Christian Meidlinger neuer OSV-Präsident

  • Hehre Ziele hat der neue Präsident Christian Meidlinger.
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    Hehre Ziele hat der neue Präsident Christian Meidlinger.

Klarer Sieg mit mehr als Zweidrittel-Mehrheit bei Verbandstag gegen Ungar-Klein

Linz - Die Revolution im österreichischen Schwimmverband (OSV) ist ausgeblieben. Zwei Tage nach dem Rücktritt von Paul Schauer von seinem Präsidentenamt ist am Samstag beim OSV-Verbandstag in Linz der bisherige Wiener Landesverbandspräsident Christian Meidlinger mit 104 von 139 abgegebenen Stimmen für die nächsten vier Jahre gewählt worden. Damit fand bei den Delegierten der Vereine der OSV-Wahlvorschlag klar vor der Gegenkandidatur von David Ungar-Klein Berücksichtigung.

Der Wiener Agenturinhaber hätte mit seiner Liste einen radikalen Schnitt in einem der erfolgreichsten österreichischen Sommersportverbände bewirkt. Als Fachwarte wären etwa für Schwimmen Maxim Podoprigora und für Synchronschwimmen Lisbeth Mahn tätig geworden. Als Jugend-Referent war Thomas Narnhofer nominiert, als Referent für die Kommunikation Vorstand-Athleten Dominik Dür. Allesamt sind sie ehemalige bzw. auch eben erst zurückgetretene österreichische Leistungsschwimmer.

Paukenschlag erwirken

Darauf legte Ungar-Klein in seiner Wahlrede auch Wert. "Ich kann sie nur ersuchen, einen Paukenschlag zu erwirken", sagte er. "Es ist die Chance, einem jungen Team eine Chance zu geben. Sie alle wollen ihr Know-how weitergeben. Ich will mit vereinten Kräften innerhalb der österreichischen Schwimm-Familie etwas bewegen. Ich kann ihnen garantieren, sie werden im Jahr 2016 Medaillen sehen, sie werden Finalplatzierungen sehen. Ich werde ihnen diese Erfolge garantieren, und dafür stehe ich."

Der 40-Jährige war in den vergangenen zwei Wochen bei Vereinen und Landesverbänden in Österreich auf einer "fact finding mission" gewesen, erst am Dienstag entschied er sich zum Antreten. "Ich habe versucht, mich für die Sportler einzusetzen, im Sinne des Sports zu handeln und mit kompetenten Mitarbeitern, Athleten und Trainern eine Zukunftsvision umzusetzen", meinte Ungar-Klein nach der von ihm verlorenen Abstimmung. "Die Wahl heute ist eine Niederlage für den Sport."

Aus den negativen Schlagzeilen

Österreich sei demnach noch nicht bereit, festgefahrene Verbandsstrukturen für den Sport aufzugeben. Die Olympischen Spiele in London hätten gezeigt, dass es dringend Änderungen geben müsse. Ungar-Klein: "Ich war der erste, der diese Herausforderung annehmen wollte und hoffe, dass viele weiter Verbände nachfolgen." Im Schwimmverband hat nun jedenfalls für vier Jahre Meidlinger und sein Team die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Und das kündigte der 48-Jährige auch an.

"Mein Ziel ist es, den Schwimmsport aus den negativen Schlagzeilen zu bringen. Ich glaube, dass uns das gemeinsam in vier Jahren gelingen kann", sagte der Abgeordnete zum Wiener Landtag- und Gemeinderat in seiner nach jener von Ungar-Klein gehaltenen Wahlrede. Erst am Donnerstag nach dem Rücktritt Schauers war Meidlinger vom OSV-Vorstand kontaktiert worden, am Freitag entschied sich Meidlinger für die Kandidatur.

Als Vizepräsident wird weiterhin der Steirer Peter Putzgruber fungieren, die weiteren beide Stellvertreter sind Richard Kössler und Birgit Fürnkranz-Maglock. Weitere Präsidiumsmitglieder sind wie schon bisher Walter Benesch als Finanzreferent und Herbert Schurm als Schriftführer. Neuer Fachwart für Schwimmen ist statt Moschos Tavlas der bisherige Jugendwart Manfred Otte. Tavlas wird aber wohl weiterhin als angestellter OSV-Sportkoordinator tätig sein, wie Thomas Gangel als Generalsekretär.

75 Prozent

Die Meidlinger-Liste erhielt von den Vertretern der 79 erschienenen OSV-Vereine bei drei Enthaltungen 104 Stimmen, das sind knapp 75 Prozent. Ungar-Klein bekam 32 Stimmen. Meidlinger ist Vorsitzender der Gewerkschaft der Wiener Gemeindebediensteten, führte diese Funktion als Beispiel an, auch den OSV gut führen zu können. "Ich bin Vorsitzender eines großen Vereins mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und über 100 Angestellten. Es ist mein täglich Geschäft", erklärte der SP-Politiker.

Schon beim Wiener Verband, dessen Führung er nach gut zwei Jahren nun abgeben wird, habe er in Richtung Transparenz gearbeitet. "Mein Ziel ist es, den Schwimmsport aus den negativen Schlagzeilen zu bringen. Ich glaube, dass uns das gemeinsam in vier Jahren gelingen kann." Der Familienvater zweier Kinder gab auch an, die am Verbandstag kritisierten OSV-Statuten sowie die Finanzgebarung der 2005 gegründeten "Pool des OSV GmbH" einer Prüfung unterziehen zu wollen.

Meidlinger hat in seiner Rede auch die Sportler erwähnt. "Wir werden mit den Spitzenschwimmern die Kommunikation aufnehmen", erklärte der neue OSV-Chef. "Wie können wir Kindern, Jugendlichen das geben, was sie brauchen, um aus der Breite die zukünftige Spitze zu bilden?" Meidlinger hob auch die Zusammensetzung seines Teams hervor: "Es besteht zu zwei Dritteln aus neuen Leuten, unter den Vizepräsidenten ist auch eine Frau. Den weiblichen Touch hat der Schwimmverband notwendig."(APA, 15.9.2012)

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