Chemieunfall im Bezirk Baden: Drei Verletzte

  • Schadstoffspezialisten mit Schutzanzügen und Atemschutzgeräten im Einsatz.
    foto: apa/stefan schneider / bfkdo bad

    Schadstoffspezialisten mit Schutzanzügen und Atemschutzgeräten im Einsatz.

  • Über das weitere Vorgehen nach dem Chemieunfall in einer aufgelassenen Lagerhalle in Sooß (Bezirk Baden) wird derzeit beraten.
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    Über das weitere Vorgehen nach dem Chemieunfall in einer aufgelassenen Lagerhalle in Sooß (Bezirk Baden) wird derzeit beraten.

Fass mit hochgiftigen Chemikalien geborsten - Laut Feuerwehr keine Gefahr für die Anrainer - Entsorgung am Montag

Baden - Ein Chemieunfall hielt am Samstag den niederösterreichischen Ort Sooß (Bezirk Baden) in Atem. Bei Entsorgungsarbeiten in einer aufgelösten Lagerhalle barst durch das Vermischen von 98-prozentiger hochgiftiger und hochätzender Schwefelsäure mit anderen Chemikalien ein 50-Liter-Fass. Drei Personen wurden mit Verätzungen im Gesicht in Spitäler eingeliefert. Sechs Feuerwehren und ein von der Bezirkshauptmannschaft beauftragtes privates Entsorgungsunternehmen waren im Einsatz. Nach der Abhaltung eines Krisengipfels in Anwesenheit eines Landeschemikers entschied dieser, die Halle vorerst zu versperren. Die Räumung soll am Montag stattfinden.

Lagerhalle versiegelt und versperrt

Die Feuerwehr habe Sorge, dass es zu weiteren Reaktionen führt, wenn man heute mit der Räumung beginnt, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Sicherer sei es, die Fässer vorerst ruhen zu lassen. Beim Krisengipfel waren außer dem Chemiker der Landesregierung und der sechs Feuerwehren auch ein von der Bezirkshauptmannschaft (BH) beauftragtes privates Entsorgungsunternehmen sowie Vertreter der BH und der Bürgermeister von Sooß anwesend. Als "oberste Behörde" entschied der Landschemiker schließlich, dass die Entsorgung am Montag von einer Fachfirma unter Aufsicht von Chemikern stattfinden soll. Bis dahin wird die Halle "versperrt und versiegelt", so Resperger. Die Feuerwehr werde am Sonntag jedoch kontrollieren, ob alles in Ordnung sei und sich "nichts tut", immerhin sei die Halle "vollgestopft bis oben mit Säuren und Laugen".

Gelände von Feuerwehr gesichert

In einer ehemaligen Werkstätte mit angrenzender Lagerhalle, die seit über zwei Jahren geschlossen ist, war der Besitzer Samstagvormittag mit Helfern mit der Teilentsorgung der dort gelagerten Bestände, unter denen auch einige Fässer waren, beschäftigt. Gegen 12.00 Uhr ging nach Angaben Respergers eine Alarmierung bei der Feuerwehr ein, dass eines der Fässer geborsten sei. Sechs Feuerwehren rückten umgehend aus. Schadstoffspezialisten mit Schutzanzügen und Atemschutzgeräten waren am Werk, um den Unfallort zu untersuchen.

Die Ortsdurchfahrt von Sooß ist nach Angaben des ÖAMTC gesperrt gewesen. Sowohl das Gebäude als auch das Gelände wurden von der Feuerwehr gesichert, bestätige der NÖ Feuerwehrsprecher. Es bestehe keine Gefahr für die Anrainer. (APA, 15.9.2012)

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