EU-Bankenaufsicht: Geld- und Kontrollunion

Kommentar | Thomas Mayer, 16. September 2012, 18:34

Es geht eben nicht, dass man - wie die Finanzwelt - nur die Vorteile eines völlig offenen, freien Binnenmarktes genießt

Im kommenden Jahr finden in Deutschland Bundestagswahlen statt. Das ist der eigentliche Grund, warum Wolfgang Schäuble bei den Plänen zur "Bankenunion" inklusive starker Kontrollfunktion für die europäische Zentralbank so auf die Bremse steigt. Rhetorisch zumindest.

Der Verband der Sparkassen hat schon begonnen, in Zeitungen ganzseitige Inserate zu schalten, die davor warnen, dass die Sparer für das Unvermögen in anderen Ländern einspringen müssten. Sparkassen- und Genossenschaftsfunktionäre, oft CDU- oder CSU-nahe, lassen sich nicht so gern auf die Finger schauen. Da heißt es für den deutschen Finanzminister "Ball flachhalten".

Gegen das Grundmodell - strenge Aufsicht über (oft spekulative) Bankgeschäfte über nationale Grenzen hinweg - kann Schäuble wenig einwenden: Seine Kanzlerin Angela Merkel hat es selber so verlangt - als Bedingung für den Fall, dass die Gemeinschaft große marode Banken stützen muss, weil einzelne Regierungen dazu nicht mehr in der Lage sind. Wie in Spanien. So sollen Staatszusammenbrüche, gefährliche Dominoeffekte vermieden, soll verhindert werden, dass Staaten und Steuerzahler sich immer mehr verschulden, um das Euro-Finanzsystem zu stabilisieren.

Es geht eben nicht, dass man - wie die Finanzwelt - nur die Vorteile eines völlig offenen, freien Binnenmarktes genießt. Man muss auch Nachteile tragen, Lasten teilen - und bereit sein, sich entsprechend kontrollieren zu lassen. (Thomas Mayer, DER STANDARD, 17.9.2012)

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15 Postings
Krippentod,...

...das Kindlein ist bereits Gestorben ! ^^

Da hätt ich noch drei Fragen:

Warum sollen Bankenprüfungen von 6.000 Banken von Frankfurt (oder wo die Bankenaufsicht auch immer sitzen wird) effizienter sein, als wenn jede Aufsicht im Land die Banken vor Ort selbst prüft?

Warum sind nicht alle EU-Länder umfasst? Z.B. UK hat einen nicht unbeträchtlichen Bankensektor. Die Pro-Argumente gelten ebenso für die 10 nicht-Euro-aber-EU Länder.

In welchem Bereich spart die EU bei sich selbst die für die neue Bankenaufsicht zusätzlichen Stellen ein? Wird es in Zukunft wegen der Bankenaufsicht keine Regelungen bezüglich der Standardkrümmung bei Bananen seitens der EU mehr geben?

Systemrelevanz

Die Banken sind soweit zu verkleinern (zerschlagen), dass kein Institut mehr "systemrelevant" ist. Die oftmals beschworenen Synergieeffekte (die gesamtwirtschaftlich eigentlich nie nachweisbar sind oder waren), sind im Vergelich zur Entmachtung der demokratischen Systeme und zu den Kosten für die Allgemeinheit zu vernachlässigen.
Punkt

Gemeinsame Einlagenssicherung jetzt heisst übersetzt: Einrichten einer Versicherung auf Gegenseitigkeit, nur ist der Schaden (z.B. bei den spanischen Banken) schon eingetreten! Ist natürlich eine tolle Idee- für den Süden!

Ein Blick auf die Bankenlandschaft sollte Genügen die Hast Frankreichs zu Erklären diese als "Bankenaufsicht" Bezeichnete Finanzierung seiner Banken mit deutschen Milliarden Durchzuführen ! Frankreich ist doch Pleite !

^^

Paris forciert diese Vergemeinschaftung doch lediglich wegen seiner Pleitebanken,...

...ein Blick auf die Abgrundlandschaft des französischen Finanzsectors reicht um das zu Erkennen. Doch zum Glück existiert ja Deutschland das einmal mehr in der Geschichte Europas den stolzen gallischen Hahn die Federn Geradebügelt.

Es geht um Geld und Nationalstolz.

Für die "Elite" scheidet das Anwerfen der Buntpapiermaschine wie in Italien oder Spanien allerdings aus, da geht es um Gesichtsverkust und Selbstverständniss,sieht der Franzose sich doch als Kern dieser Union im Allgemeinen,wenn nicht als letztinstanzlicher Entscheidungsfinder und Träger !

Unter dem Mäntelchen "Kontrolle für die Banken" wird diese Bankenrettung dem Bürger nun Verkauft, als "Mehr Europa" Präsentiert! Franreich ist Pleite !

Das ist des Pudels Kern.^^

Bankenkontrolle gibt es jetzt schon...

...und zwar auf nationaler Ebene. Als Begründung für eine EU-Kontrollebene wird oft genannt, daß die nationale Kontrolle aufgrund von 'Naheverhältnissen' beeinträchtigt wird, sprich Korruption.

Glaubt jemand ernsthaft, daß es auf EU-Ebene in der Bankenkontrolle keine Korruption geben wird bzw. gibt? Der immense Einfluß, den Riesenbanken schon heute in der EU ausüben, wird eine wirksame Kontrolle ebendieser Institute verhindern. Ein Weg, für effektive Kontrolle UND Risikominimierung wäre die Zerschlagung der EU-Großbanken.

Das wäre auch ein Vorteil für Investoren: Gebe ich Geld lieber einem kleinen Institut, dessen Sektor eine eventuelle Pleite auffangen kann, oder einer Gigabank, deren Zusammenbruch kein Staatenverbund mehr tragen kann?

Was redens denn daher. Es nimmt ihnen doch niemand Ihre Sparkasse weg.

Vielleicht sollte auch die Börse unter strengere Kontrolle.

Dort werden Firmen wie Schlachtvieh gehandelt.

Das kann es doch auch nicht sein.

um es auf den punkt zu bringen ....

die deutschen wollen zwar die spanischen sparkassen an die kandare nehmen, aber sich bei den eigenen nicht dreinreden lassen ........ haben wahrscheinlich schon vergessen, dass die deutsche bankenaufsicht bei IKB HRE und den landesbanken nicht gerade mit ruhm bekleckert haben.

Wann beginnt das Genießen denn endlich ?

"Kontrollunion"

jetzt kommt es langsam raus, wozu diese ganzen strukturen gut sind: acta, vorratsdaten,...
nämlich ganz einfach zur kontrolle der eu-bewohnerInnen. noch genauer wäre: überwachungsunion.

im übrigen passt da gut dazu,

dass dieser artikel nicht mit https funktioniert, sondern nur mit http...

wahrscheinlich

haben sie es im nachhinein ausgebessert.

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