradgetriebenen Mitsubishi bis zur Steilwand vorfahren. Gottseidank gibt's hier in Südfrankreich keine Skywalks und sonstigen Unsinn. Allenfalls einen Klettersteig "auf eigene Gefahr", oder halt gleich die Wand.
Jetzt sind die bleden Klettersteige, bei denen man sich an Stahlseilen hochzieht, schon nicht mehr einfach genug - also müssen klarerweise Stahltreppen her. Schon bald wird irgendein Touristiker auf die Idee kommen, so ein Monster an die Dachstein-S-Wand zu schrauben.
1. Sieht der Skywalk nicht besonders hübsch aus und verschandelt ein doch recht alpines Szenario. Gerade wenn man in dem Bereich klettert, hat man ihn andauernd im Blickfeld.
2. Wird damit ein nach Sensationen heischender Eventtourismus befriedigt. Mit sanftem Tourismus hat das nichts zu tun. Es wird mit dem Auto quasi bis auf den Gipfel gefahren und oben werden die "Sensationen" passiv konsumiert.
und über die Schönheit der Dinge man sich eher nicht den Kopf zerbrechen braucht, ist dieses Ding das was es ist: Eine sehr schöne Aussichtsplattform, von der man einen hervorragenden Blick über die gesamte Gegend genießen kann. Und zwar nicht nur als rüstiger mitt-20er im Kletterseil, sondern auch meine 80-jährige Omi, die ohne Krückstock nicht mal mehr die Stufen zu ihrer Wohnung schafft.
Also denken sie nicht immer nur an sich selbst!
Geh, so ein Blödsinn! Von der Plateaukante beim Postl hast du genau die gleiche Aussicht auf die Gegend wie vom Skywalk. Der einzige Unterschied ist, dass man vom Skywalk etwas(!) besser in die Felsen sieht und den Kletterern (und Klettersteiggehern am HTL Steig) beim Kletterern zusehen kann.
Nach deiner Argumentation müsste man außerdem alle Berge mit Infrastruktur zupflastern, damit die 80 jährige Omi überall raufkommt.
Abgesehen davon bin ich nicht Mitte 20 und kenne Leute, die über 70 sind und klettern.
Die Omis geniessen seit -zig Jahren die Aussicht von der Hohen Wand auch ganz ohne einen hässlichen Eingriff wie es diese Stahlgittertreppen sind.
Dass Omis neuerdings unbedingt auch zwischen ihren Füssen durch ein Gitter schauen können müssen hat keinen Mehrwert.
Folgendes stellen Sie also gegenüber:
der Eine findet es nicht gut alpine Regionen mit Stahlkonstruktionen zu verschandeln und ist ein Egoist, der andere will seiner 80jährigen Oma noch einen kleinen Nervenkitzel gönnen und kutschiert sie einen Berg hinauf wo die Oma dann gefälligst eine Attracktion vorzufinden hat.
Ich find den Skywalk jetzt auch nicht so schlimm, aber die Egoismuskeule kann von vielen Seiten geschwungen werden, am besten man denkt nach bevor man sie schwingt.
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