Ein Toter bei Protesten in Pakistan

18. September 2012, 07:40

Hunderte Jugendliche demonstrieren in Ägypten

Karachi - In Pakistan hat es bei landesweiten Protesten gegen den islamfeindlichen Film aus den USA ein Todesopfer und mehrere Verletzte gegeben. In der Hafenstadt Karachi schoss die Polizei am Sonntag vor dem US-Konsulat in die Luft und ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen etwa tausend Demonstranten vor.

Einige Demonstranten überwanden die Polizeiabsperrung und warfen Steine in Richtung des stark gesicherten Konsulatsgebäudes. "Nieder mit Amerika!", "Für die Ehre des Propheten werden wir unser Leben geben" und "Hängt den Regisseur auf!", rief die aufgebrachte Menge. Etwa 1500 Menschen folgten einem Aufruf der islamistischen Partei Jamiat Ulema-i-Islam (JUI) zu einer weiteren Protestdemonstration in Karachi.

In der östlichen Stadt Lahore gab es nach Angaben der örtlichen Polizei eine friedliche Demonstration mit 6000 Teilnehmern. Kundgebungen wurden auch aus Quetta, Multan und Muzaffarabad gemeldet.

Zwischen 2.500 und 3.000 Studenten, Professoren und andere Demonstranten gingen zudem in der Provinzhauptstadt Peshawar auf die Straße. Sie zündeten Autoreifen und eine US-Flagge an und blockierten eine Straße vor der Universität der Stadt. 

Hunderte Jugendliche in Ägypten in Haft

Nach den Krawallen vor der US-Botschaft in Kairo sind die Zellen der Polizeiwachen offenbar voll mit Jugendlichen. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt verlautete am Montag, die 431 festgenommenen mutmaßlichen Randalierer seien fast alle jünger als 20 Jahre. Viele von ihnen seien sogar jünger als 16 Jahre. Ein Anwalt sagte dem Nachrichtenportal "youm7", etliche Festgenommene seien bei Verhören gefoltert worden.

Kabul: "Tod für Amerika"

Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben mehr als tausend Menschen gegen den islamfeindlichen Film protestiert. Einige Demonstranten zündeten Autos an und riefen "Tod für Amerika", wie der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammad Ayoub Salangi, sagte. Zudem eröffneten demnach aus der Menge heraus einige Menschen das Feuer auf Polizisten, diese schossen aber nicht zurück. "Und das werden wir auch nicht", sagte Salangi.

Die Proteste fanden den Angaben zufolge im Osten Kabuls auf der Straße von Jalalabad statt. Dort befinden sich NATO- und US-Basen. Einem AFP-Fotografen zufolge lagen Steine auf vielen Straßen, zudem schlossen Geschäftsleute in der Gegend eilig ihre Geschäfte. Berichte über Verletzte lagen bisher nicht vor.

Saudi-Arabien: Proteste trotz Verbots

Trotz offiziellen Demonstrationsverbots hat es auch in Saudi-Arabien kleinere Aktionen gegen das Mohammed-Video gegeben. Teilnehmer der Protestaktionen in der Stadt Buraida veröffentlichten am Montag Videoaufnahmen von Kundgebungen, die am vergangenen Wochenende stattgefunden haben sollen.

Die Demonstranten rufen: "Wir wollen Amerika nicht" und "Alles außer dem geliebten (Propheten), ihr Anbeter des Kreuzes". In Saudi-Arabien sind Demonstrationen verboten. Seit Beginn des Arabischen Frühlings hatte vereinzelt Schiiten in der Ost-Provinz gegen das Königshaus protestiert.

Libanon ruft zu weiteren Protesten auf

Unterdessen rief der Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, Hassan Nasrallah, zu einer Woche des Protests gegen den Film "Die Unschuld der Muslime" auf, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. "Die ganze Welt muss die Wut in euren Gesichtern, euren Fäusten und euren Schreien sehen", sagte er am Sonntagabend in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die ganze Welt müsse begreifen, dass Mohammed Anhänger habe, die zu dem Film nicht schweigen würden.

Den Film, der in zahlreichen muslimischen Ländern in den vergangenen Tagen zu gewalttätigen Protesten geführt hatte, bezeichnete Nasrallah als "den schlimmsten jemals gestarteten Angriff auf den Islam". Der Film sei noch verheerender als die Verbrennung des Koran in Afghanistan und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Europa.

In mehreren islamischen Ländern richteten sich in den vergangenen Tagen wütende Proteste gegen westliche Vertretungen. Tausende Demonstranten steckten am Freitag die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum in Brand. Die Proteste begannen am vergangenen Dienstag in Kairo, wo Islamisten die US-Botschaft stürmten. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen wurden der US-Botschafter, drei weitere Diplomaten sowie libysche Sicherheitskräfte getötet. Der Film "Unschuld der Muslime", in dem der Prophet Mohammed geschmäht wird, wurde von koptischen und evangelikalen Christen in den USA produziert. (APA/Reuters, 18.9.2012)

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Ein sehr schöner Beitrag in der Basler Zeitung

http://bazonline.ch/ausland/n... y/18187146

"Für die Ehre des Propheten werden wir unser Leben geben"

das meinen sie hoffentlich wortwörtlich und befördern sich dann auch gleich ins jenseits. der rest der welt wird es ihnen danken!

was sagen die copten:

http://www.wataninet.com/watani_Ar... px?A=31233

endlich ein statement.

zum schmunzeln: die stelle über "dracula", diese sichtweise kannte ich bisher noch nicht

update saudigazette

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm... 0918136621
Wanis Al-Sharif has been sacked as deputy interior minister responsible for eastern Libya:
http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm... 0918136604
obama vs mccain; planned or not:
http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm... 0918136603

Auch interessant: Immer wenn nötig, passiert so etwas, um von andere aktuelle Geschehnisse abzulenken. Die Medien spielen dann natürlich voll mit.

Da vergisst man ganz schnell den Drohnenkrieg in Afghanistan/Pakistan und den Stellvertreterkrieg in Syrien.

Weiteres hier nachzulesen: http://pakhtunkhwa911.wordpress.com/2012/09/1... utzt-wird/

"Immer wenn nötig, passiert so etwas"

richtig!

Die Ursachen für die Tumulte liegen woanders. Sie waren keinesfalls spontan und gehorchten nicht gekränkten Sensibilitäten, sondern einem schon oft erfolgreich insze¬nierten Drehbuch. Das Filmchen soll ein Jahr lang un¬¬bemerkt in der virtuellen Welt des Internets existiert haben, bevor es im vorigen Monat von einem salafistischen Fernsehsender in Ägypten ausgestrahlt wurde. Garniert mit antiamerikanischen Tiraden diente es dazu, die Gefolgschaft aufzuheizen und vorzu¬bereiten auf den Botschaftssturm, der auf den 11.09., den Jahrestag der Anschläge in Amerika, geplant war.
Das Video war ein Vorwand. Hätte es ihn nicht gegeben, man hätte einen anderen gefunden – eine Karikatur, ein Teddybär namens Mohammed, ...

bazonline.ch

In Tom Hollands Dokumentation "Islam - The Untold Story"

zeigt uns der Archäologe und Arabist Tom Holland, dass die Muslime zwar ganz fest an Mohammed und die Überlieferung des Koran und der Hadithe glauben, es aber keinen einzigen historischen Beweis dafür gibt. dass Mohammed überhaupt existiert hat oder dass er zu Lebzeiten größere Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen erregt hat.
Im Koran gibt es eine einzige Stelle, die Mekka erwähnt: Ein Heiligtum in der Wüste, das an einem Ort namens Bakka stehen soll ist die einzige Erwähnung des heiligsten Ortes der Muslime und auch das ist nur die Interpretation der islamsichen Theologie.
Fest steht, dass Mohammed erst über ein Jahrhundert nach seinem Tod urkundlich auf einer Münze erwähnt wird. Vorher gibt es keine einzige schriftliche Quelle über ihn.

deppenpolitik

das ist zwar alles sehr lustig, aber was hab ich davon in politischer hinsicht?

ausser ich will die trottelpolitik machen, die in den ersten weltkrieg geführt hat.
die einfach sagt, haha dein prophet existiert ja nicht einmal, drum hab ich recht und du musst machen, was ich sage.
auf dem level spielt sich die ganze kritik doch ab.

diskussion des 3.jahrtausends kann man das nicht nennen. so wird man keinen blumentopf gewinnen, sondern am anstieg der gewalt mit schuld sein, bis sie einen hinweg spült.

man soll sich in der politik nicht selbst belügen und keinen illusionen verfallen.
und meinungsfreiheit mit indoktrination und schmähung des gegners zu verwechseln ist eine gefährliche illusion.
nicht in meinem namen. islam nicht mein feind.

Das mit der Münze stimmt nicht (das weiß ich zufälligerweise recht genau) - es sind 60 Jahre, und auch das beweist gar nix - wie lange dauert es denn, bis Jesus auf einer Münze genannt wird?

Unsinn...

...der Koran ist das einzige der 3 monotheistischen Glaubensbücher, dass von einem Mann in seiner Lebenszeit verfasst worden ist. Das ist Fakt, denn es gibt viele schriftliche Überlieferungen, von seinen Gefährten usw.

Ist ungefährt so wie Jesus erst paar 100 Jahre später zu Gottes Sohn erklärt worden ist... ;)

Nicht ganz

Das Christentum begann mit Paulus etwa 20 jahre nach Jesu Tod. Paulus bezeiht sich auf die Person Jesu und legt in den Briefen, die seinen Namen tragen, den Grundstein für christliche Glaubensbekenntnis:
Christ ist, wer an die Auferstehung Jesu glaubt.

Jesus mag existiert haben oder nicht, auch Mohammed mag existiert haben oder nicht. Das ist relativ unwichtig und daran mag glauben wer will. Es ist wichtig, dass man sagen darf, Mohammed (oder Jesus) haben nicht existiert und was sie lehren ist Blödsinn.

Alles andere ergibt sich daraus.

Paulus? Es gibt keine einzige Quelle dass er je gelebt hat.

Historische Untersuchungen zeigen: Vieles was über Petrus, Paulus usw. geschrieben steht kann nicht stimmen. Einiges ist erfunden oder zumindest nicht wörtlich gemeint sondern bildlich bzw. übertrieben. Verschiedene Personen zu einer zusammen zu fassen für die "Geschichtsschreibung" war früher durchaus üblich - dadurch waren Geschichten leichter zu erzählen.

Interessanterweise wird in einem der Paulus zugeschriebenen Briefe vor gefälschten Briefen gewarnt.

Irgendwann zwischen 350 und 400 hat man sich darauf geeinigt, was Bestandteil der Bibel sein darf, und welche Schriften verboten sind (Dritte Synode von Karthago). Wie viele Fälschungen dabei mit hineingerutscht sind, und wie viele authentische Schriften verworfen wurden - wer weiss.

Also das ist ziemlicher Humbug

Natürlich gibt es Belege, dass Paulus gelebt hat. Wie kommen sie auf so was?

Und der wäre?

Sie wissen aber schon dass

Ihre Autoren auch schon ganz andere Sachen "bewiesen" haben. Gleich der erste Autor ist vermutlich durch seinen "Beweis", dass UFOs existieren, deutlich berühmter geworden als durch seinen "Beweis", dass Paulus gelebt hat.

http://www.amazon.de/Geheimsac... 3923781830

Nock und Pollock haben so weit ich weiß keine UFO Bücher geschrieben

und gelten in der kritischen Historiographie des Nahen Ostens als gute Adressen.

Wußte ich nicht

Sein Buch über Paulus ist trotzdem lesenswert.

die arabische fahnen- und flaggenindustrie kann aufatmen.

ebenso die hersteller englischsprachiger mohammed-stirnbänder, die sich bislang als ladenhüter herausstellten.

ich versteh's einfach nicht ...

"Es soll kein Zwang im Glauben sein", lautet das verpflichtende Wort im heiligen Quran( Sure 2;256)"

Dieses zitat von verschiedenen m. bei bedarf oft anderst ausgelegt und nicht so naiv wie es klingt interpretiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kein... im_Glauben

Christen und Muslims haben das selbe Problem, jeder glaubt an alte Texte, die ihren Ursprung in sexuellen Aktivitaeten haben, die irgendwie verschleiert werden mussten.
Jungfrau Maria...aha, wer war das schnell noch mal, der da nachgeschaut hat ?
Die anderen sind auch nicht besser gewesen:
Wenn es nicht mehr geht , werd ich ein Prophet.

bei Humbold?

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