"Farmville"-Erfinder Zynga heizt Streit mit Electronic Arts an

15. September 2012, 13:49
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EA soll versucht haben, Manager am Wechsel zur Konkurrenz zu hindern

Der schwächelnde Onlinespiele-Spezialist Zynga geht in seinem Rechtsstreit mit dem Branchenriesen Electronic Arts zum Gegenangriff über. Zynga, Anbieter bekannter Facebook-Spiele wie "Farmville", warf EA-Chef John Riccitiello vor, er habe versucht, den Wechsel seiner Manager zum damals aufstrebenden Online-Konkurrenten zu verhindern. Das kann in den USA als Wettbewerbsbehinderung betrachtet werden. Die Ideenklau-Vorwürfe von Electronic Arts wies Zynga zurück. Der Branchen-Riese behauptet in einer Klage von August, Zyngas "The Ville" kopiere diverse urheberrechtlich geschützte Elemente seines Spiels "The Sims Social".

Plagiatsvorwurf zurückgewiesen

Zynga argumentiert in der Antwort, sein Spiel YoVille von 2008 habe drei Jahre vor "The Sims Social" solche Simulationsspiele auf die Facebook gebracht, CityVille folgte 2010. Entsprechend entwickle das neuere Spiel "The Ville" das Zynga-Konzept weiter und kopiere nicht wie vorgeworfen das "Sims"-Game von EA.

Bei beiden Spielen ist man in einer virtuellen Welt unterwegs, die mit der Zeit ausgebaut wird. Electronic Arts behauptet, Zyngas "The Ville" kopiere diverse urheberrechtlich geschützte Elemente seines Spiels "The Sims Social". Es geht unter anderem um das Aussehen von Figuren und Räumen, Spielabläufe und Animationen.

EA-Chef soll wegen Mitarbeiterwechsel gedroht haben

Zynga erklärte zudem, EA-Chef Riccitiello habe auch mit Drohungen versucht, den Wechsel seiner Mitarbeiter zum jungen Konkurrenten zu stoppen. In den vergangenen Jahren waren allein drei Spitzenmanager von EA zu Zynga gegangen. Zwei davon - Topentwickler John Schappert und Marketingchef Jeff Karp - sind inzwischen wieder weg. Der dritte, Barry Cottle, ist aber immer noch einer der führenden Zynga-Manager. Laut den Zynga-Vorwürfen soll Riccitiello gedroht haben, ihm das Leben zur Hölle zu machen.

Klassischen Spieleanbietern wie Electronic Arts machen die neuen Online-Rivalen schwer zu schaffen. Sie binden die Aufmerksamkeit der Spieler und drücken mit ihren zum Teil kostenlosen Angeboten die Preise. Deshalb versuchen die Großen der Branche immer mehr, auch selbst in dieses Geschäft vorzustoßen. Aber auch Zynga hat derzeit zu kämpfen. Zuletzt liefen hohe Verluste auf, das Wachstumstempo hat sich stark abgebremst. Die Aktie dümpelt bei drei Dollar herum, während der Ausgabekurs im vergangenen Jahr noch bei zehn Dollar lag. Gründer Mark Pincus baut unter anderem auf den Einstieg ins Online-Glücksspiel, um die Geschäfte anzukurbeln. (APA, derStandard.at, 15.09.2012)

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    Der Streit zwischen EA und Zynga eskaliert weiter.

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