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Kabul - Eine Woche nach der offiziellen Übergabe des US-Militärgefängnisses Bagram an die Afghanen gibt es erneut Ärger um die riesige Haftanstalt. Präsident Hamid Karzai kritisierte am Sonntag, die US-Truppen hätten dort weiterhin rund 600 afghanische Insassen in ihrem Gewahrsam. "Das ist ein ernster Verstoß gegen die Vereinbarungen", beklagte er. Die Afghanen betrachteten die Übergabe dieser Häftlinge als eine Frage der Souveränität. Die NATO erklärt, bei den 600 Häftlingen handle es sich um Verdächtige, die nach Unterzeichnung der Vereinbarung festgenommen worden seien. Sie würden bis zur Klärung der Vorwürfe gegen sie in US-Gewahrsam bleiben.
Afghanistan und die USA hatten sich nach langem Tauziehen im März auf die Übergabe des Gefängnisses verständigt und diese am vergangenen Montag in einer feierlichen Zeremonie vollzogen. Der Disput hatte die Beziehungen zwischen beiden Ländern stark belastet. Karzai hatte die Übergabe zur Bedingung für den Abschluss eines strategischen Partnerschaftsabkommens mit den USA gemacht.
Das nördlich von Kabul gelegene Bagram ist die größte US-Basis in Afghanistan. Das Gefängnis liegt auf dem Stützpunkt. Den rund 3.000 Gefangenen wird vorgeworfen, mit Al-Kaida oder den Taliban zusammengearbeitet zu haben. In der Vergangenheit waren gegen US-Soldaten in Bagram immer wieder Folter- und Missbrauchsvorwürfe erhoben worden. (APA, 16.9.2012)
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