Die erste Klasse im Flugzeug ist tödlich

Ein simulierter Flugzeugabsturz in der Sonora Wüste, Mexiko, liefert Bildmaterial für eine Discovery-Dokumentation und Daten für die Flugsicherheit

Was passiert, wenn ein Passagierflieger ungebremst auf die Erde zu rast, aufprallt und zerbricht? Genau diese Situation hat Discovery Channel für eine Fernsehdokumentation simuliert. In der Sonora Wüste in Baja California ließ Discovery eine Boeing 727 gesteuert einen Crash hinlegen, um Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die Maschine und die darin befindlichen Passagiere zu erhalten.

Ein Pilot brachte das Flugzeug wie gewöhnlich in die Luft, steuerte es bis in die gewünschte Höhe und brachte sich dann mit einem Fallschirmsprung in Sicherheit. Ab dem Zeitpunkt wurde die Boeing mittels Fernsteuerung von einem anderen Piloten in einer dahinter fliegenden Cessna weiter geflogen.

Die Boeing 727 war mit Kameras und Geräten für wissenschaftliche Aufzeichnungen vollgepackt, auf den 170 Passagierplätzen saßen Dummies und harrten der Dinge, die da kamen. Dabei wurden die Dummies in drei Haltungen positioniert: Angeschnallt in Notfallstellung, angeschnallt in normaler Sitzhaltung sowie nicht angeschnallt und in normaler Sitzhaltung. Die Maschine krachte am Ende des geplanten Sturzfluges ungebremst auf den Wüstenboden in unbewohntem Gebiet in der Sonora Wüste.

Die erste Klasse fliegt tödlich

Erste Ergebnisse zeigen, dass sämtliche Passagiere der ersten Klasse den Absturz nicht überlebt hätten, da das Cockpit und der gesamte First-Class-Bereich bei dem Aufprall zerstört wurden. Dummies, die die Notfallstelltung einhielten, hätten gute Chancen gehabt, den Absturz zu überleben, während jene, die in normaler Sitzhaltung positioniert waren, schwerste Kopfverletzungen aufwiesen. Nicht angeschnallte Passagiere würden einen Absturz nicht überleben.

"Mit diesem Projekt soll mehr Einblick in die Frage gewonnen werden, wie man bei Flugzeugabstürzen die Anzahl der Überlebenden erhöhen kann", erklärt Eileen O'Neill, Chef von Discovery und TLC Network.

Kameras im Flugzeug und am Boden zeichneten den Crash auf, die gewonnen Daten sollen für die Flugsicherheitsforschung verwendet werden. Die Filmaufnahmen sind aber auch Bestandteil eines internationalen Dokumentarfilms, der unter anderem auf Pro 7 ausgestrahlt werden soll. Das Experiment ging planmäßig über die Bühne, es gab keine Verletzten. Die Kosten der Simulation lagen bei rund einer Million Pfund (ca. 1.237.500 Euro). (red, derStandard.at, 17.9.2012)

Share if you care