SPD will ihren Kanzlerkandidaten schon früher küren

Entscheidung zwischen Steinbrück und Steinmeier spätestens auf Bundesparteitag Anfang Dezember

Berlin - Die deutschen Sozialdemokraten wollen die Frage, welche SPD-Politiker Angela Merkel im Bundestagswahlkampf 2013 direkt herausfordern soll, nun doch schon früher klären als ursprünglich geplant. In deutschen Medien wird spekuliert, dass der Kanzlerkandidat am SPD-Parteitag Anfang Dezember bekanntgegeben werden soll.

Ursprünglich war die Kür für Ende Jänner vorgesehen gewesen. Doch in der SPD wird das Zögern der Troika zunehmend kritisch gesehen. Laut Leipziger Volkszeitung gibt es nun ohnehin nur noch zwei Kandidaten: Peer Steinbrück, der in der großen Koalition von 2005 bis 2009 unter Merkel Finanzminister war, und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der in derselben Zeit als Außenminister diente.

Parteichef Sigmar Gabriel hingegen soll keinen Anspruch mehr stellen. Laut Umfragen hätte der impulsive und gelegentlich sprunghafte Gabriel im direkten Duell gegen die pragmatische Merkel auch die schlechtesten Chancen. Doch auch die beiden "Stones" - Steinmeier und Steinbrück - lässt Merkel hinter sich.

Die Bundeskanzlerin betonte am Montag in Berlin, sie wolle auch nach 2013 mit der FDP regieren. Eine große Koalition mit der SPD könne sie " nicht ausschließen", sie werde "aber auch nicht darauf hinarbeiten". Auf die Frage, was denn in der schwarz-gelben Koalition besser laufe als zuvor in der großen Koalition unter ihrer Führung, antwortete Merkel: " In einer großen Koalition gibt es immer noch einen Partner, der auch gern den Kanzler stellen möchte." (bau, DER STANDARD, 18.9.2012)

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