Deutsche Armee dankte Neonazi Mundlos für "treue Dienste"

"Focus": Obwohl er von Vorgesetzten als rechtsradikaler Verfassungsfeind eingestuft wurde

München - Obwohl seine rechtsradikale Gesinnung bereits bekannt war, hat die deutsche Bundeswehr laut "Focus" den Neonazi und späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos mit "Dank und Anerkennung für die geleisteten treuen Dienste" entlassen. Wie das Magazin am Samstag berichtet, erhielt Mundlos mit Ende seiner Grundwehrzeit 1995 im thüringischen Bad Frankenhausen die übliche Dankurkunde, obwohl seine Vorgesetzten ihn als Verfassungsfeind eingestuft hatten. Mundlos bildete später mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die für zehn Morde verantwortlich sein soll.

Panzergrenadier Mundlos sei schon bald nach Dienstantritt auffällig geworden. Während eines Ausgangs habe ihn die Polizei im August 1994 in Chemnitz festgenommen. Laut "Focus" hatte er Visitenkarten mit seinem Namen und dem Foto von Adolf Hitler bei sich. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Jena hätten Fahnder NPD-Flugblätter sowie Kassetten mit Neonazi-Musik sichergestellt.

Den Bundeswehr-Verantwortlichen sei die Brisanz des Vorfalls bewusst gewesen: Er zeige, dass Mundlos "von seiner Grundeinstellung her nicht für die freiheitlich demokratische Grundordnung einsteht", zitiert das Magazin aus einem internen Protokoll. Ein offizielles Verfahren sei aber nicht eingeleitet worden. Mundlos habe sieben Tage Disziplinararrest erhalten. Auch danach sei er noch mehrfach als Rechtsextremist in Erscheinung getreten und vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) verhört worden. In seinem Dienstzeugnis findet sich laut "Focus" jedoch nur Lob: Als "Richtschütze und Gehilfe des Kompanietruppführers" habe er "gute Leistungen gezeigt". (APA, 15.9.2012)

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Die SS Soldaten waren die feigsten

sie mordeten hinter den fronten vor allem frauen, kinder und ältere männer und "säuberten" ganze landstriche von juden.

was ich mit untem stehendem post ausdrücken wollte?

ich glaub es war das milgram-experiment, wo aufgezeigt wurde, wie weit ganz normale bürger gehen, wenn sie von einer autorität aufgefordert werden bestimmte dinge zu tun.

the wave zeigte auch, dass faschist. ideologien auch in "reifen" demokratien nicht unterschätzt werden dürfen, das zum einen.

zum anderen müssten einrichtungen, wie die bundeswehr, sobald sie erkennen, dass in ihren reihen eben menschen sind, die halt extreme positionen beziehen, die mit demokratie nicht vereinbar sind, diese auch aus dem dienst entlassen. zudem sollte es vielleicht ein spezielles reintegrationsprojekt für diese leute geben, damit mit man vielleicht im vorhinein schon gröberes verhindern kann.

kann man so pauschal nicht sagen

ich denk feigheit ist der falsche terminus - fehlgeleitet, ideologisch in die irre geleitet wär mE besser.

das war ja nicht so, dass die aus disziplinlosigkeit so gehandelt haben. der ganze wahnsinn war ja geplant, von ganz oben.

nicht jeder, der zb. nach 43 zur ss (häuig eben waffenss) eingezogen wurde, war es freiwillig.

und das mit der befehlsverweigerung usw... das war eine andere generation damals, die konsequenzen auch. die san anders erzogen worden. ein ferner längst verstorbener bekannter war bei der ss. jedesmal wenn er gefragt wurde, wie es im krieg war, brachte er kein wort heraus. er war kein sadist oder dergleichen, auch kein nazi.

heute gilt es zu verhindern, das es sowas wieder gibt.

@flohimpelz

3 postings weiter unten

die freuen sich über monate lange bezahlte wehrsportübungen...

Faschisten

und rechtsgerichtete Idioten waren immer schon die besten Soldaten. Welche auch keine Scheu davor haben Andersgesinnte aus dem Weg zu räumen - wie er es im zivilen Leben ebenso gezeigt hat.

"Faschisten und rechtsgerichtete Idioten waren immer schon die besten Soldaten"

Nein.

Ich müßte lügen, aber diese Urkunde erhielt nur der nicht, welcher Unehrenhaft aus dem Dienstverhältnis entfernt wurde von einem Truppendienstgericht und das war ja nicht der Fall und umgekehrt wieviele wegen Wiederbetätigung verurteilten in .at

haben das Wehrdienstabzeichen?

Zeit für ein paar Rücktritte in Berlin.

Wer denn ? Die Politiker von 1995 ?

Ach, seither gibt's keine Nachfolger?

DAS würde einiges erklären.

Ich war immer ein Gegner

der idiotischen Abkürzungsmanie!
Aber "MAD" für militärischen Abschirmdienst, das hat schon was.

sowas ähnliches bekommt in ö auch nahezu jeder der die wehrpflicht abgeleistet hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehr... stmedaille

läuft offiziel unter "verdienstorden"

nur weil er da jetzt die standard urkunde gekriegt hat die jeder kriegt der den dienst beendet ist das jetzt ein skandal ?

er hat keinen orden bekommen und ihm da mehr aufmerksam keit zukommen zu lassen wäre wahrscheinlich lohn für ihn gewesen

Genau: Dass er die Standardurkunde gekriegt hat, die jeder kriegt, ist ein Skandal. Jeder ist kein Mörder.

Die Standardurkunde war die Bestätigung für einen Menschenfeind, dass er auf der richtigem Weg wäre. Als Rechtsradikaler war er ein potentieller Killer. Und er wurde tatsächlich zum Mörder. Mehr Mist kann man durch eine Urkundenverleihung nicht bauen.

"...die jeder kriegt ..."

Offenbar wirklich jeder, womit es sanktioniert ist, egal, wie sich mit sonst verkündeten hehren Grundsätzen verträgt. Das scheint mir eine spezifisch österreichische Interpretation des Gleichheitsgrundsatzes zu sein.

Nachtrag: ein Dienstzeugnis ist übrigens keine Standardurkunde, sondern eine individuelle dienstliche Bewertung und dann darf man doch wohl fragen, wes Geistes Kind der beurteilende Vorgesetzte selbst ist.

Haben sie schon einmal ein Dienstzeugnis geschrieben? Das ist eine Kunst für sich, dies so zu formulieren, dass sich die Person nicht dagegen beschweren kann und es trotzdem zumindest noch etwas Objektiv ist.

Im Endeffekt schreibt man dem größten Deppen wundervolle Zeugnisse, weil sich sonst beschwert wird. Allerdings weiss auch jeder das diese Dinge eigentlich garnichts aussagen.
Ist so ähnlich wie mit den Dienstzeugnissen der Arbeitgeber, da achtet man ja auch darauf sich kein Ei zu legen.

Wenns aber

eine Dienstliche Bewertung war und er die Tätigkeit als Richtschütze ordentlich gemach hat, dann wär's ja (politisch motivierte) Willkür ihm kein solches Schreiben auszuhändigen, oder?

außerdem dürfen ja wenn es wirklcih ein

Dienstzeugnis gewesen wäre, keine negativen Sachen drinnen stehen, die den weiteren beruflichen WErdegang stören. Und wenn da drinnen steht: der ist ein rechtsradikales SChwein, der eig. hinter Gittern gehört, dann hätte es wohl auch einen Riesenaufschrei gegeben und eine Klage.

Für alle die sich hier aufregen. MMn war das eine gnaz normale Entlassung mit einer kurzen Stellenbeschreibung. Wahrscheinlich steht bei einem SChreiber drinnen: Hat die ihm aufgetragenen Arbeiten gut erledigt.

Aufregen kann man isch wegen Sachen.

Ein Arbeits- wie ein Dienstzeugnis muss wohlwollend formuliert sein, was nicht heißt, das "keine negativen Sachen rein" dürften. Fehlen solche negative Sachen, kann das (in D) u.U. sogar Schadensersatzpflichten auslösen.

Was „wahrscheinlich“ irgendwo steht, ist eigentlich egal. Hier geht es um Fakten, Fakten, Fakten.

Fakten die sie wohl nicht eruieren können.

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Billa Kassiererin wünscht Neonazi nach Einkauf "Schönes Wochende".

Und schon sind es vier.

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